Werder-Fußballerinnen beim Bundesligadebüt nach 0:2-Rückstand zum Kantersieg

„Es war der Oberhammer“

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Einfach glücklich: Werders Maren Wallenhorst feiert den Auftaktsieg mit einem Sprung in die Arme von Katharina Schiechtl. Cindy König kommt auch noch zum Jubeln.

Werder-Bremen - Von Astrid Labbert. Wenn das Publikum am Ende „Oh, wie ist das schön“ anstimmt, kann nicht viel schief gelaufen sein: Werders Fußballerinnen gewannen gestern ihr Bundesliga-Debüt gegen Mitaufsteiger 1. FC Köln sensationell mit 6:2. Danach hatte es in der ersten Halbzeit keineswegs ausgesehen.

Den 607 Zuschauern hatte sich bis dahin eher folgendes Bild geboten: Köln war besser ins Spiel gekommen und führte nach Toren von Lise Overgaard Munk (6.) und Anna Gerhardt (17.) früh mit 2:0, weil Werders Abwehr zu zögerlich agierte. Doch durch den frühen Rückstand ließen sich die Grün-Weißen nicht entmutigen. Zum ersten Tor reichte es indes erst kurz vor der Pause (45.). „Nach dem holprigen Start war es wichtig, eins vor der Halbzeit zu machen“, sagte Torschützin Maren Wallenhorst. Sie sollte Recht behalten.

Denn nach der Pause ging es Schlag auf Schlag: Erst traf U19-Nationalspielerin Stefanie-Antonia Sanders (46.), dann legten Katharina Schiechtl (52.) und Marie-Louise Eta (56.) per Freistoß nach einem Torwartfehler nach. 4:2 – binnen zehn Minuten war der Spielstand auf den Kopf gestellt. „Das setzt natürlich Kräfte frei“, sagte ein zufriedener Trainer Steffen Rau: „Das müssen die Mädels als positives Erlebnis mitnehmen.“

Gegen den nun eingebrochenen Gegner schraubten erneut Sanders (75.) und Stephanie Goddard (89.) das Ergebnis hoch, zuletzt per Elfmeter, nachdem die Kölner Torhüterin Lena Nuding nach Foul an Wallenhorst die Rote Karte gesehen hatte. „Jetzt haben wir den Druck, den wir noch nicht haben wollten“, resümierte Köln-Trainer Willi Breuer den rabenschwarzen Tag für seine Mannschaft, während sich die Bremerinnen über die ersten drei Punkte im Abstiegskampf freuten und begeistert von der Kulisse im Stadion „Platz 11“ zeigten: , urteilte Kapitänin Marie-Louise Eta Eta.

Unter den Zuschauern waren neben Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald auch Willi Lemke, Thomas Wolter, dessen Tochter Pia-Sophie auf dem Feld ordentlich Dampf machte, sowie Werders Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer. „Unvorstellbar“, kommentierte Fischer, der in seiner Amtszeit den Aufbau der Frauenfußball-Abteilung maßgeblich unterstützt hatte, den Verlauf der Partie: „So in die Liga zu starten, ist für alle Beteiligten ein Traum.“

Am Sonntag geht es zum VfL Wolfsburg. Kapitänin Eta: „Die Euphorie müssen wir jetzt mitnehmen.“

Werder: Martens - Moelter, Ulbrich, Schiechtl, Schacher - Eta, Goddard, Wolter, König (69. Hausberger), Wallenhorst (90. El-Kassem) - Sanders (79. Toth).

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