1:0 – Werder feiert Derbysieg und drückt dem Hamburger SV die Daumen

Di Santo berauscht Bremen: Jetzt ist Europa das Ziel!

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Valon Behrami wollte es nicht wahrhaben, aber das Foto beweist: Der Elfmeter, der das 102. Nordderby entschied, war absolut berechtigt. Ungestüm reißt Hamburgs Abräumer Werders Zlatko Junzovic um.

Bremen - Die Werder-Profis wollten gar nicht mehr raus aus diesem Bad in der Menge. Als die extrem frustrierten Profis des Hamburger SV schon fast fertig waren mit ihren Mediengesprächen in der Mixed-Zone, feierten die Bremer gestern Nachmittag noch immer ausgelassen mit ihren Fans im Weserstadion.

Sie hatten gleich vier Fliegen mit einer Klappe geschlagen: 1:0 (0:0) im Nordderby gegen Erzrivale und Schlusslicht HSV, 500. Bundesliga-Heimsieg, gesicherter Klassenerhalt – und dann auch noch der Sprung auf Platz sieben, der für das internationale Geschäft reichen kann. „Da wollen wir uns jetzt festbeißen“, sagte Sportchef Thomas Eichin.

Nach dem knappen Erfolg, den Torjäger Franco Di Santo mit einem verwandelten Foulelfmeter in der Schlussphase (84.) perfekt machte, hat Werder 38 Punkte auf dem Konto. Einen mehr als die achtplatzierte TSG Hoffenheim und inzwischen elf mehr als der SC Paderborn auf dem Relegationsrang. Bei nur noch fünf Partien ist die Abstiegsgefahr endgültig gebannt. „Ich kann im Brustton der Überzeugung sagen, dass wir auch in der nächsten Saison in der ersten Liga spielen“, meinte Eichin. Sebastian Prödl sah es ähnlich: „Ich schaue jetzt nicht mehr nach unten.“

Die Bremer können den Blick auf die Tabelle nun mal richtig genießen. „Siebter Platz, das ist Wahnsinn – großartig für uns“, schwärmte Trainer Viktor Skripnik und sprach nach zuvor vier Begegnungen ohne Sieg von einer „Riesen-Erleichterung. Das Spiel hat viele Nerven gekostet.“

Werder nutzte endlich mal die gute Gelegenheit, sich tabellarisch zu verbessern. Spielerisch überzeugen konnten die Hausherren erneut nicht. Das war ihnen nach dem Jubiläumssieg jedoch ziemlich egal. „Heute ging es nicht darum, schön zu spielen, sondern einfach darum, zu gewinnen“, betonte Eichin.

Dass dies gelang, hatten die Bremer auch einem Hamburger zu verdanken. Valon Behrami sorgte in der 84. Minute für die spielentscheidende Szene. Als Zlatko Junuzovic in den Hamburger Strafraum eindrang, hielt ihn Behrami am Trikotkragen fest. Werders Österreicher fiel, Schiedsrichter Wolfgang Stark pfiff Elfmeter – und zeigte dem Schweizer die Rote Karte. Di Santo verlud dann Keeper Rene Adler, verwandelte souverän in die rechte Ecke und schwang sich dadurch zum Derbyhelden auf. Später stand der Argentinier barfuß, in Unterhose und mit Regenjacke vor den Journalisten und erklärte: „Ich bin sehr happy – über den Sieg und über mein Tor. Elfmeter zu schießen, das ist immer schwer – nicht nur in einer solchen Situation.“

Werder siegt im Nordderby gegen den HSV

Vor Di Santos 13. Saisontor hatten sich beide Mannschaften nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Das 102. Nordderby, das mit einer Klatschminute für die verstorbene Werder-Legende Arnold „Pico“ Schütz begonnen hatte, war eines der unspektakulärsten. „Ein sehr zähes Spiel, eigentlich typisch für ein 0:0“, urteilte Eichin. Die Bremer waren überlegen, die Hamburger lauerten auf Konter – doch so richtig gefährliche Szenen gab es vor 42100 Zuschauern im ausverkauften Rund nur ganz wenige. Zoltan Stieber (haarscharf links vorbei) vergab die beste Chance für die Gäste (28.). Auf der anderen Seite scheiterte Levin Öztunali mit einem sehenswerten Schuss am stark parierenden Adler (80.). Kurz darauf schoss Di Santo die geduldigen Bremer zum Sieg und den HSV noch näher an den Abgrund. Die Werders-Fans, bis dahin eher ruhig, johlten: „Zweite Liga, Hamburg istdabei.“

Eichin indes hofft, dass es nicht zum ersten Hamburger Abstieg kommt: „Der HSV braucht jetzt Mut, es ist noch alles drin. Ich wünsche mir, dass sie ihre Kräfte bündeln und irgendwie in der Liga bleiben.“ mr

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