Werder-Fan muss ins Gefängnis:

Drei Jahre Haft für Tritt auf Schalke-Fan

Bremen - Nach einer Heimniederlage suchte der Werder-Fan Streit. Er zertrat einem Schalke-Anhänger das Gesicht. Wegen versuchten Totschlags muss der junge Mann jetzt ins Gefängnis.

Nach einem Bundesligaspiel hatte ein Werder Bremen-Fan mit voller Wucht zugetreten und einem Schalke-Anhänger mehrere Knochen im Gesicht gebrochen: Wegen des brutalen Angriffs muss der 27-Jährige jetzt drei Jahre in Haft. Das Landgericht Bremen verurteilte ihn am Montag wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung. Damit folgte es der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Nach der Heimniederlage von Werder im vergangenen Mai hatte sich der junge Mann gemeinsam mit Bekannten aus der Hooligan-Szene auf die Suche nach Fans vom FC Schalke 04 gemacht. In der Nähe des Bahnhofs trafen sie auf einige Anhänger des Gelsenkirchener Vereins. „Es kommt zu Auseinandersetzungen - in welchem Umfang können wir nicht mehr feststellen“, sagte der Vorsitzende Richter Helmut Kellermann.

Das Opfer ging zu Boden. Der 27-Jährige, der selbst jahrelang Fußball spielte, trat ihm mit dem linken Fuß ins Gesicht. „Volle Kanne, wie bei einem Elfmeter“, sagte Kellermann. Dadurch brach er dem Schalke-Fan unter anderem die Nase, das Jochbein und die Stirnhöhle. „Es ist alles nur noch Matsche.“ 19 Platten mussten die Ärzte dem Opfer einsetzen. Der Mann ist bis heute krankgeschrieben.

Mit dieser äußerst brutalen Tat habe der 27-Jährige eine Grenze überschritten, sagte Kellermann. „Sie haben damit auch den Ehrenkodex unter den Hooligans verlassen.“ Der junge Mann hatte die Vorwürfe vor Gericht zum Teil gestanden, sich aber geweigert, andere Beteiligte zu nennen. Er selbst war lange in der Hooligan-Szene aktiv gewesen, hatte diese vor einigen Jahren aber verlassen - bis zu dem Spiel gegen Schalke am 5. Mai 2012.

Einen weiteren Verdächtigen konnten die Richter mit Hilfe von Zeugenaussagen und den Aufnahmen von Überwachungskameras ausmachen. Ihrer Ansicht nach trat er dem Opfer als erstes gegen den Hals. Dann legte der 27-Jährige nach. Staatsanwalt Manfred Krechlak kündigte an, die Ermittlungen gegen den anderen Mann wieder aufzunehmen. Der Verteidiger des jungen Manns will prüfen, ob er Revision gegen das Urteil einlegt. Er hatte eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert. dpa

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