Aus Koma erwacht / Bremer Polizei fahndet

Werder-Fan außer Lebensgefahr

Bremen - Fahndung in Bremen, Erleichterung in Bielefeld: Der Werder-Fan, der am Samstag nach dem Spiel der zweiten Mannschaft bei Arminia Bielefeld von einer Gruppe Hooligans zusammengeschlagen worden war, befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr. Der 26-Jährige ist gestern Mittag aus dem Koma erwacht und atmet seitdem selbstständig, berichten lokale Medien.

Derweil hat die Bremer Polizei im Fall des ebenfalls am Samstag brutal verprügelten Schalke-Fans noch keine Ermittlungsergebnisse vorzuweisen. Die Täter erwartet – so sie gefasst werden sollten – ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, gegebenenfalls sogar wegen versuchten Totschlags.

Doch dafür müssen erst die genauen Hintergründe der Tat geklärt sein. Bis dato sind sie es nicht. Die mindestens acht Personen starke Gruppe der Angreifer hatte dem 43-jährigen Schalke-Fan durch brutale Tritte gegen den Kopf schwere Gesichtsverletzungen zugefügt. Lebensgefahr besteht aber nicht. Das Opfer war am Samstag nach dem Bundesliga-Spiel zwischen Werder und den Königsblauen allein im Bereich Rembertiring unterwegs, als es angegriffen wurde.

„Ich bin traurig und verzweifelt, dass es so etwas gibt“, reagierte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs bestürzt auf den brutalen Überfall, der sich fernab des Stadions zugetragen hatte: „Was mich so traurig macht, ist, dass Leute, die so brutal Menschen verprügeln, unter dem Deckmantel des Fan-Seins handeln.“ Dass ein Verein auf gewalttätige Hooligans Einfluss nehmen kann, hält Allofs für ausgeschlossen. „Genauso wenig, wie der Fußball die politischen Probleme in der Ukraine lösen kann, kann er das Problem der zunehmenden Gewalt in der Gesellschaft lösen. Im Stadion oder bei Fan-Clubs können wir eingreifen, dort sind wir aktiv“, sagt er. Aber Hooligans, die nur Opfer suchen? Keine Chance für Clubs.

Die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld denken ähnlich. Auch sie stehen hilflos vor gewaltbereiten Schlägern. Die Staatsmacht ist gefragt – und sie hat gestern zugegriffen. Laut Medienberichten wurden die Wohnungen von zehn Tatverdächtigen durchsucht, fünf Personen wurden festgenommen, ein Mann wird noch gesucht. Gegen alle wurde vor dem Amtsgericht Bielefeld Haftbefehl wegen Beihilfe zum versuchten Mord erlassen. Ein 22-Jähriger Bielefelder kam auf freien Fuß, weil ihm kein dringender Tatverdacht nachgewiesen werden kann. Bei einem 19-Jährigen aus Bad Salzuflen wurde der Haftbefehl gegen Meldeauflagen außer Kraft gesetzt. Gegen zwei 16-Jährige wurde aufgrund ihres Alters kein Haftbefehl beantragt. Die beiden Hauptverdächtigen sitzen bereits in Untersuchungshaft und müssen mit einer Anklage wegen versuchten Mordes rechnen. · csa

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