Nach Rückkehr ins Weserstadion

Ex-Bremer Aaron Hunt nimmt die Pfiffe gelassen

+
Unerfreuliche Rückkehr: Aaron Hunt wurde von den Werder-Fans ausgepfiffen und verlor mit dem HSV 1:2.

Bremen - Stolze 215 Spiele hat er für Werder Bremen in der Bundesliga bestritten, dabei 46 Tore erzielt – am Ostersonntag stand Aaron Hunt dann erstmals in seiner Laufbahn als Spieler einer Gästemannschaft im Weserstadion auf dem Platz.

Dass er dabei ausgerechnet das Trikot des Nordrivalen Hamburger SV trug – es machte seine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte für ihn nicht eben leichter. Schon vor dem Anpfiff und später bei jedem Ballkontakt des Mittelfeldspielers ertönte ein gellendes Pfeifkonzert. Hunt selbst nahm es gelassen. „Für mich war das okay. Das hat mich nicht beeinflusst“, sagte er nach Hamburgs 1:2-Niederlage. Und: „Ich bin jetzt 30 Jahre alt. Das wirft mich nicht aus der Bahn.“

Hunt verkniff sich Jubel nach HSV-Führung

Tatsächlich hatte der Linksfuß vor allem während des ersten Durchgangs eine gute Leistung gezeigt. Auf Hamburgs rechter Offensivseite bereitete er seinem Ex-Club Probleme, überzeugte mit klugen Pässen und war viel unterwegs. Da war es auch kein Zufall, dass Hunt maßgeblich am frühen Führungstreffer des HSV beteiligt war. Seine Flanke – geschlagen mit dem schwächeren rechten Fuß – fand in Michael Gregoritsch einen dankbaren Abnehmer.

Den Jubel verkniff sich Hunt hinterher ganz bewusst. „Ich hätte auch nicht gejubelt, wenn ich selbst ein Tor gemacht hätte“, betonte er. Zu groß offenbar noch immer seine Verbundenheit mit Werder, jenem Club, bei dem seine Karriere einst Fahrt aufgenommen hatte.

Aaron Hunt im Spiel gegen Werder

Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto
Aaron Hunt
Aaron Hunt verlor das Nordderby mit dem HSV gegen seinen Ex-Club Werder Bremen mit 1:2.  © nordphoto

Nachdem Hunt 2001 aus der Jugend des Goslarer SC in die Bremer U17 gewechselt war, spielte er sich hoch bis zu den Profis, ehe er im Sommer 2014 zum VfL Wolfsburg wechselte. Ein Jahr später ging es zum HSV. Die Gastspiele seiner neuen Clubs in Bremen hatte er bisher stets verpasst. Exakt 1079 Tage nach seinem letzten Bundesligaspiel für Werder im Weserstadion – Hunt war damals Doppeltorschütze beim 2:0 gegen Hertha BSC Berlin – nun also die Rückkehr.

„Es war schön, mal wieder hier zu spielen. Ich habe mich gefreut, viele alte Gesichter wieder zu sehen“, erzählte er nach dem Nordderby – und schob dann pflichtschuldig hinterher: „Natürlich wäre ich lieber mit einem Sieg nach Hause gefahren.“ Den hätte der HSV im Abstiegskampf gut gebrauchen können, „aber leider haben bei uns ein paar Prozent gefehlt“, sagte Hunt.

Diese Profis spielten für Werder und den HSV

Benno Möhlmann hielt Werder von 1978 bis 1987 die Treue, ehe er zum Hamburger SV wechselte. Dort beendete der Mittelfeldmann seine aktive Karriere als Fußballprofi. Zudem war er von 1992 bis 1995 Cheftrainer beim HSV.  © imago
GER, Hallenfußballturnier "Cup der Öffentlichen Versicherungen Oldenburg"
Frank Ordenewitz spielte von 1983 bis 1989 noch unter der Leitung von Otto Rehagel für die Bremer. Ein Jahr bevor er den Verein verließ, gewann der Mittelstürmer die Meisterschaft und den Superpokal. Für Werder absolvierte Ordenewitz 164 Spiele und traf 44 Mal ins Eckige.  © nordphoto
Dietmar Beiersdorfer spielte von 1986 bis 1992 beim HSV (DFB-Pokal-Sieger 1987), ehe er zum Erzrivalen wechselte. In seinen knapp vier Jahren beim SV Werder wurde der Innenverteidiger Deutscher Meister, DFB-Pokal-Sieger und zweimal deutscher Superpokalsieger.  © imago
Pawel Wojtala wagte ebenfalls den direkten Wechsel von Hamburg nach Bremen. Nach einem Jahr Aufenthalt an der Weser, verließ er Werder in Richtung Warschau. Der Innenverteidiger absolvierte 24 Spiele für Werder und 22 für den HSV.  © imago
Bruno Labbadia trug von 1987 bis 1989 das Trikot vom HSV. Über Kaiserslautern, Bayern München und den 1. FC Köln landete der Mittelstürmer 1996 beim SV Werder. Zudem stand Labbadia gleich zweimal beim HSV als Trainer an der Seitenlinie (2009-2010 und 2015-2016).  © imago
Marinus Bester kickte zwei Jahre beim SVW, kam aber nicht über die Reservistenrolle hinaus, sodass der Mittelstürmer 1992 per Leihe zum HSV wechselte. Ein Jahr später kam er an die Weser zurück und wurde erneut verliehen (FC Schalke). Danach verließ Bester den Verein 1995 endgültig.  © imago
Liga-Pokal-Finale
Rodolfo Cardoso spielte von 1995 bis 1996 für den SVW, ehe er nach Hamburg wechselte. Insgesamt absolvierte der Offensivmann 220 Bundesliga-Spiele und erzielte dabei 47 Treffer. 44 weitere legte er auf.  © nordphoto
Dirk Weetendorf lief von 1996 bis 1999 beim Hamburger SV auf und wechselte direkt zum Erzrivalen Werder Bremen, wo der Mittelstürmer jedoch nur ein Jahr kickte.  © imago
BL 2002/2003 - Bor.-Dortmund vs SV Werder Bremen 2:1
Fabian Ernst (Mitte) spielte sogar für drei Nordclubs. Seine Karriere begann der Mittelfeldspieler bei Hannover 96. 1998 wechslte er dann nach Hamburg und zwei Jahre später landete er beim SVW. Dort hielt es Ernst fünf Jahre. 2004 gewann er mit Werder das Double.  © nordphoto
FBL 05/06 - Hamburger SV vs. Werder Bremen
Ailton (l.) kam 1998 aus Mexiko zum SV Werder. Sechs Jahre kickte der "Kugelblitz" an der Weser. Mit Bremen wurde der Stürmer Deutscher Meister (1999 und 2004), gewann den DFB-Pokal (2004) und wurde in der Bundesliga-Saison 2003/04 Torschützenkönig mit 28 Treffern. 2005/06 spielte Ailton für den HSV.  © nordphoto
Efes Pilsen Cup 5 - Werder Bremen vs. Besiktas Istanbul
Andreas Reinke stand zwar bei den HSV-Profis unter Vertrag, war aber bei den Amateuren aktiv. Für die Profis kam er nur einmal zum Einsatz. Nach mehreren Stationen landete der Keeper 2003 bei Werder, wo er das Double gewann.  © nordphoto
Raphael Wicky hielt gleich beiden Nordclubs über viele Jahre die Treue. Für Werder trug er 128 Mal das Trikot, beim Hamburger SV kam der Defensiv-Allrounder 162 Mal zum Einsatz.  © nordphoto
Mohamed Zidan wechselte 2005 zum SV Werder, wo er sich jedoch nicht durchsetzen konnte. Über Mainz 05 landete der Offensivmann 2007 beim Hamburger SV.  © nordphoto
CL 07/08 Real MADRID - Werder BREMEN
Boubacar Sanogo kam für 4,5 Millionen Euro von Hamburg nach Bremen. Für Werder absolvierte der Angreifer 51 Spiele und erzielte 22 Treffer.  © nordphoto
Eljero Elia spielte von 2009 bis 2011 beim Hamburger SV. Nach einer Saison bei Juventus Turin wechselte der Linksaußen zum SV Werder. In Bremen ist Elia jedoch selten mit guten Leistungen aufgefallen.  © nordphoto
GER, 1.FBL , Werder Bremen vs Hamburger SV
Sieben Jahre stand Frank Rost beim SV Werder zwischen den Pfosten. In Bremen hatte der Keeper seine erfolgreichste Zeit. Er wurde Deutsche Meister, DFB-Pokalsieger und zweimal deutscher Superpokalsieger. Nach dem zwischenzeitlichen Aufenthalt auf Schalke (2002-2007), wechselte Rost zum HSV.  © nordphoto
GER, FSP, MSV Duisburg vs. SV Werder Bremen
Levin Öztunali hatte in der Jugend für die "Rothosen" gespielt, bevor er nach Leverkusen wechselte. Der Enkel von Uwe Seele kam im Januar 2015 per Leihe an die Weser. Seit der aktuellen Saison kickt der Offensivmann für Mainz 05.  © nordphoto
Aaron Hunt lief bereits für Werders U17 auf. Am 18. September 2004 gab Hunt sein Bundesliga-Debüt im Werder-Dress. Zudem ist er mit 18 Jahren und 161 Tagen Werders jüngster Torschütze aller Zeiten. Im Februar 2005 erzielte der Stürmer seinen ersten Treffer in der Bundesliga. Aktuell spielt Hunt beim Erzrivalen aus Hamburg.  © nordphoto
GER, Dresden Cup, SV Werder Bremen (GER) vs Real Betis Sevilla (ESP)
Ähnlich verlief es bei Janek Sternberg. Der Abwehrspieler verbrachte seine Jugendzeit allerdings zunächst beim HSV und kam dann 2013 direkt zum SV Werder.  © nordphoto
GER, 1.FBL, Training Werder Bremen
Auch Raphael Wolf kam aus der HSV-Jugendabteilung. Der Keeper wechselte jedoch erst zum SV Kapfernberg, ehe er 2012 nach Bremen kam. Aktuell spielt Wolf bei Werder keine Rolle mehr.  © nordphoto
GER, 1.FBL, Werder Bremen vs VFL Wolfsburg
Jaroslav Drobny hingegen spielt sehr wohl eine Rolle beim SV Werder. Der Keeper wechselte erst zur aktuellen Spielzeit von den Rothosen nach Bremen. Derzeit kämpft er gegen Felix Wiedwald um dem Stammplatz im Werder-Tor.  © nordphoto
GER, 1.FBL, Hamburger SV vs Eintracht Frankfurt
Dennis Diekmeier spielte von 2003 bis 2009 bei Werder. Erst in der Jugend, dann bei den Amateuren. Aber nie in der Bundesliga. Dann wechselte der Rechtsverteidiger zum 1. FC Nürnberg. Ein Jahr später verließ er den "Club" Richtung Hamburg, wo er bis heute aktiv ist.  © nordphoto
Patrick Owomoyela
Nach seiner Zeit von 2005 bis 2008 beim SV Werder und den darauffolgenden fünf Jahren bei Borussia Dortmund beendete Patrick Owomoyela seine Karriere 2014 beim HSV.  © imago
Fritz Laband
Fritz Laband spielte vor der Bundesliga-Zeit von 1950 bis 1956 für die Rothosen. Es folgte der Wechsel an die Weser. Bis 1957 trug er das Werder-Trikot.  © imago
Hans Schulz
Hans Schulz war in der Zeit von 1964 bis 1966 Spieler des SV Werder. 1966 zog es ihn zum HSV, wo er bis 1971 gegen den Ball getreten hat. Nach seiner aktiven Profi-Karriere war er 17 Jahre im Werder-Aufsichtsrat - bis 2016.  © imago
Ole Björnmose
Ole Björnmose spielte von 1967 bis 1971 für die Grün-Weißen. Auch er entschied sich für einen direkten Wechsel zum HSV. Dort war er von 1971 bis 1978 aktiv.  © imago
Werner Dreeßel
Werner Dreeßel spielte von 1977 bis 1980 für Werder, dann zog es ihn zum Rivalen nach Hamburg, wo er zwei weitere Jahre verbrachte.  © imago

Quelle: DeichStube

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Last-Minute-Niederlage für Schalke gegen Manchester City

Last-Minute-Niederlage für Schalke gegen Manchester City

Berlin-Köpenick ist nach Stromausfall wieder am Netz

Berlin-Köpenick ist nach Stromausfall wieder am Netz

Sieben Songs für Israel: Wer singt beim ESC?

Sieben Songs für Israel: Wer singt beim ESC?

Lawinenabgang in der Schweiz: Pistenhelfer gestorben

Lawinenabgang in der Schweiz: Pistenhelfer gestorben

Meistgelesene Artikel

Virtuelle Bundesliga: 17 von 27 Punkten am Montag - Werder festigt Tabellenführung

Virtuelle Bundesliga: 17 von 27 Punkten am Montag - Werder festigt Tabellenführung

Deich-Happen: Junuzovics erstes Europa-League-Tor reicht Salzburg nicht

Deich-Happen: Junuzovics erstes Europa-League-Tor reicht Salzburg nicht

Das passiert am Sonntag: Nachlese zum Hertha-Spiel

Das passiert am Sonntag: Nachlese zum Hertha-Spiel

Werder für die Hosentasche – Das ist die DeichStube-App

Werder für die Hosentasche – Das ist die DeichStube-App

Kommentare