Werder hat erst Glück, erkämpft sich dann aber einen Punkt beim Spitzenreiter / Retter Prödl

3:3 – Fußball verrückt in Leverkusen

+
85. Minute: Sebastian Prödl (li.) bejubelt sein Tor zum 3:3. Fin Bartels, der zum 1:1 getroffen hatte, freut sich mit ihm.

Leverkusen - Was war das für ein irrer Kick! Werder und Bayer Leverkusen machten gestern Abend beste Werbung für den deutschen Fußball und trennten sich nach einem wahren Offensivspektakel mit 3:3 (1:1). Für die Bremer war es das dritte Remis im dritten Bundesliga-Spiel, Tabellenführer Leverkusen musste nach zuvor zwei Siegen erstmals Punkte abgeben.

Werder-Coach Robin Dutt hatte seine Ankündigung wahr gemacht und in seiner Startformation – im Vergleich zum vorherigen 1:1 gegen Hoffenheim – wenig verändert. Izet Hajrovic, der erst am Donnerstag von der bosnischen Nationalmannschaft zurückgekehrt und nur beim Abschlusstraining dabei war, saß zunächst auf der Bank. Stattdessen begann Fin Bartels im rechten Mittelfeld. Im Sturm durfte erneut Davie Selke (und nicht Nils Petersen) neben Franco Di Santo ran.

Die erste gelungene Offensivaktion gehörte aber den Gastgebern. Der in Bremen aufgewachsene Karim Bellarabi spielte von rechts scharf in die Mitte, doch Werder-Kapitän Clemens Fritz klärte (6.). Wenig später fast das 1:0, als Gonzalo Castro aus 22 Metern fulminant abzog und den linken Innenpfosten zum Wackeln brachte (11.). Zum ersten Mal Glück für die Bremer, die sich zwar nicht versteckten und anfangs auch recht flüssig kombinierten, ihre eigenen Spitzen allerdings selten in Szene setzen konnten.

Leverkusen war zwingender und ging mit einem Traumtor in Führung. Torjäger Stefan Kießling legte quer auf den mit aufgerückten Rechtsverteidiger Tin Jedvaj. Und der 18-Jährige knallte den Ball von halbrechts in die kurze Ecke unter die Latte (17.). Werder-Keeper Raphael Wolf hatte beim 2000. Tor in Leverkusens Bundesliga-Geschichte keine Chance. Jetzt rollte der Bayer-Express. Leverkusen spielte wie ein Spitzenreiter: schwungvoll, schnell, torhungrig. Der kaum zu haltende Bellarabi scheiterte an Wolf, den Abpraller schob Kießling direkt in die Arme des Bremer Torwarts (21.). Das nächste Riesending! Werder hatte auch mal eine halbwegs gefährliche Aktion, als Bayer-Keeper Bernd Leno sich verschätzte und Bartels drüberschoss (26.).

Doch danach gab Leverkusen wieder Gas – und hatte noch zwei Mal Aluminium-Pech. Nach einer Ecke von Hakan Calhanoglu und Kießlings Kopfball-Ablage bugsierte Verteidiger Emir Spahic den Ball an den linken Pfosten (28.). Und Levent Öztunali, Enkel von Uwe Seeler, traf aus der Distanz ebenfalls nur das linke Gestänge (35.). Über einen deutlich höheren Rückstand hätten sich die Bremer nicht beschweren können. Doch dann das: Nach einem der wenigen Konter war Bartels plötzlich frei durch und schoss den Ball clever ins kurze Eck – 1:1 (45.). Der völlig überraschende Ausgleich kurz vor der Pause – und für Neuzugang Bartels der erste Pflichtspieltreffer für Werder.

Leverkusen reagierte aber nicht etwa geschockt, sondern machte nach dem Seitenwechsel gleich druckvoll weiter. Das Tor jedoch schoss wieder Werder. Bei einem schnellen Angriff bediente Zlatko Junuzovic mustergültig Di Santo, der die Nerven behielt und einschob (59.). Spätestens jetzt war der Spielverlauf endgültig auf den Kopf gestellt – aber nicht lange. Mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern sorgte Calhanoglu schnell für den Ausgleich (64.). Selke hatte wieder nur wenig später die dicke Chance zum 3:2, doch Leno parierte (64.).

Nun ging‘s rauf und runter, die 30210 Zuschauer in der BayArena hatten ihren Spaß. Vor allem die Leverkusen-Fans, denn der eingewechselte Südkoreaner Heung-Min Son besorgte mit einem 20-Meter-Linksschuss die erneute Führung (74.). Doch das war noch immer nicht der Schlusspunkt in einem verrückten Fußball-Spiel. Flanke Marnon Busch, Petersen per Kopf auf Sebastian Prödl, der volley zum 3:3 vollstreckte (85.). Jetzt feierten die Werder-Fans – und kurz darauf alle Bremer.

mr

Prödl rettet Werder das Remis

Mehr zum Thema:

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

BVB feiert Ende des Finalfluchs

BVB feiert Ende des Finalfluchs

Bilder: So ausgelassen war die BVB-Pokalfeier 2017

Bilder: So ausgelassen war die BVB-Pokalfeier 2017

Meistgelesene Artikel

Noch keine konkrete Anfrage für Kleinheisler

Noch keine konkrete Anfrage für Kleinheisler

Stalteri in der Hall of Fame

Stalteri in der Hall of Fame

Pizarro nach Mexiko?

Pizarro nach Mexiko?

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Schierenbeck zu Sargent-Gerücht: „Das ist mir neu“

Kommentare