1:4 - Horrorstart für Werder

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Mit hängenden Köpfen verlassen die Werder-Spieler den Platz

Sinsheim - Von Malte Rehnert - Ein traumhafter Beginn – aber dann ein Ende, was einem schlimmen Alptraum glich. Trotz einer frühen Führung kassierte Werder Bremen am Nachmittag am ersten Bundesliga-Spieltag eine 1:4 (1:4)-Klatsche bei der TSG 1899 Hoffenheim und blieb zum vierten Mal in Folge beim Saisoneinstand ohne Sieg. „Das war insgesamt ein sehr schlechtes Spiel“, stöhnte Manager Klaus Allofs.

Werder und der Auftakt – das passt offenbar gar nicht, gestern gab’s sogar die erste Pflichtspielniederlage gegen Hoffenheim überhaupt. Die Hausherren sorgten dagegen gleich doppelt für Wirbel: Erst mit dem plötzlichen und so gut wie perfekten Verkauf von Mittelfeldstar Carlos Eduardo – dann auf dem Platz, wo sie vor 30 150 (größtenteils) begeisterten Zuschauern in Kommt Wesley heute? der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena knapp 45 Minuten lang ein Fußball-Feuerwerk abfackelten.

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Die erste „Rakete“ gehörte jedoch den Bremern. Trainer Thomas Schaaf hatte der gleichen Elf und Taktik (4:4:2) wie beim überzeugenden 3:1 im Champions-League-Qualifikationshinspiel gegen Sampdoria Genua vertraut. Und wurde erneut nicht enttäuscht – in den Anfangsminuten jedenfalls: Nach gerade mal drei Minuten hieß es 1:0 für die Bremer. Hugo Almeida, der später mit einer Oberschenkelverletzung runter musste (24.) und im Rückspiel gegen Genua am Dienstag höchstwahrscheinlich fehlen wird, hatte geflankt, Hoffenheims sonst ganz starker Luiz Gustavo den Ball an die Hand bekommen – und Torsten Frings ganz souverän den fälligen Elfmeter verwandelt. Ein krachender Auftakt für Werder in die neue Saison!

Das Debakel in Bildern

Debakel in Hoffenheim

Und es knallte weiter – allerdings auf der anderen Seite. Die TSG, die in ihren bisherigen zwei Bundesliga-Spielzeiten zum Auftakt ohne Niederlage geblieben war, wollte diese Mini-Serie fortsetzen – und erhöhte kräftig die Schlagzahl. Werder verlor immer mehr die Ordnung und erlebte eine absolute Horror-Halbzeit. Vor dem Ausgleich ließ sich Petri Pasanen von Vedad Ibisevic austanzen, in der Mitte klärte Clemens Fritz unglücklich direkt vor die Füße von Demba Ba – 1:1 (20.).

Nun war Hoffenheim richtig drin in der Partie – und Werder richtig raus. Fehlpass Per Mertesacker, langer Ball von Marvin Compper auf Neuzugang Peniel Mlapa, Flachschuss, 2:1 (37.). Wenig später reklamierte Frings vergeblich ein klares Foul von Gustavo, Konter, 3:1 durch Torjäger Vedad Ibisevic (41.) Und zum krönenden Abschluss aus Sicht der Kraichgauer versenkte Sejad Salihovic einen Freistoß – herrlich über die Mauer – zum 4:1 (43.). „In dieser kurzen Zeit haben wir uns mit den drei Gegentoren alles kaputtgemacht“, schimpfte Keeper Tim Wiese.

Bei Werder wurden unweigerlich Erinnerungen an das böse 1:5 vor einigen Wochen im Test beim FC Fulham wach, wo es nach starkem Start noch eine Tracht Prügel gesetzt hatte. Nach 45 Minuten schlichen die Bremer gestern in die Kabine, die Fassungslosigkeit – nach dem Motto: „Was ist denn hier gerade passiert?“ – war jedem einzelnen deutlich anzusehen. Die Hoffenheimer hingegen feierten schon. Das Fehlen von Spielmacher Eduardo, den es vermutlich zu Rubin Kasan nach Russland verschlägt, war ihnen nicht anzumerken.

Nach der Pause nahmen die Gastgeber – wer will es ihnen bei dieser Führung und drückenden 30 Grad übel nehmen? – merklich den Fuß vom Gaspedal. Aber selbst das konnten die sehr müde wirkenden Bremer an diesem verkorksten Nachmittag nicht nutzen. Die eingewechselten Offensivkräfte Marko Arnautovic (24./für Almeida), Marko Marin (46./für den schwachen Aaron Hunt) und Sandro Wagner (73./für Tim Borowski) waren ähnlich ungefährlich wie Claudio Pizarro. Der Peruaner hatte eigentlich sein 134. Bundesligator und damit den alleinigen Rekord für einen ausländischen Spieler anvisiert, ging aber ebenfalls mit unter.

Was bleibt, ist die Hoffnung auf schnelle Besserung. Dazu beitragen soll auch Wesley. Der Deal mit dem 23-jährigen Brasilianer, der für die festgeschriebene Ablösesumme von 7,5 Millionen Euro vom FC Santos kommt, ist fix. Nicht sicher ist jedoch, wann der Mittelfeldspieler genau kommt. „So schnell wie möglich“, meinte Allofs gestern– heute aber „wohl noch nicht“. Daher wird sich der Werder-Tross morgen wahrscheinlich ohne Wesley auf den Weg nach Genau machen.

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