Die Bremer „Gauner“lösen ihr Versprechen ein

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Bremens Eljero Elia gegen Stuttgarts Arthur Boka.

Stuttgart - Einen kleinen Seitenhieb in Richtung der Kritiker und Schwarzmaler konnte sich Robin Dutt nicht verkneifen. „Es gab genügend Leute, die uns ganz woanders erwartet haben“, sagte Werders Trainer nach dem 1:1 (1:1) beim VfB Stuttgart und meinte damit die Tiefen des Tabellenkellers.

Doch nach acht Spielen, einem knappen Viertel der Bundesliga-Saison, sind die Bremer mit elf Punkten Neunter – und der Coach ist hörbar zufrieden: „Wir haben uns den Ruf erarbeitet, dass man uns nicht im Vorbeigehen schlagen kann.“

„Wir stehen da, wo wir uns nicht unwohl fühlen“, urteilte Sportchef Thomas Eichin. In Stuttgart blieb Werder zum dritten Mal hintereinander ungeschlagen (ein Sieg, zwei Remis) – trotz eines ganz frühen Rückschlags. In der fünften Minute kassierten die Gäste ihr erstes Saison-Gegentor nach einem Standard. Ecke Alexandru Maxim, Kopfballverlängerung Daniel Schwaab, Volleytreffer Martin Harnik. Für Maxim war’s bereits die fünfte Torvorlage mit einem ruhenden Ball – Ligaspitze. „Das hat uns natürlich gar nicht gepasst“, grummelte Eichin, „aber Kompliment, wie die Mannschaft zurückgekommen ist“. Die Bremer schüttelten sich ein Mal kurz durch, wurden stärker und glichen durch Nils Petersen verdient aus (37.).

In der zweiten Halbzeit konnte sich Werder dann kaum noch befreien, hatte keine einzige gute Torchance mehr. Das Kombinationsspiel kam total zum Erliegen. Bester Beweis: Keeper Sebastian Mielitz hatte 40 Ballkontakte und damit die fünftmeisten aller (!) Bremer. Und er lag nur knapp hinter Santiago Garcia (48), der in dieser Kategorie Werders extrem niedrigen Topwert lieferte. Zum Vergleich: Stuttgarts Schwaab war 96 Mal am Ball. Dutt dürften diese Statistiken kaum überraschen, denn er monierte: „Wir haben nach der Pause für zu wenig Entlastung gesorgt.“

Stuttgart drückte gewaltig, hatte insgesamt 13 Ecken (Werder nur eine) und stellte damit den Saisonrekord des FC Bayern ein. Doch das Bremer Bollwerk hielt. „So viele Standards für Stuttgart sind normalerweise tödlich. Wie der Maxim die Ecken reinhaut, ist schon Wahnsinn. Ich bin sehr froh, dass wir im Zentrum so gut standen“, sagte Eichin. Ein Extralob für die beiden Innenverteidiger Sebastian Prödl und Luca Caldirola, die am Boden und vor allem in der Luft fast alles wegräumten. Und für Torwart Mielitz, der laut Eichin „sehr stark und sehr stabil“ war. Aber auch alle anderen Bremer verteidigten enorm fleißig. „Wir haben jeden Grashalm umgepflügt, uns leidenschaftlich in die Schüsse geworfen und den Fans gezeigt, dass wir wollen. Nur so geht es“, meinte Mielitz, der jedoch eingestand: „Am Ende hatten wir das Quäntchen Glück, dass man mal braucht.“ Fand auch Petersen, der schmunzelnd anmerkte: „Diesmal waren wir mal dran, uns einen Punkt zu ergaunern.“

Die Einzelkritik gegen Stuttgart

VfB Stuttgart - Werder Bremen - die Noten

Für Eichin war das hart erarbeitete Remis im Schwabenland ein „Big Point, der uns in Ruhe weiterarbeiten lässt“. Dutt, der bis zu seinem Wechsel nach Bremen in Stuttgart lebte, sah in seinem ganz persönlichen Heim-Auswärtsspiel einen „Mentalitätsschritt nach vorne“. Um den Kampfgeist seines Teams herauszustellen, betätigte sich der Coach mal wieder als Verbal-Botaniker: „Wir haben ein zartes Pflänzchen gepflanzt. Die Stuttgarter haben heute alles gegeben, dieses Pflänzchen rauszureißen. Das haben wir aber nicht zugelassen.“ Seine Mannschaft habe mit dem beherzten Auftritt zudem „ein Versprechen eingelöst“, verriet Dutt: „Sie hat mir versichert, um jeden Punkt zu fighten – auch, wenn es spielerisch mal nicht so läuft. Das hat sie getan, dafür hat sie sich belohnt. Und das freut mich sehr.“

Bilder zum Spiel

VfB Stuttgart - Werder Bremen 1:1

Bis zum nächsten Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg am 19. Oktober (15.30 Uhr) sind es nun knapp zwei Wochen. Zeit, in der einige der neun Verletzten wieder herangeführt werden sollen. „Die Pause kommt uns ganz gelegen“, sagte Dutt. Auch, um mal ein bisschen durchzuschnaufen. „Die Jungs sind an der Kante. In den nächsten Tagen wird die Regeneration im Vordergrund stehen.“ n mr

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