„Müssen konkurrenzfähig bleiben“

Werder erhöht Dauerkartenpreise

BREMEN (flü) · Werder Bremen ist Tabellenletzter in der Fußball-Bundesliga. Zum Glück nicht sportlich, sondern nur was im Vergleich zu den anderen Clubs die teuerste Dauerkarte im Sitzplatzbereich betrifft. Das ist schön, sagt sich der Fan. Das ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr leistbar, sagt der Club. Und daher wird Werder ab der kommenden Saison die Preise für die Dauerkarten erhöhen.

Klaus Filbry

Wer demnächst wie viel mehr zahlen muss, ist den beiden Grafiken rechts zu entnehmen. Am heftigsten von der Erhöhung betroffen sind die Fans, die in den Reihen 10 bis 29 Süd Mitte Unterrang sitzen. Haben sie bislang 400 Euro für ihr Saisonticket bezahlt, müssen sie ab der neuen Spielzeit 600 Euro berappen. Eine satte Erhöhung um 50 Prozent. Dies sei der Neustrukturierung der einzelnen Kategorien, angepasst an internationalen Standard, geschuldet, erklärte Geschäftsführer Klaus Filbry: „Der freie Blick von Strafraum zu Strafraum ist ist nun einmal das Filetstück.“ Die Dauerkartenpreise für die Stehplätze in der Ostkurve werden dagegen nur leicht angehoben. Von jetzt 150 auf 170 Euro. Was bei 17 Bundesligaheimspielen etwas mehr als ein Euro pro Partie ausmacht. „Für unsere eingefleischten Fans wollten wir eine moderate Erhöhung“, sagte Filbry.

Die Preis für VIP-Logen werden in der kommenden Saison nicht nachgestuft, weil das bereits in den vergangenen drei Jahren geschehen ist. Im Platinbereich von eingangs 2 250 Euro auf jetzt maximal 4 750 Euro. Insgesamt erhofft sich Werder durch die Preiserhöhung eine Mehreinnahme von rund zwei Millionen Euro im Jahr. In der vergangenen Saison haben die Bremer durch das Bundesliga-Ticketing 13,3 Millionen Euro eingenommen.

Filbry versprach, dass die Dauerkartenpreise nach der Erhöhung zur neuen Saison dann mindestens in den kommenden drei Jahren stabil bleiben.

Dass Werder mit der Preiserhöhung eine unpopuläre Entscheidung getroffen hat, ist der Geschäftsführung bewusst. „So etwas tut zunächst immer weh. Es gibt aber keine andere Lösung, wenn wir konkurrenzfähig bleiben wollen“, sagte Werder-Boss Klaus Allofs und warb bei den Fans um Verständnis: „Wir durften uns diesem Thema nicht verschließen, wenn wir unseren sportlichen Erfolg sichern wollen. Wir brauchen Einnahmequellen.“ Geschäftsführer Klaus Filbry ergänzte: „Wir wurden von den anderen Clubs schon wegen unserer niedrigen Dauerkartenpreise belächelt.“

In der Preistabelle wirkt sich die Erhöhung allerdings nicht nachhaltig aus. Werder springt vom letzten auf den zehnten Platz in der Liga – die angekündigten Preiserhöhungen anderer Clubs noch nicht mal mit eingerechnet.

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