Werder entlässt den Trainer, über den Sportchef wird aber nicht diskutiert

Eichin hat noch Kredit

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Durchpusten nach der Entlassung von Robin Dutt. Sportchef Thomas Eichin (Bild) gerät vereinsintern aber noch nicht in die Kritik. Foto dpa

Bremen - Von Carsten Sander. Es geschah heimlich, in aller Stille. Gestern Vormittag kam die Mannschaft von Werder Bremen im Weserstadion zusammen, um Ex-Trainer Robin Dutt die Chance zu geben, sich anständig verabschieden zu können. „Wir haben“, sagte Sportchef Thomas Eichin hinterher, „alles gut über die Bühne gebracht.“ Und führte weiter aus, dass man sich auch nach der am Samstag beschlossenen und vollzogenen Trennung „noch in die Augen schauen kann“.

Nach nur 16 Monaten auf dem Bremer Trainerstuhl wurde Dutt entlassen. Wenig verwunderlich bei der bekannten Misserfolgsserie, die Werder ans Ende der Bundesliga-Tabelle gebracht hat. Eichin erklärte, dass nach dem 0:1 gegen den 1. FC Köln am Freitagabend bei allen Verantwortungsträgern im Verein die Entscheidung gereift sei, „einen neuen Impuls setzen zu müssen“. Das sei der Hauptgrund für die Entlassung von Dutt und dessen Assistenten Damir Buric und Marco Langner gewesen. Dutt habe die Mannschaft „hervorragend gecoacht, alles aus sich herausgeholt“, man könne ihm „keinen Vorwurf machen“, meinte Eichin: „Aber die Ergebnisse haben gefehlt.“

Mit jedem nicht gewonnenen Spiel sei auch im Aufsichtsrat „nach und nach die Überzeugung verloren gegangen“, dass Robin Dutt noch der Richtige ist, meinte Marco Bode, der neue Vorsitzende des Gremiums.

Robin Dutt ist also Geschichte bei Werder, Thomas Eichin bleibt dagegen an den Hebeln der Macht. Über den 48-Jährigen sei im Aufsichtsrat nicht gesprochen worden, erklärte Bode: „Er war kein Thema.“ Dabei ließe sich der Geschäftsführer Sport beinahe im gleichen Maße für die sportliche Schieflage der Mannschaft verantwortlich machen wie der Trainer. Schließlich sind es Eichins Einkäufe, die Werder bisher nicht weitergebracht haben. Doch Bode wehrt Kritik an dem Sportchef ab. „Ich werde nicht zulassen, dass wir den Trainer entlassen und gleich das nächste Fass aufmachen. Es gab im Aufsichtsrat keine Diskussion über Thomas Eichin.“ Der Geschäftsführer habe durch das Scheitern des von ihm (und seinen Geschäftsführerkollegen) verpflichteten Dutt auch „keinen Schaden“ genommen.

Aber Marco Bode schickte auch eine Warnung an Thomas Eichin. „Wir müssen auf dem Transfermarkt wieder besser werden“, forderte der Ex-Nationalspieler. Fehlgriffe „können sehr teuer und schmerzvoll sein“.

Die Botschaft ist eindeutig – Eichin mag sie aber nicht allein auf sich beziehen. „Das ist hier ja keine One-Man-Show von mir. Alle Entscheidungen wurden nach Absprache mit dem Trainer getroffen“, wehrte er sich. Dabei wollte er sich eigentlich „nicht rechtfertigen“ – und tat es dann doch. Indem er aufzählte, wen er geholt hat und wer davon bei Werder eine Rolle spielt. Sein Fazit: „Alle bis auf Ludovic Obraniak spielen immer wieder. Bei uns sitzen nicht vier Neuzugänge auf der Tribüne.“

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Dennoch: Werder steht am Tabellenende, und Eichin ist klar: „Wenn du Letzter bist, fehlen dir immer die Argumente.“ Zudem schwindet offenbar das Vertrauen der Vorgesetzten. Man kann Marco Bode jedenfalls so verstehen, dass er künftig seine Funktion als Kontrolleur mit sportlicher Kompetenz besonders gründlich ausüben wird, wenn er erklärt, dass alle bei Transfers im Winter, „ganz genau hinschauen“ müssen.

csa

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