Werder-Coach staunt nicht über Leverkusen, sondern über sein eigenes Team

Dutt ist überzeugt: „Wir finden die Schwachstellen“

+
Rumpelstilzchen? Nein, Robin Dutt. Der Werder-Trainer setzt heute nicht auf seine eigene Bewegungsdynamik, sondern auf die seiner Spieler.

Bremen - Die Liga staunt über den neuen Power-Fußball von Bayer Leverkusen – nur einer nicht: Robin Dutt. Statt zu bewundern, sucht er das Leverkusener System nach Schwächen ab. „Wenn es welche gibt, haben wir die Stärke, sie zu finden“, verspricht der Coach von Werder Bremen und rechnet sich heute Abend (20.30 Uhr, BayArena) echte Chancen gegen den Top-Starter der Bundesliga aus.

Zwei Partien, zwei Siege – Leverkusen hat sich als einziges Team mit weißer Weste erstmal an die Spitze der Tabelle gesetzt. Doch dem misst Dutt keine Bedeutung bei. „Nach nur zwei Spieltagen kann noch keiner sagen, wo er steht. Und kein Team ist jetzt schon so stabil, dass es keine Schwachpunkte hätte.“

Wenn, dann liegen die von Bayer Leverkusen gewiss nicht in der Offensive. Im Spiel nach vorne tritt die Werkself mit Wucht auf, setzt jeden Gegner gewaltig unter Druck. Wie Werder sich wehren will? Mal sehen, meint Dutt und redet lieber die eigene Mannschaft stark statt den Gegner. Auf keinen Fall hat er vor, sich gegen seinen Ex-Club – vom 1. Juli 2011 bis 1. April 2012 saß Dutt auf der Bayer-Bank – zu verstecken. „Unsere Brust ist breit genug, um dort weiterzumachen, wo wir gegen Hoffenheim aufgehört haben.“ Soll wohl heißen: Werder will in Leverkusen selbst das Spiel bestimmen.

Ein ambitioniertes Ziel. Doch Robin Dutt glaubt fest an die eigenen Qualitäten, die Werder bislang allerdings nur zu zwei Unentschieden verholfen haben. „Ich habe Vertrauen in unsere Jungs. Sie sind schnell, haben eine gute Bewegungsdynamik auf dem Platz. Sie sind topfit. Und sie spielen einen guten Ball. Wir sind zufrieden damit“, sagt der 49-Jährige.

Dass die Zutaten reichen, um der Mannschaft der Stunde ein Bein zu stellen, daran hat der Optimist aus Überzeugung keinen Zweifel. Die Argumente der Gegenwart garniert Dutt noch mit einem aus der Vergangenheit und erinnert an den 21. Dezember 2013. Damals kam Leverkusen am Ende der bis dahin besten Halbserie der Club-Geschichte nach Bremen und verlor trotz großer Überlegenheit mit 0:1. Wiederholung erwünscht? Natürlich! Aber nicht auf die Art von einst. Dutt: „Wir haben ja fast ausschließlich hinten drin gestanden.“ Das Werder Bremen im Spätsommer 2014 hat höhere Ansprüche an sich selbst, will nicht nur verteidigen, will mitspielen, will selbstbewusst sein. „Wir haben einen größeren Glauben an uns als noch vor einem halben Jahr“, betont Robin Dutt und blickt zurück auf die Monate seit jenem 1:0 im Dezember, das ihn beinahe Tränen der Erleichterung vergießen ließ. „Wir haben uns entwickelt. Nicht linear, es gab Ausschläge nach unten. Aber auch immer mehr nach oben.“

Welches Extrem Werder heute findet oder ob es ein Spiel im Mittelmaß der eigenen Fähigkeiten bleibt, muss sich zeigen. Robin Dutt hat eine Entscheidung aber schon vorher gefällt. Seiner Truppe gibt er am Montag und Dienstag frei: „Und dabei bleibt es auch. Egal, was in Leverkusen passiert.“

csa

Mehr zum Thema:

So ergreifend war das erste Spiel von Chapecoense nach dem Flugzeug-Absturz

So ergreifend war das erste Spiel von Chapecoense nach dem Flugzeug-Absturz

Weltweit protestieren Millionen gegen Trump

Weltweit protestieren Millionen gegen Trump

Bilder der Anti-Trump-Demos: Proteste von Millionen und zahlreichen Promis

Bilder der Anti-Trump-Demos: Proteste von Millionen und zahlreichen Promis

Bilder: So feierten die Promis auf dem Filmball

Bilder: So feierten die Promis auf dem Filmball

Meistgelesene Artikel

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Rot für Drobny und andere Dummheiten

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

Werder verliert gegen Dortmund: Viel Moral, null Ertrag

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

BVB mit Personalproblemen gegen Werder

Fritz: "Müssen uns über die Niederlage ärgern"

Fritz: "Müssen uns über die Niederlage ärgern"

Kommentare