Werder-Coach Skripnik wundert sich über „gefährliche Worte“ beim HSV

„Es ist nur ein Spiel, kein Krieg, keine Schlägerei“

So unterschiedlich können Trainer sein: Werder-Coach Viktor Skripnik (links) verfolgt ruhig das Spiel seiner Mannschaft, HSV-Kollege Joe Zinnbauer gibt dagegen Vollgas. n Fotos: nph, imago

Bremen - Beim Hamburger SV gibt es fast nur noch ein Thema: das Nordderby gegen den SV Werder. Dabei steigt der Klassiker erst in neun Tagen. Und deshalb kann Viktor Skripnik die frühe Aufregung nicht so recht verstehen. Der 44-Jährige will sich mit dem ersten Nordderby als Werder-Coach eigentlich erst ab Montag beschäftigen, doch das Vorpreschen des HSV mag er nicht unkommentiert lassen.

„Beim HSV wird schon ganz schön gepusht“, hat Skripnik festgestellt. So war Trainerkollege Joe Zinnbauer schon zu Wochenbeginn auf der Homepage des Bundesliga-Dinos mit den Worten zitiert worden: „Ab Mittwoch werden elf Männer gesucht, die elf Tage später das Spiel gegen Werder mit aller Macht gewinnen wollen. Und diese Männer werden wir finden!“ Und in Erinnerung an den 1:0-Heimsieg über Bayer Leverkusen vor zwei Wochen meinte Zinnbauer: „Unsere Arena muss wieder eine Festung werden, der Rasen muss brennen!“

Skripnik freut sich darauf – und dreht den Spieß genüsslich um: „Klar, die Kulisse kann ein Riesenvorteil sein, sie kann aber auch schnell ein Nachteil sein. Wenn mal was misslingt, die Fans ungeduldig werden und dann vielleicht pfeifen. Das ist gefährlich – gerade für junge Spieler.“ Genauso wie die aus seiner Sicht viel zu deutliche Forderung eines Sieges: „Ich habe ganz gefährliche Worte gelesen. Da wird alles auf drei Punkte geschmissen. Aber was passiert, wenn du sie nicht kriegst? Was sagst du dann? Deswegen bin ich ruhig.“

Aber nicht minder ehrgeizig. Natürlich will auch Skripnik den Derbysieg. „Wir werden alles dafür tun – mit vollem Herzen“, verspricht der Ex-Profi, mahnt aber zugleich zur Besonnenheit – auf und neben dem Feld: „Es ist nur ein Spiel, kein Krieg, keine Schlägerei.“ Zumal die Saison noch sehr lang sei, der Abstiegskampf für beide Clubs so oder so weitergehe. „Danach kommen doch noch 22 Spiele“, erinnert Skripnik: „Deshalb leben wir nicht nur für diese eine Partie.“

So gönnt Skripnik seinen Spieler sogar ein freies Wochenende. Erst am Montag startet die Vorbereitung auf das Nordderby – dann allerdings ohne freien Tag bis Sonntag. Dass sein letzter Vergleich mit dem HSV und Zinnbauer vor einigen Wochen mit 2:4 verloren gegangen ist, spielt für Skripnik keine Rolle: „Das waren andere Mannschaften, das war eine andere Liga. Das ist nur etwas für die Medien.“ Inzwischen sind die beiden U23-Trainer aus der Regionalliga ins Fußball-Oberhaus aufgestiegen – und sie interpretieren ihre neuen Rollen ganz unterschiedlich: Zinnbauer versucht, den HSV heiß zu machen, Skripnik strahlt lieber Ruhe aus. Was für das Nordderby besser ist, wird sich am 23. November ab 15.30 Uhr zeigen.

kni/csa

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