Werder-Coach Skripnik sieht letzte Chance für Hannover

Das halbe Finale

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Normalerweise ist in Bremen der Fokus auf Werder-Coach Viktor Skripnik (Foto) gerichtet, doch heute werden die Blicke auch oft zum Ex-Bremer Thomas Schaaf wandern.

Bremen - Zum 50. Mal sitzt Viktor Skripnik heute in der Bundesliga auf der Werder-Bank. Doch das Jubiläum spielt vor dem kleinen Nordderby gegen Hannover 96 (15.30 Uhr) so gar keine Rolle. Denn diese Partie spuckt einfach zu viele andere gute Geschichten aus. Das Weserstadion ist zum Beispiel endlich mal wieder ausverkauft – und Werders Mediendirektor Michael Rudolph erwartet nicht weniger als „ein Fußballfest“. Doch diese Party im Abstiegskampf könnte so manchem ordentlich auf den Magen schlagen.

Favorit darauf ist der Gast. Das Schlusslicht aus Hannover. Für viele ist das Team von der Leine schon abgestiegen. „Der Gegner kämpft um seine letzte Chance“, urteilt selbst Skripnik. Mit einem Sieg könnte er ausgerechnet seinen einstigen Coach Thomas Schaaf in den Abgrund stürzen. Das ist eine dieser besonderen Geschichten. In Hannover wird sogar schon spekuliert, dass der erst im Winter verpflichtete Schaaf bei einer Niederlage schon wieder gehen müsste. Doch damit mag sich Skripnik nicht beschäftigen: „Mein Beileid an alle Trainer, die unten stehen, aber so ist der Sport.“ Mitleid gebe es nun mal nicht. „Thomas hat sich damals doch auch gefreut, als er uns mit Frankfurt 5:2 weggeputzt hat“, erinnert Skripnik an die vergangene Saison, als Schaaf die Eintracht trainierte.

Nun ist er in Hannover – und kommt zum zweiten Mal als Gegner ins Weserstadion. „Für ihn ist es sicher etwas Besonderes, weil Werder sein Verein ist. Für mich ist es nichts Besonderes mehr“, hakt Skripnik dieses Thema fast ab. Denn eines ist ihm noch wichtig zu sagen: „Man freut sich immer, einen guten Freund zu sehen.“

Doch diese Freundschaft ist heute nicht wichtig. Der Werder-Coach macht mehr als deutlich, worum es geht: „Für die eine Mannschaft ist es ein Finale, für die andere extrem wichtig.“ Und zwar für Werder. Mit dem 4:1-Sieg in Leverkusen und dem Sprung auf Platz 15 hat Skripnik zwar das vermeintliche Endspiel um seinen Job heute verhindert, aber ohne Heimsieg gegen das Schlusslicht startet die Trainerdiskussion von neuem. Der Ukrainer muss heute beweisen, dass er nicht nur auswärts bei Favoriten gewinnen kann, sondern endlich auch daheim gegen direkte Konkurrenten. Er spricht selbst von einer „Pflicht, den Fans einen Heimsieg zu schenken“. Die warten darauf nämlich schon seit Ende August (2:1 gegen Mönchengladbach).

Inzwischen ist es ein echter Heimfluch. Vor einer Woche gegen Darmstadt schlotterten den Gastgebern in der ersten Stunde sichtlich die Knie. Doch Skripnik lehnt es ab, etwas in den Abläufen vor dem Spiel zu ändern oder aufgrund der eigenen Auswärtsstärke in die Gästekabine zu wechseln: „Das wäre das falsche Zeichen. Wir müssen von uns überzeugt sein und an uns glauben.“

Allerdings: In Sachen Aufstellung sieht es eher nach einem Auswärtsspiel aus. Skripnik wird wohl am erfolgreichen 4:1:4:1-System von Leverkusen festhalten und auch kein Personal tauschen. Doch die Ausrichtung sollte schon etwas offensiver sein. Denn wie am Mittwoch nur auf Konter zu lauern, das wird gegen Hannover nicht funktionieren.

„Es wird ein ähnliches Spiel wie gegen Darmstadt: Hauen, stechen, kratzen – da wird alles abverlangt. Das müssen wir annehmen. Wir müssen aber auch fußballerische Akzente setzen. Nur mit langen Bällen, Kampf und Leidenschaft werden wir das Spiel nicht gewinnen“, prophezeit Fin Bartels. Gegen Darmstadt stand am Ende ein enttäuschendes 2:2 auf der Anzeigetafel. Ein Ergebnis, das heute keiner braucht und bei allen Partygästen sehr große Bauchschmerzen verursachen würde.

kni

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