Werder-Coach Skripnik blickt nach unten und kündigt Korrekturen an

Nur ein Rückschlag oder droht jetzt der Absturz?

+
Viktor Skripnik schmeckt die Situation gar nicht, aber der Werder-Coach hatte auch nicht geglaubt, dass der Abstiegskampf ein Spaziergang wird.

Bremen - Was waren das für schöne Wochen. Ging es um Werder, wurde nicht mehr über Abstiegskampf gesprochen, sondern von der Europa League und dem Pokalfinale in Berlin geträumt. Letzteres entpuppte sich am Mittwoch als Albtraum. Werder ist raus. Bei einem Drittligisten. Eine Blamage! Doch steckt hinter dieser 1:3-Pleite bei Arminia Bielefeld noch mehr? War es nur ein Rückschlag oder droht nach dem Höhenflug jetzt der Absturz?

Viktor Skripnik kann das vor dem Bundesliga-Spiel morgen beim SC Freiburg (15.30 Uhr) nicht ausschließen, dazu ist der Werder-Coach zu realistisch und zu ehrlich. „Angenommen wir verlieren in Freiburg, dann kommen die Bayern… Und wenn dann die anderen gewinnen, heißt es für uns: Herzlich willkommen zurück, wo wir nicht mehr hinwollten.“ Der 45-Jährige will jetzt nicht schwarz malen und schon gar keine Ängste schüren. Schließlich ist er ein positiver Mensch, der sein Team stets stark redet. Skripnik will aber verdeutlichen, dass der Patient Werder längst noch nicht geheilt ist: „Ich habe immer gesagt, dass der März entscheidend sein wird.“

Der Monat begann dabei noch so vielversprechend mit einer tollen ersten Halbzeit gegen den VfL Wolfsburg. Dann kam der Bruch. Aus einem 3:2 wurde ein 3:5 – und drei Tage später aus einem vermeintlich guten Pokallos Arminia Bielefeld ein unüberwindbare Hürde. „Ich bin traurig“, sagt Skripnik. Er habe es nicht in die Köpfe der Spieler bekommen, dass auch gegen einen Drittligisten kein Prozent Einsatzwille fehlen darf. Er werde das analysieren und korrigieren – auch personell. Wobei das gar nicht so einfach ist. Skripnik nennt die vielen Ausfälle: Alejandro Galvez, Assani Lukimya, Melvyn Lorenzen, Levent Aycicek und Philipp Bargfrede, der sich immerhin gerade zurückgemeldet hat. Es fehlen also die Alternativen. Und selbst wenn sie da sind, hilft das auch nicht immer – wie Skripnik am Beispiel Linksverteidiger beschreibt. Santiago Garcia habe auf der Alm einen „schwarzen Tag“ erwischt. Schon kurz nach der Pause musste der Argentinier stark Gelb-rot-gefährdet ausgewechselt werden. „Dann kommt ein Neuer, und der macht es auch nicht besser“, klagt Skripnik und meint damit Janek Sternberg.

Ja, ja diese Werder-Abwehr. „Wir haben schon wieder drei Tore kassiert, das ärgert mich“, stöhnt Skripnik und fügt fast schon etwas hilflos an: „Egal, welcher Torwart spielt.“ In Bielefeld hatte erstmals Koen Casteels zwischen den Werder-Pfosten gestanden, in Freiburg wird es aber wieder Raphael Wolf sein (siehe Bericht unten).

Es ist bei Werder eben auch eine Qualitätsfrage. Doch Skripnik will nicht alles schlecht reden – schon gar nicht seine Mannschaft. Denn vor dem März gab es schließlich diese Mega-Wochen. „Wir haben 30 Punkte, die halbe Liga hat weniger Punkte“, hebt der Coach hervor: „Unser Ziel ist nach wie vor nicht abzusteigen – fertig!“

Der nächsten Aufgabe in Freiburg kommt dabei durchaus eine besondere Bedeutung zu. Werder hat acht Zähler Vorsprung auf den Tabellenvorletzten. Sportchef Thomas Eichin fordert, den Abstand zu halten und rechnet sogleich vor: „Wenn wir verlieren, sind es nur noch fünf Punkte, wenn wir gewinnen elf. Es ist nur ein Bundesliga-Spiel, aber was daraus entstehen kann, ist schon dramatisch.“ Dann kommen die Bayern, danach geht es nach Köln zur letzten Partie im März.

„Ich mache mir keine Sorgen, wenn jeder das abruft, was er kann“, behauptet Kapitän Clemens Fritz, sagt aber auch: „Ich mache mir Sorgen, wenn wir nicht an unsere Grenzen gehen.“ Denn dann könnte es nicht nur ein unangenehmer Monat werden.

kni

Mehr zum Thema:

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Wie werde ich Kirchenmaler/in?

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

Proklamation beim Schützenfest in Aschen

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

40 Jahre Städtepartnerschaft Bonnétable und Twistringen gefeiert

BVB feiert Ende des Finalfluchs

BVB feiert Ende des Finalfluchs

Meistgelesene Artikel

Auch Zieler ein Kandidat für das Werder-Tor

Auch Zieler ein Kandidat für das Werder-Tor

Pizarro nach Mexiko?

Pizarro nach Mexiko?

Noch keine konkrete Anfrage für Kleinheisler

Noch keine konkrete Anfrage für Kleinheisler

Wegen Caldirola – keine Chance für Ü 22-Kicker

Wegen Caldirola – keine Chance für Ü 22-Kicker

Kommentare