Keine Einsatzgarantie mehr

Casteels heute für Wolf? Skripnik lässt es offen

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Ablösung? Raphael Wolf (links) könnte heute seinen Platz im Werder-Tor an Koen Casteels verlieren.

Bremen - Werder-Coach Viktor Skripnik wirkte plötzlich ziemlich nervös, strich sich mit der Hand durchs Haar, zupfte an seiner Trainingsjacke. Die Pressekonferenz vor dem heutigen DFB-Pokal-Achtelfinale beim Drittligisten Arminia Bielefeld (19 Uhr/Sky) war beim Thema Torwart angekommen.

„Das nervt mich“, sagte Skripnik. Er selbst hätte das Frage-Antwort-Spiel mit den Journalisten allerdings sofort beenden können – mit einer klaren Aussage. So wie er es in der Vergangenheit getan hatte. Doch diesmal verzichtete der Coach auf deutliche Rückendeckung für seine Nummer eins – und stellte damit quasi selbst die Torwartfrage: Hütet erstmals Koen Casteels für Raphael Wolf das Werder-Tor?

Die Antwort gibt Skripnik erst heute. Angeblich will er sich sogar erst im Laufe des Tages entscheiden: „Um 19 Uhr kann jeder sehen, wer bei uns im Tor steht.“ Das habe auch damit zu tun, die Spannung bei allen Spielern hochzuhalten. Würde er sich öffentlich schon am Tag vor der Partie festlegen, müsste die Hälfte der Mannschaft nicht mehr trainieren, weil sie keine Einsatzchance sehe. Nachvollziehbar, aber die Sache hat einen Haken. Die Torwartposition ist eine besondere – und Skripnik selbst hat Wolf nach dessen Patzern in der Vergangenheit stets für die nächste Partie eine Einsatzgarantie gegeben. Zum Beispiel nach dem 1:1 auf Schalke.

Auch am Sonntag nach dem 3:5 gegen Wolfsburg, bei dem Wolf erneut in die Diskussion geraten war, verbat sich der Chefcoach jegliche Kritik am Keeper. Er sei mit ihm genauso zufrieden gewesen wie mit den anderen Spielern. Sportchef Thomas Eichin stellte zeitgleich klar: „Ich lasse keine Torhüter-Diskussion zu.“

Doch ausgerechnet sein Trainer fuhr ihm gestern in die Parade, machte das Thema erst selbst wieder zum Thema. Dabei war er nur danach gefragt worden, wie sich Wolf und Casteels im Training machen, wo der Unterschied zwischen den beiden liegt. Skripnik verwies zunächst auf seinen Torwartrainer Christian Vander. Dann berichtete er, dass man mit beiden im Training zufrieden sei – wie übrigens auch mit der Nummer drei Michael Zetterer. Eine Veränderung habe er dabei in den vergangenen Tagen nicht festgestellt. „Wir trainieren genauso wie früher. Ich sehe da kein Loch oder einen Einbruch oder sowas“, sagte Skripnik und meinte damit wohl Wolf. Es klang durchaus nach Unterstützung. Genauso wie diese Aussage: „Ich habe schon nach dem Wolfsburg-Spiel gesagt, dass ich keine Gedanken habe, darüber zu diskutieren.“ Doch Skripnik betonte gestern eben auch: „Eine Person öffentlich zu kritisieren, das ist nicht meine Art, das mache ich nicht.“ Es folgte sogleich der Hinweis, dass jeder die Entscheidung bei Anpfiff sehen werde.

Abschlusstraining vor Pokalspiel in Bielefeld

Das sprach eher für Casteels. Aber wagt Skripnik das wirklich? Wolf wäre damit verbrannt. Und natürlich stellt sich auch die Frage: Wie gut ist Casteels drauf? Sein letztes Bundesliga-Spiel liegt elf Monate zurück. Sein letztes Pflichtspiel hat der 22-Jährige am 6. Dezember bestritten – in der Regionalliga Südwest. Damals noch im Trikot von 1899 Hoffenheim, allerdings im Dienste der zweiten Mannschaft. Bei den Kraichgauern stand Casteels auf dem Abstellgleis, wurde deshalb im Winter an den VfL Wolfsburg verkauft. Die Niedersachsen liehen den Keeper umgehend bis Saisonende an Werder aus. Die Bremer wollten sich im Abstiegskampf für den Notfall mit einem Bundesliga-erfahrenen Keeper absichern. Casteels hat immerhin 39 Einsätze im Fußball-Oberhaus absolviert. Der vier Jahre ältere Wolf hat nur vier Partien mehr gemacht. Und zuletzt nicht überzeugt. Gegen Wolfsburg wirkte er zunehmend verunsichert – genauso wie gestern auch sein Coach Viktor Skripnik.

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