Bremer Coach hält eine Überraschung in München für „nicht unmöglich“

Werder wie die Iren?Dutt will’s probieren

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Mal abwarten: Trainer Robin Dutt hält eine Überraschung in München für "nicht unmöglich".

Bremen - Im Hagelsturm der Schlagzeilen brauchte Robin Dutt in den vergangenen Tagen nicht mal einen Regenschirm. Es ging schließlich nicht um ihn, den in die Kritik geratenen Trainer des SV Werder Bremen. Nein, es ging um das Geld der Zukunft, um Schulden, die jetzt gemacht werden können, um den Wechsel an der Spitze des Aufsichtsrates.

All das hat Robin Dutt in den vergangenen Tagen geholfen, trotz aufkommender Trainerdiskussion ruhig arbeiten zu können. Morgen müssen Coach und Team zeigen, was es gebracht hat.

Um 15.30 Uhr tritt Bundesliga-Schlusslicht Werder bei Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München an. Dann gibt es keine Ablenkung mehr vom Wesentlichen, „dann wird uns eine neue Personalie im Aufsichtsrat nicht helfen, dann müssen wir uns selber helfen“, sagt Dutt.

Aufmerksam, aber mit der Distanz eines Trainers, hat er den Machtwechsel im Aufsichtsrat verfolgt. Er freue sich auf den neuen Vorsitzenden Marco Bode und auf gute Gespräche: „Wir haben uns bislang schon oft und sehr konstruktiv über Fußball unterhalten – und in seiner neuen Funktion werden wir wohl noch häufiger die Gelegenheit dazu haben.“

Möglicherweise steht schon am Sonntag ein Krisengespräch an. Schließlich ist zu befürchten, dass Werder mit einem negativen München-Erlebnis nach Bremen zurückkehren wird. Allein die beiden Ergebnisse gegen die Bayern unter Dutts Regie machen schon Angst. 0:7 und 2:5 hieß es in der vergangenen Saison. Gibt es jetzt im Duell bester Angriff (Bayern/15 Tore) gegen schlechteste Abwehr (Werder/16 Gegentreffer) die nächste Klatsche für die Bremer? Auszuschließen ist es nicht. Wenngleich Dutt (als Trainer an der Isar noch ohne Punkt) Mut macht: „Wir werden aufopferungsvoll in den Kampf gehen. Wir haben nichts zu verlieren. Aber wir haben auch noch nicht verloren.“

Allerdings lag noch nie ein so großer Abstand zwischen den beiden Rivalen. Werder ist ganz unten angekommen, Bayern – wie fast immer – ganz oben. Dutt ist deshalb klar, dass morgen sehr viel zusammenkommen muss, damit sein Team einen unrühmlichen Rekord in der Club-Historie verhindern kann. Noch nie waren die Bremer nach dem achten Spieltag einer Saison ohne Sieg – Samstag droht die Premiere.

Weil auch eine totale Bayern-Dominanz zu erwarten ist. „70 Prozent Ballbesitz für die Münchner kannst du nicht verhindern“, entschuldigt sich der Bremer Coach schon mal vorab: „Es ist normal, dass du an den eigenen Strafraum gedrängt wirst.“ Weshalb sich für Werder zwangsläufig eine Taktik ergibt, die Robin Dutt grundsätzlich nicht spielen lassen will, aber wohl spielen lassen muss: Mauern, mauern, mauern. Und zuschlagen, wenn „Bayern uns die Entscheidungsfreiheit lässt, nach vorne zu spielen.“ Also so, wie es die Iren am Dienstag beim 1:1 gegen Deutschland erfolgreich praktiziert hatten. Oder die Polen vier Tage zuvor noch erfolgreicher beim 2:0. Dutt grinst und vergleicht: „Unsere Aussichten, in München etwas zu holen, sind so wahrscheinlich, wie es wahrscheinlich war, dass Polen und Irland vier Punkte gegen den Weltmeister einfahren. Vielleicht sind wir am Samstag Polen, vielleicht Irland.“

Die „Boys in Green“ also als Blaupause für die „Boys in Grün-Weiß“? Der 49-Jährige hätte nichts dagegen. Wie die Iren „in der Körpersprache nie nachgelassen haben, auch nach dem x-ten Fehlpass nicht, wie sie immer weitergemacht haben“ – das sei beispielhaft gewesen, meint der Werder-Coach und sagt über die Bremer Chancen in München: „Es ist nicht unwahrscheinlich und nicht unmöglich, dort etwas zu holen.“ n csa

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