Bremer Bruchlandung

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Claudio Pizarro schlägt die Hände vors Gesicht.

Bremen - Von Björn Knips - Dem Höhenflug in Hamburg folgt die Bruchlandung in Bremen: Der SV Werder verlor am Samstagabend überraschend, allerdings auch etwas unglücklich das Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg mit 0:1 (0:0) und damit Rang fünf an Bayer Leverkusen (2:0-Sieg in Köln).

Und gewinnt Hannover 96 am Sonntag in Dortmund fliegen die Bremer sogar aus der Euro-Zone. Dann würde die erste Werder-Niederlage in diesem Jahr, besiegelt durch den Treffer von Alexander Esswein (65.), noch mehr schmerzen.

Die Bilder vom Spiel

Werder Bremen verliert gegen Nürnberg

Werder-Coach Thomas Schaaf hatte wie erwartet auf die Helden von Hamburg gesetzt und exakt die Startelf der Vorwoche gebracht. Doch anders als beim 3:1-Sieg im Nordderby beim HSV gelang den Bremern diesmal keine frühe Führung. Dabei begannen die Gastgeber äußerst flott, machten richtig Spaß – doch am gegnerischen Strafraum war fast immer Endstation. Werder rannte sich fest – allen voran Marko Marin, der sich viel zu oft als Dribbler denn als Spielmacher versuchte. Weil auch die anderen Mittelfeldspieler sowie Stürmer Markus Rosenberg nicht gerade durch Ballsicherheit glänzten, blieb Werder total ungefährlich.

Nürnberg fand‘s prima, traute sich mehr und mehr nach vorne und hatte prompt die bis dahin beste Chance des Spiels: Jens Hegeler verzog aus 16 Metern nur knapp (29.). Zehn Minuten später war Tomas Pekhart noch näher dran an der Führung, scheiterte jedoch aus vier Metern per Kopf an Tim Wiese. Eine Wahnsinnstat des Werder-Keepers in seinem 250. Bundesliga-Spiel und eine perfekte Bewerbung für den Platz im deutschen Tor beim Länderspiel am Mittwoch gegen Frankreich an gleicher Stätte.

Aber die Bremer haben ja nicht nur hinten einen Star, sondern auch vorne: Claudio Pizarro nahm eine Trybull-Hereingabe stark mit der Brust an und lupfte die Kugel nur Zentimeter neben das Gehäuse (43.). Das machte endlich wieder Lust auf mehr und Hoffnung auf eine bessere zweite Bremer Hälfte.

Der Ticker zum Nachlesen

Siehe da, so ging‘s gleich weiter: Marin schloss endlich mal ab, da musste sich Raphael Schäfer im Club-Kasten ganz schön strecken (47.). Und keine 60 Sekunden später traf Pizarro nach einem Durcheinander im Strafraum nur den Außenpfosten. Typisch für die Norddeutschen, schon 15 Mal in dieser Saison testeten sie das Aluminium – das ist Ligaspitze.

Fehlte dabei oftmals das Quäntchen Glück, gilt das für Marins Riesenchance ganz sicher nicht: Zehn Meter vor dem Tor, unbedrängt, perfekt frei gespielt von Pizarro, muss der Ball im Netz zappeln und darf nicht über die Latte gehen (62.).Die Strafe dafür folgte prompt: Weil sich erst die Bremer Viererkette schlecht verschob, dann Sokratis eine Hereingabe abfälschte, konnte Alexander Esswein ungehindert aus 13 Metern einschieben – 0:1 (65.).Was für ein Schock! Werder war von der Siegerstraße geflogen – und das gegen einen Tabellenzwölften. Die junge Bremer Truppe fand in einer turbulenten Schlussphase kein Mittel mehr, um die zweite Heimpleite der Saison zu verhindern. Statt wieder von der Champions League zu träumen, muss nun wieder um Europa gezittert werden. Und das im nächsten Spiel in Berlin ohne Clemens Fritz, der Kapitän hat sich die fünfte Gelbe Karte eingehandelt. WERDERS MARKO MARIN (re.) durfte gestern Abend wieder von Beginn an auf der Spielmacherposition ran.

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