Werders zwölfte Trainerentlassung:

Das waren die elf Coaches vor Dutt

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Wer hätte ihn erkannt? Werder Bremens Ex-Trainer Günther Brocker.

Bremen - Von Klaas Tucholke. Die Trennung von Robin Dutt war die zwölfte Trainerentlassung in der Bundesliga-Geschichte von Werder Bremen. Diese elf Coaches mussten vor dem 49-Jährigen gehen:

Günther Brocker (1. Juli 1965 bis 4. September 1967): Es war der Sensationsmeister der Saison 1964/65 – Werder Bremen unter dem Trainer Willy Multhaup. Doch der ging im Zuge des Triumphs. Günther Brocker übernahm und konnte in den Folgejahren nie den eigenen Ansprüchen gerecht werden. Als er die Saison 1967/68 mit drei Niederlagen begann, wurde er entlassen.

Fritz Rebell (1. Juli 1969 bis 16. März 1970): Angetreten, um den sportlich schwächelnden Verein wieder zu alter Stärke zurückzuführen. Hatte aber nach einer durchwachsenen Saison im Vorjahr mit vielen Abgängen zu kämpfen. Sieben Spieler gingen – acht wurden von Werder verpflichtet, am Ende erfolglos. Nach der 0:1-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern wurde Rebell (mit 24:30 Punkten auf Platz zwölf stehend) im März 1970 entlassen und durch Trainerneuling Hans Tilkowski ersetzt.

Robert Gebhardt (1. Juli 1970 bis 26. September 1971): In der Saison 1970/71 erreichte er mit 41:40 Toren und 33:35 Punkten den zehnten Platz. So richtig zufrieden hat das an der Weser niemanden gemacht – und so wurde kräftig eingekauft. Einige Nationalspieler kamen. Gebracht hat es – nichts. Nach schwachem Start mit 8:8-Punkten nach acht Spielen wurde Robert Gebhardt nach der 2:3-Heimpleite gegen den VfB Stuttgart als Trainer entlassen.

Herbert Burdenski (1. Juli 1975 bis 28. Februar 1976): Schaffte es nicht, auch nur eine Saison beim SVW zu überstehen. In 22 Spielen holte der Vater von Dieter Burdenski nur sieben Siege und musste schon nacht acht Monaten seinen Trainerstuhl räumen. Sohn Dieter dagegen blieb als Torwart im Kader und wurde zur Werder-Ikone.

Hans Tilkowski (1. Juli 1976 bis 19. Dezember 1977): Seine zweite Amtszeit als Trainer bei den Grün-Weißen. Nachdem er 1970 nur eingesprungen war, kam er zurück an die Weser. Nach einer Spielzeit im gesicherten Mittelfeld wurde er in der darauffolgenden Saison schon wieder gefeuert – und zwar von der Mannschaft. Drei Viertel des Kaders hatten sich in einer Abstimmung gegen Tilkowskis Verbleib als Trainer ausgesprochen. Da auch der Vorstand vorher informiert war, verließ Werders Coach geknickt den Verein.

Wolfgang Weber (1. Juli 1978 bis 29. Januar 1980): Ist bisher der einzige Trainer, der mit Werder in die zweite Liga musste. Nach der Saison 1978/79, die er auf Platz zwölf beendete, folgte die Katastrophensaison 1979/80 mit dem Abstieg in die Zweitklassigkeit. Mit elf Siegen, drei Unentschieden und 20 Niederlagen stand am Ende der vorletzte Tabellenplatz. Weber musste kurz vorm Abstieg gehen.

Aad de Mos (1. Juli 1995 bis 9. Januar 1996): Er ist – gemeinsam mit Robin Dutt – der erfolgloseste Werder-Trainer aller Zeiten. Mit drei Siegen, acht Unentschieden, sechs Niederlagen und einem Punkteschnitt von 1,00 (genau wie Dutt) war schon nach 17 Spieltagen Schluss für den Niederländer.

Trainerentlassungen bei Werder Bremen

Dixie Dörner (14. Januar 1996 bis 20. August 1997): Schaffte es immerhin, das Team vor dem Abstieg zu retten. Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner übernahm die Mannschaft von Aad de Mos und landete am Saisonende auf dem neunten Rang. Als Werder zu Beginn der Spielzeit 1997/98 nach drei sieglosen Spielen am Tabellenende stand, wurde Dörner entlassen.

Wolfgang Sidka (21. August 1997 bis 21. Oktober 1998): Im August 1997 wurde Wolfgang Sidka Cheftrainer. Er war der erste Trainer seit Otto Rehhagel, der den SV Werder im Sommer 1998 wieder in den Europacup führte. International lief es für Werder ganz gut, in der Liga dafür umso schlechter. Auf einmal stand Bremen – auch wegen großen Verletzungspechs – nach acht Spielen auf dem letzten Platz. Sidka wurde gefeuert. Zehn Tage vorher hatte er Werder noch ein großes Geschenk gemacht. Er sorgte für die Verpflichtung des bis dahin unbekannten Brasilianers Ailton.

Felix Magath (22. Oktober 1998 bis 9. Mai 1999):  Hat sich bei Werder nicht mit Ruhm bekleckert. Übernahm den Club auf Platz 18, schaffte die Wende aber nicht. Stattdessen legte er sich nach einem halben Jahr mit so ziemlich allen im Verein an – inklusive der Fans. Offiziell stieg Magath daraufhin freiwillig aus seinem Vertrag aus. Dafür übernahm der damals noch unerfahrene Ex-Werder-Profi Thomas Schaaf.

Thomas Schaaf (10. Mai 1999 bis 14. Mai 2013): 14 Jahre und vier Tage lang hat Thomas Schaaf eine sehr erfolgreiche Werder-Ära entscheidend mitgestaltet. Deutscher Meister 2004, Pokalsieger 1999, 2004 und 2009. Aber dann entwickelte sich Werder vom Titel- zum Abstiegskandidaten – unter Schaafs Regie wurde plötzlich mehr gezittert als gejubelt. Wenige Tage, nachdem Werder im Mai 2013 den Klassenerhalt gesichert hatte, trennte sich der Club von seinem einstigen Erfolgscoach – offiziell im gegenseitigen Einvernehmen. n ktu

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