Transfer-Coup auf den zweiten Blick

„Husic wird eine große Marke im deutschen Fußball“

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Bremens neuer Torhüter: Raif Husic

Bremen  - Von Michael Baltes. Mit der Verpflichtung von Torwart-Talent Raif Husic ist Werder Bremen ein echter Coup gelungen. Der 18-Jährige, der vom FC Bayern an die Weser wechselt, hat großes Potenzial. Zunächst soll er in der U23 eingesetzt werden, langfristig scheint sein Weg in die erste Mannschaft aber vorgezeichnet.

Rückblende: Noch etwas unbeholfen steht Husic in seinem Internatszimmer im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern. Sichtlich stolz erzählt der Torhüter von den ersten Trainingseinheiten mit den Münchner Profis. Drei Mal habe er schon mitmachen dürfen, richtig geil sei das gewesen. Dann zeigt er seinen Kühlschrank, der bis auf etwas Milch komplett leer ist – das scheint dem 16-Jährigen fast ein wenig unangenehm zu sein, ebenso wie die Anwesenheit der Kamera.

Das war im Sommer 2012. Es ist eine Szene aus der Dokumentarreihe „Projekt Profi – 4 Jungs auf dem Weg in die Bundesliga“, die vom Privatsender Sky ausgestrahlt wurde. Für die Doku wurden seit Februar 2012 vier U17-Nationalspieler auf ihrem Weg zum Traumberuf Fußballprofi begleitet. Einer von ihnen war Husic. Die Ausstrahlung des letzten Teils liegt mittlerweile schon ein paar Monate zurück, der Traum von Husic geht weiter. Nicht mehr bei den Bayern, sondern bei Werder Bremen. Am Mittwoch hat der mittlerweile 18-Jährige bei den Grün-Weißen einen Dreijahresvertrag unterzeichnet. „Es ist ein sehr, sehr gutes Gefühl, hier zu sein und meinen ersten Profivertrag unterschrieben zu haben. Ich freue mich riesig auf die Aufgabe bei Werder Bremen", sagt Husic.

Frank Baumann, Bremens Direktor Profifußball und Scouting, freut sich über den Neuzugang: „Raif ist ein sehr talentierter Torhüter, der bei uns die Gelegenheit haben wird, sich weiter zu entwickeln. Obwohl er noch für die U19 spielberechtigt ist, wird er zunächst vor allem in der U23 zum Einsatz kommen und regelmäßig mit der Bundesliga-Mannschaft trainieren."

Bayern besitzt Rückkaufoption 

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint, der Transfer ist ein echter Coup für Werder. Husic könnte ein Mann für die Zukunft sein, wie einst Bernd Leno oder Marc-André ter Stegen. In seinem Jahrgang zählt der 1.90 Meter große Keeper zu den besten deutschen Torhütern. In der U17 der deutschen Nationalmannschaft schaffte er es bis zur Nummer eins. Natürlich ist sein Talent auch anderen Clubs nicht verborgen geblieben. Laut Informationen der „Bild“-Zeitung waren gleich mehrere Bundesligisten hinter ihm her. Das Rennen gemacht hat Werder. Die Ablösesumme soll 100.000 Euro betragen haben. Einziger Haken für die Bremer: Die Bayern haben eine Rückkaufoption. Wollen die Münchner Husic allerdings vor Vertragsende zurück, müssen sie laut "Bild" tief in die Tasche greifen und eine Millionen-Ablöse zahlen.

Ein geschickter Schachzug des Rekordmeisters, denn auch die Verantwortlichen des FCB wissen um das Potenzial von Husic. „Seine Torwart-Qualitäten, seine Persönlichkeit, das was er auf dem Platz ausstrahlt, wie er mit der Mannschaft arbeitet - das ist hervorragend“, sagt Wolfgang Dremmler, Leiter des Münchner Jugendleistungszentrums, in der Sky-Doku. Und Dremmler geht sogar noch weiter: „Er wird sicherlich eine ganz, ganz große Marke im deutschen Fußball.“

Ob sich diese Prognose erfüllt, steht noch in den Sternen. Auf dem richtigen Weg befindet sich Husic jedenfalls. Entscheidend werden die nächsten Jahre sein. Wenn er es schafft, sich in Bremen zu etablieren, könnte ihm tatsächlich eine ähnliche Karriere wie die von Leno oder ter Stegen bevorstehen. Seine Anfänge im Fußball machte Husic dabei gar nicht im Tor. Bei seinem ersten Verein, dem TSV Zusmarshausen, wurde er zunächst im Sturm eingesetzt. "Da hat er auch einige Tore geschossen", erinnert sich sein langjähriger Trainer Peter Beise auf der Homepage des Clubs. Eines Tages habe Husic dann aber darum gebeten, sich als Torwart beweisen zu dürfen. Er durfte. Seine Karriere nahm danach schnell Fahrt auf, Husic wechselte in die Jugend des FC Augsburg, von dort zu den Bayern und nun schließlich nach Bremen.

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