Mielitz zittert, und Allofs schützt ihn

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Werder Bremens Keeper Sebastian Mielitz nach Patzern unter Druck

AUGSBURG (kni). Sebastian Mielitz hatte Glück. Nach der Blamage musste es am Freitagabend ganz schnell gehen, der Flieger in die Heimat bis um 23.30 Uhr abheben, ansonsten wäre Werders Alptraum in Augsburg weitergegangen.

Deshalb wurde aus dem Interview-Marathon ein Sprint – und Mielitz kam mit kurzen Fernseh-Interviews davon. Eines davon beim vereinseigenen Werder-TV. Die grün-weißen Kollegen fassen ihre Spieler mit Samthandschuhen an. Trotzdem war Mielitz nach den Fragen schwer gezeichnet. Die ersten echten großen Fehler machten der neuen Nummer eins sichtlich zu schaffen. Der 23-Jährige ahnte wohl, dass jetzt eine Torwart-Diskussion in Bremen beginnt.

„Er hat sich anstecken lassen“

Sein Boss Klaus Allofs wollte davon allerdings nichts hören. Der Sportchef nahm den jungen Keeper ausdrücklich in Schutz: „Sebastian hat sich anstecken lassen. Es gab keine Sicherheit in unserer Abwehrarbeit.“ Aber ist nicht genau dann ein sicherer Rückhalt gefragt? Mielitz hätte Werder im Spiel halten können, so wie er es in Freiburg getan hatte. Doch der Nachfolger von Tim Wiese patzte. Und das nicht erst beim Freistoß-Tor zum 1:3, als er vor dem Schuss von Daniel Baier spekulativ einen Schritt raus aus der Torwartecke wagte und deshalb den Ball tatenlos an sich vorbeirauschen sah. Eine aus Augsburger Sicht durchaus nette Geste, schließlich hatte Baier zuvor in 67 Bundesliga-Spielen kein einziges Tor erzielt. Auch beim 1:2 machte Mielitz eine unglückliche Figur, weil er Stephan Hain die kurze Ecke öffnete. Während Allofs sich bei der Analyse dieses Gegentreffers nicht festlegen wollte, sprach er beim dritten Tor Klartext: „Das war die Torwartecke. Sebastian hat darauf spekuliert, einen Unhaltbaren zu halten. Das darf er nicht machen.“

Die Bilder vom Spiel Augsburg - Werder Bremen

FC Augsburg gegen Werder Bremen

Das wusste inzwischen auch Mielitz, der gestand: „Das war mein Fehler, das Tor muss ich mir ankreiden.“ Seine Stimme zitterte dabei, der Blick ging nach unten in freudloser Erwartung der nächsten Frage. Doch die Clubkollegen von Werder-TV wechselten das Thema, kamen zurück zur Teamleistung und wünschten einen Blick in die Zukunft. „Wir müssen das Spiel schnell abhaken, auf andere Gedanken kommen, die Köpfe frei kriegen“, antwortete der Keeper und umriss damit auch seine Eigentherapie. Jetzt bloß nicht verrückt machen. Der kleine Vorsprung, den er gegenüber Ersatzmann Raphael Wolf über die Vorbereitung hinweg behalten hat, ist auch wegen seiner Nervosität in fast allen Spielen kleiner geworden, aber noch nicht ganz aufgebraucht. Doch Mielitz muss jetzt beweisen, dass er solche Rückschläge wegstecken und ein souveräner Rückhalt sein kann.

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Die Noten: Werder Bremen - Augsburg

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