Missglückter Bundesliga-Auftakt

Zwischen Frust und Zuversicht: Wie Werder die 1:3-Auftaktpleite gegen Düsseldorf einordnet

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Das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf war ein Kampf, den Werder Bremen und Milot Rashica am Ende nicht gewinnen konnten.

Bremen – Neuzugang Niclas Füllkrug inmitten seiner Teamkollegen beim Torjubel. Lachende Gesichter, sich abklatschende Hände – es waren durchaus stimmungsvolle Bilder, die da am frühen Samstagabend über die Bildschirme in den Katakomben des Weserstadions flimmerten. Mit Werder Bremens vorangegangenen Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf hatten sie allerdings nichts zu tun.

In der Stadionregie hatte offenbar jemand entschieden, lieber ein paar Höhepunkte aus dem Testspiel gegen SD Eibar zu zeigen, das die Bremer im Juli souverän mit 4:0 gewonnen hatten.

Vergleichbare Szenen hätte die Zusammenfassung vom Auftakt gegen Fortuna Düsseldorf auch kaum hergegeben. Mit 1:3 (0:1) hatte Werder Bremen die Partie überraschend verloren und damit wieder einmal einen herben Dämpfer am ersten Spieltag kassiert. Seit 2013 wartet der Verein inzwischen auf einen Auftaktsieg. Und dass es nun auch gegen Düsseldorf nicht geklappt hat, versetzte Spieler und Verantwortliche bei ihren Erklärungsversuchen in eine Zwickmühle.

Werder Bremen: „Große Enttäuschung“ nach unnötiger Pleite gegen Fortuna Düsseldorf

„Natürlich ist die Enttäuschung groß“, begann etwa Sportchef Frank Baumann, war direkt danach aber sichtlich bemüht darum, seinen Frust nicht allzu sehr in die Öffentlichkeit zu tragen: „So etwas kann immer mal passieren.“ Kann es, natürlich. Vor allem an einem ersten Spieltag, wenn noch keine Mannschaft so ganz genau wissen kann, wo sie eigentlich steht. Bei Werder wähnten sie sich während des Sommers allerdings schon diesen einen Schritt weiter. Das klare Ziel: Der bittere Saisonstart aus dem Vorjahr, als es im eigenen Stadion nur ein 1:1 gegen Hannover 96 gegeben hatte, sollte sich auf keinen Fall wiederholen. Genau das ist nun passiert.

Kein Wunder also, dass auch Trainer Florian Kohfeldt nach dem Abpfiff zunächst einmal bedient war. „Mit dem Ergebnis bin ich brutal unzufrieden“, sagte der 36-Jährige und stellte dann heraus, warum ihn dieses 1:3 so sehr ärgerte: „Eines unserer Saisonziele ist es, unser Spiel in Richtung clever und abgezockt zu entwickeln – beides kann ich uns heute nicht attestieren.“ Und in der Tat: Clever und abgezockt hatten sich eher die Gäste aus Düsseldorf präsentiert.

Fußballerisch war Werder dabei über weite Strecken gar kein Vorwurf zu machen. Höchstens der, dass die Mannschaft viel zu fahrlässig mit ihren Torchancen umging. Am Ende wies die Statistik 25:12 Torschüsse für die Bremer auf. „Mehr dürfte an diesem Wochenende keine andere Mannschaft haben“, mutmaßte Baumann. Auch Kohfeldt hatte durchaus Positives gesehen. „Wir hatten Spielrhythmus, Konterabsicherung, haben Chancen herausgespielt und hatten auch Ideen, wie wir nach vorne kommen wollen“, zählte der Coach auf – und betonte dann: „Das war fast besser, als ich es erwartet hätte.“

Ertrag brachte all das am Ende zwar keinen ein, beruhigt hat es Kohfeldt in einem Punkt aber schon: Werder kommt auch ohne Max Kruse vors Tor, muss es jetzt nur noch öfter treffen. „Ich bin extrem traurig, dass Max nicht mehr da ist“, sagte Kohfeldt, „er war aber auch nicht dafür bekannt, dass er im Strafraum jeden Ball über die Linie drückt. Da sollten wir im Rückblick keine Heldenverehrung betreiben.“

„Gegen einen Dieter-Bohlen-Fluch ist kein Kraut gewachsen!“ - Netzreaktionen zur Werder-Niederlage

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Netzreaktionen zu Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf. © Instagram Dieter Bohlen.
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Werder Bremen: Fortuna Düsseldorf macht aus gefühlten fünf Torschüssen drei Tore

Seit Kruses Abgang ist Yuya Osako die Schaltzentrale in der Bremer Offensive. Der Japaner agierte gegen Düsseldorf auffällig, war immer für eine überraschende Aktion gut, ließ vor dem Tor aber ebenfalls die Effektivität vermissen. Ganz anders traten da die ersatzgeschwächten Rheinländer auf. „Gefühlt schießt Düsseldorf fünfmal aufs Tor und macht daraus drei Treffer“, haderte Maximilian Eggestein.

Nachdem das 1:0 der Gäste durch Rouwen Hennings praktisch wie aus dem Nichts gefallen war (36.), benötigte Werder einen Moment, um sich zu sammeln. Beim 1:1 durch Johannes Eggestein (47.) sah dann aber alles danach aus, als ob die Hausherren ihrer Favoritenrolle nun gerecht werden würden. Ein Eindruck, der lediglich fünf Minuten, der nur bis zum Düsseldorfer 2:1 durch Kenan Karaman (52.) hielt.

Werder Bremen: Florian Kohfeldt bemängelt fehlende Cleverness gegen Fortuna Düsseldorf

„Es steht 1:1. Da darfst du nicht, egal, was ist, fünf Minuten später das 1:2 kassieren“, ärgerte sich Kohfeldt und war wieder beim ursprünglichen Thema Cleverness und Abgezocktheit angekommen. „Das zweite Gegentor ist einfach zu schnell gefallen“, fand auch Kapitän Niklas Moisander, „danach konnten wir uns nicht mehr richtig pushen.“ Chancen gab es für Werder in der Folge trotzdem noch reichlich, jubeln durfte jedoch wieder nur der Gegner: Kaan Ayhan, den die Bremer auf der Suche nach einem neuen Innenverteidiger im Sommer als nicht geeignet eingestuft hatten, markierte den 3:1-Endstand (64.).

Und so kam es nach dem Spiel zu besagter Zwickmühle im Bremer Lager, zur großen Enttäuschung einerseits und dem Willen, mit positiven Gedanken weiterzumachen andererseits. „Wir werden nicht einen Hauch an unserer Grundidee zweifeln“, sagte Kohfeldt. Torschütze Johannes Eggestein betonte: „Jetzt alles infrage zu stellen, wäre falsch.“ Das wäre es, keine Frage. Gespielt ist schließlich erst ein Spiel. Allerdings eines, das für einen Europapokal-Anwärter äußerst ernüchternd zu Ende gegangen war. „Es war ein Scheißanfang“, sagte Maximilian Eggestein. Und das konnte man am Ende getrost so stehen lassen.

Mehr News zu Werder Bremen

Das Spiel gegen Fortuna Düsseldorf war ein bitteres Debüt bei Werder Bremen für Ömer Toprak: Vom Platz ging es direkt ins Krankenhaus. Die zweite Runde des DFB-Pokals ist ausgelost worden: Werder Bremen trifft auf Zweitligist 1. FC Heidenheim.

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