Der eine Bremer will ganz nah rangehen, der andere lieber flüchten

Zwei gegen Naldo

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Franco Di Santo (r.) muss sich am Sonntag gewaltig strecken, um diesmal gegen Naldo eine Chance zu bekommen.

Bremen - Spätestens, wenn er lächelt, wird es um die Werder-Fans wieder geschehen sein: Sie lieben einfach ihren Naldo, obwohl der schon seit mehr als zwei Jahren das falsche grün-weiße Trikot trägt. Den Wechsel zum VfL Wolfsburg haben sie ihm nie übel genommen. Doch am Sonntag könnte der Brasilianer den Bremern richtig weh tun, denn Naldo ist in Topform, glänzt als Innenverteidiger und Torjäger.

Sechs Tore hat er bereits in der laufenden Saison erzielt. Zwei Werder-Profis sind da ganz besonders gefordert: Jannik Vestergaard und Franco Di Santo. Ihre Herangehensweise könnte dabei nicht unterschiedlicher sein.

„Ihn bei Ecken zu decken, das ist ganz schwierig“, sagt Vestergaard. Ausgerechnet Vestergaard. Denn nur Werders Riese (1,99 Meter) ist in der Bundesliga größer als Naldo – genau einen Zentimeter. Doch das macht es für den Dänen offenbar nicht viel leichter. „Irgendwie kommt er immer an den Ball. Vielleicht sollte ich ihn mal fragen, wie er das macht“, scherzt Vestergaard. Doch bange machen gilt nicht, Werders Abwehrhüne weiß, wie solch schwierige Fälle zu bearbeiten sind: „Man muss ihn stören, ihn aus dem Rhythmus bringen, einfach ganz nah am Körper dran sein, dass es ihn irgendwie doch noch behindert.“

Für Wolfsburg hat Naldo in 86 Bundesligaspielen 15 Mal getroffen, für Werder waren es in 173 Partien immerhin 22 Tore. Bei Vestergaard, der gestern wegen muskulärer Probleme zur Vorsicht nicht mit der Mannschaft trainierte, steht im Werder-Trikot dagegen noch die Null. „Aber ich denke nach fünf Spielen kann man noch nicht von einer Torkrise sprechen“, sagt der Neuzugang und grinst.

Erst im Januar war er von Hoffenheim an die Weser gewechselt. Für seinen Ex-Club hat der 22-Jährige in 70 Bundesligapartien vier Tore erzielt. Keine Mega-Quote. Naldo ist da wesentlich gefährlicher, aber auch schon zehn Jahre älter. „Er macht das unfassbar gut, er ist schon so etwas wie ein Vorbild für mich“, gesteht Vestergaard. Und der Däne hätte auch nichts dagegen, in Bremen in die Fußstapfen von Naldo zu treten: „Na klar – er war Fan-Liebling hier und einer der besten Innenverteidiger. Naldo ist eine außergewöhnliche Nummer, ein wirklich überdurchschnittlicher Spieler. Natürlich ist das eine Motivation für mich.“

Werder-Profi Yannik Vestergaard (rechts) will am Sonntag gegen Naldo nicht nur gut verteidigen, sondern den Wolfsburger auch in dessen Strafraum das Leben schwer machen

Übrigens: Das Duell Vestergaard gegen Naldo gab es in der Bundesliga bislang zwei Mal. Beim ersten Vergleich im April 2013 trennten sich Hoffenheim und Wolfsburg 2:2 – mit einem interessanten Torschützen: Naldo traf per Kopf nach einer Ecke. Den zweiten Vergleich im September 2013 gewann der Brasilianer mit 2:1, ohne allerdings für die „Wölfe“ zu treffen. Franco Di Santos Bilanz gegen Naldo ist sogar noch schlechter. Zwei Spiele, zwei Niederlagen, kein Tor, kein Assist. Deshalb hat sich der Werder-Stürmer eine ganz spezielle Taktik für den Sonntag überlegt: „Naldo ist ein starker Spieler mit sehr viel Erfahrung. Ich muss versuchen, vor ihm zu flüchten.“ Di Santo lacht herzhaft.

Natürlich hat der Argentinier keine Angst vor Wolfsburgs Abwehrriesen. Mit seinen zehn Saisontoren fühlt sich der Angreifer so gut, dass er niemanden mehr in der Bundesliga fürchten muss. 15 Tore hat sich Di Santo deshalb als nächste Marke gesetzt. Sonntag soll das Konto weiter gefüllt werden. Die Fans lieben ihn schon jetzt. Auch, weil er genauso sympathisch lächelt wie Naldo.
kni/csa

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