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Zusammen in die Zukunft

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Von: Daniel Cottäus

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Die Säulen, die Werder tragen: Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann.
Die Säulen, die Werder tragen: Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann. © gumzmedia

Bremen - Vielleicht war es ehrfürchtiger Abstand, den Hauptpersonen dieser Pressekonferenz zugestanden, vielleicht spielte Max Kruse aber auch einfach nur auf Zeit.

Als Werder Bremens Trainer Florian Kohfeldt und Sportchef Frank Baumann am Mittwoch den Medienraum des Weserstadions betraten, folgte der Star der Mannschaft jedenfalls erst mit etwas Verzögerung, lehnte sich dann entspannt an einen Stuhl, trank einen Schluck Wasser und sah sich das Schauspiel auf dem Podium an – wohl wissend, dass an diesem Tag ausnahmsweise mal nicht er im Mittelpunkt des großen Interesses stand.

Und so verfolgte Kruse als Zuschauer, wie Kohfeldt und Baumann mit einer großen Werder-Raute aus Pappe hantierten. Der eine hielt sie von links, der andere von rechts, für das offizielle Foto, das der Verein bei Anlässen wie diesem so gerne machen lässt: Vertragsverlängerung, Kohfeldt bleibt bis 2021.

Ein klassisches Motiv, immer wiederkehrend, mit wechselnden Protagonisten. So stark wie dieses Mal wirkte es aber lange nicht mehr: Ein Trainer und ein Sportchef als Werders tragende Säulen. Das, was früher jahrelang selbstverständlich war, soll es nun für möglichst viele Jahre wieder werden. Die Voraussetzungen dafür sind mehr als gut.

Kohfeldt: „Es gab keine andere Wahl als Werder“

Florian Kohfeldt hatte schon viele Sätze zu seinem neuen Kontrakt bei Werder gesagt, hatte sowohl seine Mannschaft, sein Trainerteam als auch den Sportchef gelobt, ehe er das gesamte Thema in einer einzigen Aussage verdichtete: „Es gab gar keine andere Wahl als Werder.“ Im Grunde ein schönes Schlusswort, endgültig, absolut. Und doch stand es für das exakte Gegenteil: Den Beginn einer großen Aufgabe, die der 35-Jährige gemeinsam mit dem Verein angehen will.

Werder will in der Bundesliga künftig endlich nicht mehr gegen den Abstieg, sondern um deutlich bessere Platzierungen spielen. Unter Kohfeldts Regie ist der erste Schritt in diese Richtung in der laufenden Saison bereits gelungen. In seiner gerade einmal fünf Monate jungen Amtszeit hat er es geschafft, der Mannschaft wieder eine klare Handschrift zu geben. Weil darüber hinaus auch die Ergebnisse passen, ist Kohfeldt so etwas wie der Trainer der Stunde in der Liga. Auch andere Vereine, darunter Topclubs, sollen schon an ihm interessiert gewesen sein. Dem hat Werder nun einen Riegel vorgeschoben – und Frank Baumann hat dafür sogar mit einem seiner Prinzipien gebrochen.

Seit der 42-Jährige im Amt ist, gibt der Verein keine Laufzeiten von Verträgen mehr bekannt, denn Baumann belässt solche Dinge lieber im Verborgenen. Dass Werder die Meldung über Kohfeldts Verlängerung am Dienstag nun ganz bewusst mit einer dicken, fetten 2021 garniert hat, darf als deutliches Zeichen an die Konkurrenz gewertet werden: Diesen Mann bekommt ihr nicht! „Wir werden Laufzeiten auch in Zukunft nicht bekannt geben“, sagte Baumann – und ergänzte mit einem breiten Lächeln: „Nur dann, wenn wir es für sinnvoll halten.“

Ob Kohfeldt nun tatsächlich Offerten von anderen Vereinen vorlagen, wollten Trainer und Sportchef nicht sagen, es spricht aber vieles dafür. Kohfeldt erklärte dazu nur: „Es gab keine Gespräche mit anderen Vereinen, ich habe nur mit Werder gesprochen.“ Die Versuchung, den Club im Sommer zu verlassen, sei nicht groß gewesen. Entsprechend angenehm und unkompliziert seien auch die Verhandlungen gewesen, die bereits in der vergangenen Woche zum erhofften Abschluss führten.

Vertragsverlängerung mit Baumann? Gespräche im Sommer

Ein ganz zentraler Punkt war dabei das gute persönliche Verhältnis der beiden Männer. „Das ist ganz wichtig für meine Arbeit“, betonte Kohfeldt. „Wir haben eine identische Auffassung davon, wie wir Fußball spielen wollen, haben identische Werte, für die Werder stehen sollte, und liegen auch menschlich auf einer Wellenlänge“, sagte Baumann, dem die Zufriedenheit über den Kohfeldt-Deal deutlich anzumerken war.

Blieb am Ende nur noch eine Frage: Wann verlängert eigentlich der Sportchef selbst seinen Vertrag? Bis 2019 läuft Baumanns Arbeitspapier noch, erste Gespräche soll es im Sommer geben. „Wir werden zu gegebener Zeit Gespräche führen, wenn der Aufsichtsrat das möchte“, sagte Baumann. „Ich bin da komplett entspannt und habe keinen Zeitdruck.“

In der Tat ist es nur schwer vorstellbar, dass beide Seiten nicht weiterhin gemeinsame Sache machen. Während der Pressekonferenz am Mittwoch ging es naturgemäß viel um die Zukunft von Werder Bremen, und immer, wenn Baumann darüber sprach, klang er so, als würde er sich selbst noch lange als Teil davon sehen. Gemeinsam mit Kohfeldt Werder stützen, wie auf dem Foto die Raute halten: Das könnte ziemlich gut funktionieren.

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