Junuzovic: „Wenn du nicht profigerecht lebst, wirst du eh nie eine Chance haben“

Zuchtmeister „Zladdi“ fordert viel

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Zlatko Junuzovic

Aus Zell Am Ziller berichtet Björn Knips - Im Training hatte er als einziger die ohnehin schon kurzen Ärmel hochgekrempelt. Bei der Hitze (fast 30 Grad) keine schlechte Idee. Es demonstrierte aber auch ganz besondere Kampfbereitschaft. Und die bewies Zlatko „Zladdi“ Junuzovic später auch verbal. Der Werder-Profi, der am Freitag aus dem Urlaub zurückgekehrt ist, macht sich und seinen Kollegen ordentlich Dampf.

„Vorbereitungszeit ist die ekeligste Zeit für uns Spieler, aber es nützt ja nichts. Du musst immer über die Grenzen gehen.“, fordert der 27-Jährige und erklärt: „Es muss keinen Spaß machen, aber du musst es machen. Wenn du nachlässt, dann kommst du nicht weiter.“

Und Junuzovic will weiterkommen – mit Werder und mit Österreich. Es ist eine ganz besondere Saison für ihn. Nach seiner Vertragsverlängerung im Winter gehört er endgültig zu den absoluten Führungsspielern bei Werder. Von ihm wird erwartet, dass er vorangeht, dass er die Mannschaft führt. „Das mache ich gerne“, sagt er. Genauso gerne hängt sich der Mittelfeldspieler für sein Land rein. Noch immer schwärmt er vom 1:0-Sieg in Russland vor drei Wochen in der EM-Qualifikation: „Das hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben, den Schwung will ich mitnehmen.“ Und dann im Herbst die noch fehlenden Punkte für die direkte Qualifikation für die EM 2016 in Frankreich holen. „Wir sind die ersten Österreicher, die das schaffen können“, betont Junuzovic. Nur als Gastgeber waren die Alpenkicker 2008 mal dabei.

Junuzovic will diesen „Traum für jeden Fußballer“ auf keinen Fall verpassen. Deshalb gibt er ab sofort Vollgas. „Ich werde nach dem Training sehr viel für mich machen müssen, damit ich noch stärker werde und noch fitter bin.“ Damit nicht genug, Junuzovic weiß genau, wo er sich verbessern will: „Ich muss dynamischer und spritziger werden, schneller in die Bewegung kommen, in den ersten zwei, drei Schritten, einfach explosiver sein. Man kann sich immer weiterentwickeln. Das muss ich machen, aber das muss jeder andere auch machen.“

Es ist ein klarer Appel an die Kollegen, der noch lange nicht beendet ist. „Du muss so bereit sein, dass du unantastbar für Verletzungen bist“, fordert Junuzovic. In der vergangenen Saison sei ihm das gelungen: „Da habe ich nach der Vorbereitung gewusst: Mit wird nichts passieren.“

Diese Einstellung legt der Österreicher allen im Team ans Herz, aber speziell den Talenten. Es sei toll, dass so viele junge Spieler dabei seien. „Das ist ihre Chance“, sagt Junuzovic, mahnt aber zugleich: „Die Regeneration ist sehr wichtig. Jeder ist da für sich verantwortlich. Wir sind Profis und nicht mehr in der Jugend, wo irgendwer auf dich aufpasst. Du musst selber auf dich schauen und an dir arbeiten. Du hast Duelle, zwei, drei Konkurrenten auf deiner Position. Wenn du da nicht profigerecht lebst, wirst du eh nie eine Chance haben.“

Es hört sich fast so an, als würde Junuzovic diesen Ausscheidungskampf lieben. Heute wird er auf jeden Fall wieder mit hoch gekrempelten Ärmeln trainieren und sich und seine Kollegen ganz gewiss nicht schonen.

Training am Montagvormittag

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