Sportlicher Leiter der U23 wirft bei Werder hin – nach nicht einmal vier Monaten

Zoff, Stress? Rätselraten um Borowskis Rückzug

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Mit großem Enthusiasmus hatte Tim Borowski seinen Job als Manager der U23 angetreten, keine vier Monate später hat er nun bei Werder Bremen gekündigt.

Bremen - Er ist noch gar nicht so lange her, da freute sich Tim Borowski über einen „phantastischen Schritt, einfach perfekt für mich“. Er meinte den Job des Sportlichen Leiters der U23 bei Werder Bremen. Am 1. Juni hatte er die Stelle angetreten, keine vier Monate später bat er nun um sofortige Auflösung des bis 2018 laufenden Vertrages.

Die Geschäftsführung hat zugestimmt, Ex-Profi Borowski und Werder gehören nicht mehr zusammen. Warum – das bleibt vorerst im Dunkeln. Borowski verwies gestern auf Nachfrage lediglich auf eine vom Club verbreitete Pressemitteilung.

In dem mit vier Sätzen ziemlich kurz gehaltenen Statement heißt es, dass „persönliche Gründe“ zum Rückzug des 35-Jährigen geführt hätten. Mehr ließ Werder nicht verlauten. Nur noch dass niemand Borowskis Demission hatte kommen sehen. „Dieser Schritt kam für uns völlig überraschend, aber wir akzeptieren seine Entscheidung“, ließ sich Geschäftsführer Thomas Eichin zitieren. Worte des Bedauerns? Fehlanzeige.

Bereits am Dienstagvormittag hatte Borowski bei Eichin vorgesprochen und um Auflösung des Vertrages nachgesucht. Noch bis zum Wochenende hatte er sich aber ganz normal am Alltagsgeschäft beteiligt. Offenbar ahnte niemand, dass sich Borowski alsbald verabschieden würde.

Als Nachfolger des ebenfalls freiwillig ausgeschiedenen Frank Baumann (drei Jahre lang Sportdirektor für Profi-Fußball und Scouting) hatte Tim Borowski im Sommer die Aufgabe des Managements der U23 übernommen – mit Geschäftsführer Eichin und Sportdirektor Rouven Schröder als Vorgesetzte. Zuvor hatte „Boro“ nach der 2012 beendeten aktiven Karriere ein Traineeprogramm bei Werder durchlaufen. Zusätzlich absolvierte er an einem privaten Institut ein Wirtschaftsstudium. Alles mit dem Ziel, Fußball-Manager zu werden. Dass einer, der diese Vorarbeit geleistet hat, plötzlich und nach so kurzer Zeit alles hinschmeißt, verwundert enorm.

Möglicherweise hat Borowski die Arbeitsumfänge unterschätzt (auch Baumann ging, weil der Job enorm zeitraubend war), möglicherweise hat die Erfolglosigkeit der U23 in Liga drei (aktuell Tabellenschlusslicht) eine Rolle gespielt, vielleicht hat es auch zwischen dem Newcomer und seinen Chefs geknirscht. Alles nur Mutmaßungen. Und Gerüchte, wonach Borowski bei Hannover 96 oder anderen Clubs ein Kandidat als Sportdirektor/Manager sei, bleiben vorerst ebenfalls das, was sie sind: Gerüchte eben. Klar ist nach Informationen dieser Zeitung nur, dass keine gesundheitlichen Probleme bei Tim Borowski oder seiner Familie ursächlich sind für den Rückzug.

Der SV Werder wird den Posten des Sportlichen Leiters „vorerst nicht neu besetzen“, sagte Thomas Eichin. Schröder und er übernehmen die Aufgaben.

csa

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