Werder-Kapitän vor Rückkehr

Junuzovic zuversichtlich

Zlatko Junuzovic am Sonntagvormittag vor dem Bremer Weserstadion.
+
Zlatko Junuzovic am Sonntagvormittag vor dem Bremer Weserstadion.

Bremen - Die Partie in Leipzig hatte Zlatko Junuzovic verpasst – wegen muskulärer Probleme. Die linke Wade hatte plötzlich „zugemacht“, ein Einsatz des Kapitäns war nicht möglich.

Als Junuzovic am Sonntagmittag als einer der Letzten aus der Kabine kam, ging sein Blick aber schon wieder nach vorn. Der Österreicher rechnet fest mit seinem Einsatz am Samstag im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart. Am Montag wird Junuzovic nach eigener Aussage voraussichtlich schon wieder mit der Mannschaft trainieren.

Einzelkritik: Bartels ohne Glück, Pavlenka ohne Chance

Jiri Pavlenka
Jiri Pavlenka: Saisonbilanz vor dem Anpfiff: 80,3 Prozent gehaltene Schüsse – bester Wert der Liga. Aber als Naby Keita 20 Meter vor dem Tor zum Abschluss kam und den Ball via Innenpfosten ins Netz schickte, war Werder-Schlussmann Pavlenka absolut chancenlos. Ebenso beim 0:2. Bei Schüssen von Demme, Kampl und Bernardo aber auf dem Posten. Note 3 © nordphoto
Milos Veljkovic
Milos Veljkovic: Behauptete sich gut gegen die starke Leipziger Offensive, gewann einige wichtige Zweikämpfe. Note 3 © nordphoto
Lamine Sane
Lamine Sane (bis 79.): In den zuvor zwei Spielen unter seiner Regie hatte Coach Kohfeldt auf den Innenverteidiger und Stammspieler verzichtet. Jetzt spülte die Rückkehr zur Dreier- beziehungsweise Fünferkette Sane wieder in die Startelf und ins Abwehrzentrum. Dem Senegalesen unterliefen zunächst ein paar ungenaue Abspiele. Schlussendlich war es eine ordentliche Vorstellung. Auffällig allerdings: Sane bestritt nur vier Zweikämpfe – deutlich weniger als seine Nebenleute Moisander (8) und Veljkovic (9). Note 3 © imago
Niklas Moisander
Niklas Moisander: Nach dem 4:0 gegen Hannover hatte er sich noch verliebt in die Viererkette gezeigt („Das funktioniert besser“), nun war es doch wieder eine andere Abwehrformation, in der er für Sicherheit sorgen sollte. Moisander, in Vertretung von Junuzovic als Kapitän aufgelaufen, hatte ordentlich zu tun, erst in der Schlussphase schlichen sich Fehler ein, als er sich austricksen ließ. Note 3 © nordphoto
Theodor Gebre Selassie
Theodor Gebre Selassie: Spielte den Rechtsverteidiger mit der Lizenz zu gefährlichen Vorstößen. Aber Gebre Selassie war keine Bereicherung für das Bremer Spiel, trat kaum in Erscheinung. Note 4 © nordphoto
Ludwig Augustinsson
Ludwig Augustinsson: Linker Läufer, optional Außenverteidiger – diese Mischrolle mag der Schwede nicht so gerne. Ähnlich spielte er dann auch. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Seine Eckbälle und Flanken, von denen es einige gab, erreichten die Mitspieler nicht. Lediglich eine Freistoßhereingabe beschwor Gefahr herauf – durch ein Beinahe-Eigentor von Leipzigs starkem Innenverteidiger Upamecano. Note 3,5 © nordphoto
Philipp Bargfrede
Philipp Bargfrede (bis 66.): Ihm muss eine Portion Mitschuld am 0:1 zugewiesen werden. Der Routinier verlor an der Mittellinie den Ball, ging selbigem aber nicht nach, sondern blieb stehen. Das ist nicht Bargfrede-like. Als Sechser ansonsten durchaus positiv auffällig. Aber der eine Fehler verdunkelt die Bilanz. Dass er nicht durchspielt, ist mittlerweile Gewohnheit. Note 3,5 © nordphoto
Maximilian Eggestein
Maximilian Eggestein: Wenn sich Werder defensiv formierte, spielte er oft auf einer Höhe mit Bargfrede und Delaney, Eggestein durfte sich aber auch nach vorne wagen und gab den ersten Bremer Torschuss ab – der blieb jedoch ungefährlich und landete am Außennetz (14.). Eggestein war mit 13,44 zurückgelegten Kilometern und 103 intensiven Läufen erneut der lauffreudigste Bremer. Note 3 © Gumz
Thomas Delaney
Thomas Delaney: Die kurze Fehlerkette vor dem 0:1 fing bei Bargfrede an und endete bei Delaney. Ein Stockfehler des Dänen geriet zur Vorlage für Leipzigs Torschützen Keita. Bitter für Delaney, der weite Wege ging und über den viel lief. Seinen Pass auf Kruse hätte der Torjäger an jedem anderen Tag wohl mit dem Ausgleich veredelt (49.). Ohne den einen Patzer hätte es nichts zu meckern gegeben. Note 3 © nordphoto
Fin Bartels
Fin Bartels: Mangelnden Mut oder gar Einsatz konnte man ihm nicht vorwerfen. Bartels war emsig, fleißig, probierte viel. Das verlangte die Position auch, denn er pendelte zwischen Mittelfeld und Angriff. Sein Fallrückzieher muss noch als artistische, aber glücklose Aktion eingestuft werden. Bei der zweiten dicken Chance hätte Bartels jedoch präziser abschließen müssen. So blieb viel Fleiß, aber kein Preis. Note 3,5 © nordphoto
Max Kruse
Max Kruse: Es war nicht der Kruse aus dem Hannover-Spiel. Der Leipzig-Kruse hatte wenige Aktionen – und wenn er doch in Erscheinung trat, versprang ihm der Ball (49.) oder er schloss schwach ab (72.). Das kann er deutlich besser. Note 4,5 © nordphoto
Florian Kainz
Florian Kainz (66.): Bemühte sich, aber die zündende Idee hatte auch er nicht. Note - © Gumz
Ishak Belfodil
Ishak Belfodil (ab 79.): Auch er setzte keine Impulse mehr. Note - © nordphoto

Sportchef Frank Baumann hatte sich hinsichtlich einer schnellen Junuzovic-Rückkehr schon in Leipzig optimistisch gezeigt: „Er hat nichts Schlimmes. Der Glaube, dass er gegen Stuttgart wieder dabei ist, ist definitiv da.“

Zlatko Junuzovic: Seine Karriere in Bildern

Zlatko Junuzovic
Zlatko Junuzovics Karriere begann in seiner Heimat Österreich. Nach seiner Jugendzeit in Graz wechselte „Zladdi“ im Sommer 2007 zu Austria Kärnten. Dort blieb er zwei Jahre. © imago
Zlatko Junuzovic
Dann schloss er sich dem 24-fachen Meister Austria Wien an, wo er für drei Jahre spielte. © imago
Zlatko Junuzovic
Im Januar 2012 holten Trainer Thomas Schaf und Manager Klaus Allofs den Mittelfeld-Allrouner an die Weser. Bei Werder unterschrieb Junuzovic bis Sommer 2015. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Der Österreicher war bei Werder direkt gefordert... © nordphoto
Zlatko Junuzovic
...und stand in der Rückrunde der Saison 15 Mal auf dem Platz - meistens über die volle Spielzeit. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
In der Saison 2013/14 schoss der Österreicher den 1:0-Siegtreffer im Nordderby gegen den Hamburger SV. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Im Februar 2015 verlängerte Junuzovic seinen Vertrag vorzeitig bis 2018. Werder-Anhänger machten sich zuvor mit Sprechchören und Plakaten für den Verbleib von Junuzovic stark. Unter dem Hashtag #JunobleibtBremer fanden viele Fans zusammen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Seine wohl beste Saison bei den Grün-Weißen spielte der Mittelfeldspieler 2014/15. Am Ende dieser Spielzeit standen sechs Treffer und 16 Torvorlagen auf Junuzovics Konto. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Der österreichische Nationalspieler biss immer auf die Zähne und zählt zu den Führungsspielern in Bremen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Nach dem Karriereende von Clemens Fritz wurde Junuzovic von Cheftrainer Alexander Nouri zum Kapitän ernannt. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Seit der Saison 2017/18 trägt er nun die Binde als neuer Spielführer. Ganz neu ist das für den Profi aber nicht. Zuvor war er schon Vizekapitän gewesen. © nordphoto
Zlatko Junuzovic
Am 13. Oktober 2017 gab Junuzovic überraschend sein Karriere-Ende in der österreichischen Nationalmannschaft bekannt. Er kam auf 55 Einsätze in der ÖFB-Elf. © imago
Zlatko Junuzovic
In der Rückrunde der Saison 2017/18 hat Junuzovic trotz Kapitänsbinde seinen unangefochtenen Stammplatz verloren und musste das eine oder andere Mal - besonders bei Auswärtsspielen - auf der Bank Platz nehmen. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Ein ganz wichtiges Tor für Werder schoss Junuzovic gegen Schalke 04, als er in der Nachspielzeit den Ball zum 2:1-Auswärtssieg über die Linie stocherte. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Dank Junuzovics Treffer bejubelte Werder einen ganz wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Nach Jahren voller Wechsel-Spekulationen geht im Sommer 2018 das Kapitel Junuzovic bei Werder zu Ende. Dass der Kapitän von Bord geht, teilte der SV Werder am 23. April 2018 mit. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Junuzovic wurde beim letzten Heimspiel der Saison im Weserstadion offiziell verabschiedet. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Der 30-Jährige genoss die letzten Momente im Weserstadion gemeinsam mit Sohn Clemens. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Die Werder-Fans bescherten Junuzovic einen schönen Abschied. © gumzmedia
Zlatko Junuzovic
Junuzovic wechselt zurück in seine österreichische Heimat. Ziel ist Serienmeister RB Salzburg. © gumzmedia

Schon gesehen?

Am Sonntagmorgen stellte sich Werder-Profi Philipp Bargfrede den Fragen der Bremer Sportjournalisten.

Schon gelesen?

Taktik-Analyse: Gegen Leipzig passte fast alles aus taktischer Sicht – aber eben nur fast

Bartels selbstkritisch: „Den muss ich besser platzieren“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Corona-Alarm! Drei weitere Werder-Profis in Quarantäne

Corona-Alarm! Drei weitere Werder-Profis in Quarantäne

Corona-Alarm! Drei weitere Werder-Profis in Quarantäne
Neuer Trainer: Die Besonderheiten von Werders Werner-Deal

Neuer Trainer: Die Besonderheiten von Werders Werner-Deal

Neuer Trainer: Die Besonderheiten von Werders Werner-Deal
Ex-Werder-Star Diego verliert Copa-Finale und sieht dreisteste Schwalbe aller Zeiten

Ex-Werder-Star Diego verliert Copa-Finale und sieht dreisteste Schwalbe aller Zeiten

Ex-Werder-Star Diego verliert Copa-Finale und sieht dreisteste Schwalbe aller Zeiten
Werner bei Werder: Trainer-Vorstellung im Live-Ticker!

Werner bei Werder: Trainer-Vorstellung im Live-Ticker!

Werner bei Werder: Trainer-Vorstellung im Live-Ticker!

Kommentare