Wie der Ex-Kapitän des SV Werder in Österreich die Coronakrise erlebt

Zlatko Junuzovic und der ganz besondere Dank

Der Trainingsbetrieb bei RB Salzburg ist eingestellt, Fußball rückt in den Hintergrund: Für Zlatko Junuzovic, Ex-Kapitän des SV Werder Bremen, und Co. gilt der Fokus jetzt der Bewältigung der Corona-Krise.
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Der Trainingsbetrieb bei RB Salzburg ist eingestellt, Fußball rückt in den Hintergrund: Für Zlatko Junuzovic, Ex-Kapitän des SV Werder Bremen, und Co. gilt der Fokus jetzt der Bewältigung der Corona-Krise.

Salzburg/Bremen – Vor einem Monat ist Zlatko Junuzovic zum zweiten Mal Vater geworden. Und natürlich ist die Freude beim ehemaligen Kapitän von Werder Bremen riesengroß.

Jetzt hat er auch noch mehr Zeit für den kleinen Felix, denn auch in Österreich steht in der Coronakrise alles still, sein Club Red Bull Salzburg hat den Trainingsbetrieb seit dem vergangenen Wochenende komplett eingestellt und die Spieler nach Hause geschickt. Im Gespräch mit der DeichStube erzählt Zlatko Junuzovic, wie er mit dieser völlig neuen Situation umgeht.

„Es ist brutal“, gesteht der 32-Jährige: „Man weiß überhaupt nicht, wie es weitergeht und macht sich schon Sorgen.“ Allerdings fühlt er sich bei den Verantwortlichen in seinem Land und in seinem Club in guten Händen. „Die Verantwortlichen haben es sehr schwer, ich möchte wirklich nicht mit ihnen tauschen. Es sind absolut die richtigen Entscheidungen getroffen worden. Wir müssen dringend aufpassen, dass sich das Virus nicht so schnell verbreitet. Deswegen halten wir uns auch strikt an die Vorgaben.“

Ehemaliger Werder Bremen-Kapitän Zlatko Junuzovic erlebt Klopapier-Wahnsinn

Das heißt: Familie Junuzovic mit den beiden Kindern Clemens (3 Jahre) und Felix wird die nächsten Tage und vielleicht auch Wochen zu Hause verbringen. „Wir gehen wirklich nur für das Notwendigste raus. Zum Glück haben wir einen Garten zur Freizeitgestaltung“, berichtet Zlatko Junuzovic.

Einkäufe hat er in einem vernünftigen Maß getätigt und dabei eine Erfahrung gemacht, die demnach die Deutschen nicht exklusiv haben: „Was die Leute an Klopapier gekauft haben, ist wirklich verrückt.“ Gegen die eigene Langeweile hat sich der Fußball-Profi mit neuen Büchern gewappnet. „Vielleicht fange ich mit Yoga an. Das wollte ich schon immer mal ausprobieren.“

Zlatko Junuzovic bekommt seine Trainingspläne über eine App

Der Österreicher versucht, das Beste aus der Situation zu machen, wenngleich es ihm alles andere als leicht fällt. Er ist dabei in Gedanken auch bei seinen Mitspielern, vor allen Dingen bei den jüngeren, die aus dem Ausland stammen. „Die sitzen jetzt allein in ihrer Wohnung fernab von ihren Familien. Das ist nicht leicht. Sie ziehen es trotzdem durch, weil es wichtig ist, dass wir alle so wenig wie möglich rausgehen. Davor habe ich größten Respekt.“

Über die Whats-App-Gruppe wird Kontakt gehalten, auch mal gefrotzelt. Aber es ist auch eine wichtige Informationsbörse. Der Club hält die Spieler auf dem Laufenden. In einer speziellen App finden die Profis ihre persönlichen Trainingspläne. Täglich dreht Zlatko Junuzovic draußen seine Runden. „Ich bin ja schnell genug“, meint er mit einem Schmunzeln. Ein bisschen Spaß darf ruhig sein.

Zlatko Junuzovic: Erst die Corona-Krise bewältigen, dann über Fußball reden

Aber den Ernst der Lage hat der Ex-Nationalspieler mehr als verinnerlicht: „Fußball ist gerade wirklich zweitrangig. Es geht nur darum, dass wir irgendwie durch diese Krise kommen. Wir sitzen da alle in einem Boot.“ Und noch etwas muss er unbedingt loswerden: „Ich habe größten Respekt davor, was Ärzte, Pflegekräfte und all‘ diese Menschen da draußen für uns leisten, damit wir irgendwie weiterleben können. Wenn das irgendwann mal vorbei ist, müssen wir uns da etwas einfallen lassen.“

Aber das wird wohl noch dauern. Gleiches gilt für die Fortsetzung der Saison. In Österreich wurde bereits entschieden, die Serie bis Anfang Mai zu unterbrechen. Ende Juni soll dann der Meister gekürt werden. Titelverteidiger RB Salzburg dürfte da ein gehöriges Wörtchen mitsprechen. Doch so weit will Junuzovic, der von 2012 bis 2018 188 Mal für Werder Bremen in der Bundesliga gespielt hat, aktuell nicht schauen, sein Fokus gilt der Bewältigung der Coronakrise, „und dann können wir gerne wieder viel über Fußball reden“. (kni)

Quelle: DeichStube

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