Nach Werders 3:0-Coup gegen Leipzig

Außergewöhnlich erfolgreich: Junuzovic macht sich für Nouri stark

+
Strahlende Bremer Gesichter – und Claudio Pizarro (links) schaut angehimmelt von Fin Bartels genau hin, wie sich Trainer Alexander Nouri beim überragenden Zlatko Junuzovic bedankt.

Bremen - Von Björn Knips. Werder gewinnt zum ersten Mal seit fünf Jahren ein Bundesliga-Spiel mit 3:0, holt 13 von möglichen 15 Punkten aus den letzten fünf Partien und kassiert dabei nur zwei (!!!) Gegentore.

Das ist gerade für Bremer Verhältnisse nach den bitteren Erfahrungen der vergangenen Jahre schon außergewöhnlich erfolgreich. Trotzdem befinden sich die Bremer weiterhin im Abstiegskampf, es ist immer noch viel Glück im Spiel, und über die Zukunft von Trainer Alexander Nouri wird wie angekündigt erst nach dem Klassenerhalt gesprochen. Eine verrückte Saison!

„Es gibt keinen Anlass, den Jubel ausarten zu lassen“, sagte Alexander Nouri – und zwar genau der Nouri, der beim fulminanten 3:0 (1:0)-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten RB Leipzig selbst seine Emotionen nur noch schwer im Griff hatte. Und nach der Partie riet der Werder-Coach den Gastronomen im benachbarten Viertel, genügend Bier kalt zu stellen und gab seinen Spielern nicht nur eine Partyerlaubnis für die Nacht, sondern auch gleich noch zwei Tage frei. Das passte eigentlich nicht zu Nouris angemahnter Bescheidenheit, aber er wollte die Sieger auch nicht einsperren. Also beließ es der 37-Jährige bei Worten: „Wenn man die Tabelle sieht, weiß man, dass es ein enges Rennen wird.“

Immerhin: Die direkte Abstiegsgefahr scheint gebannt, Ingolstadt liegt auf Rang 17 schon zehn Zähler zurück. Doch dieses Spielchen machte Sportchef Frank Baumann neun Partien vor dem Saisonende nicht mit: „Es sind noch sehr, sehr viele Punkte zu vergeben. Da ist für uns noch ein bisschen was zu tun.“

Einzelkritik: Junuzovic ein Anführer, Delaney der Dirigent 

Wieviel genau, ließ Baumann offen. Eine Prognose könnte auch kaum schwieriger sein. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur zwei Zähler (Hamburger SV), und kaum ein Konkurrent im Abstiegskampf lässt nach. Werder allerdings auch nicht. Mehr noch: Jetzt klappt es sogar gegen einen Tabellenzweiten – und das am Ende sogar ohne großes Zittern, weil Werders Florians – also Grillitsch (59.) und Kainz (90.) – die Führung von Zlatko Junuzovic (35.) ausgebaut hatten.

Im Weserstadion herrschte anders als bei den letzten Siegen nicht nur Erleichterung, sondern jede Menge Stolz auf eine besondere Leistung. „Die Fans haben gemerkt, dass heute eine außergewöhnliche Leistung nötig war, um einen sehr, sehr guten Gegner zu schlagen“, meinte Nouri – und das Funkeln in seinen Augen war nicht zu übersehen. Er verwies auch auf „die Art und Weise, wie wir gegen einen richtig starken Gegner gespielt haben“. Und das ohne vier absolute Leistungsträger: Max Kruse, Serge Gnabry, Clemens Fritz und Philipp Bargfrede hatten allesamt verletzungsbedingt gefehlt.

Spieler stärken Trainer Alex Nouri den Rücken

„Das kannst du nur mit diesem großartigen Teamspirit kompensieren“, schwärmte Nouri von seiner Mannschaft. Und die bedankte sich mit ungewohnt deutlichen Worten über den Nachfolger des nach dem dritten Spieltag entlassenen Viktor Skripnik. „Dass wir eine komplette Vorbereitung mit dem Trainerteam hatten, das hat uns gut getan“, befand Robert Bauer – und Junuzovic machte sich sogar für eine Vertragsverlängerung mit Nouri stark: „Ich finde einfach, dass das Trainerteam zu uns passt, dass akribisch gearbeitet wird und wir einfach als Gemeinschaft agieren.“

Doch Sportchef Baumann denkt gar nicht daran, im Fall Nouri den Kurs zu ändern: „Wir haben klar gesagt, dass wir das in Ruhe besprechen, wenn wir den Klassenerhalt geschafft haben.“ Der ist nun zwar wahrscheinlicher, aber die erste Halbzeit hat auch gezeigt, wieviel Glück Werder zurzeit hat. Leipzig ließ gleich drei hundertprozentige Chancen aus, traf dabei den Innenpfosten – und der Ball sprang anschließend eben nicht ins Tor. Auch das war außergewöhnlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Leipzig verliert auf Schalke - BVB siegt 3:0 in Wolfsburg

Leipzig verliert auf Schalke - BVB siegt 3:0 in Wolfsburg

Parkhausteile stürzen ab - Autos hängen in der Luft

Parkhausteile stürzen ab - Autos hängen in der Luft

Einzelkritik: Kruse und Bartels noch nicht auf Betriebstemperatur 

Einzelkritik: Kruse und Bartels noch nicht auf Betriebstemperatur 

Mittelalter und Fantasy am Burghof Rethem

Mittelalter und Fantasy am Burghof Rethem

Meistgelesene Artikel

„Max Kruse lässt auch die anderen gut aussehen“

„Max Kruse lässt auch die anderen gut aussehen“

Die Aufstellung: So könnte Werder gegen Hoffenheim spielen

Die Aufstellung: So könnte Werder gegen Hoffenheim spielen

Petsos zum FC Utrecht?

Petsos zum FC Utrecht?

Werder und der Bundesliga-Auftakt

Werder und der Bundesliga-Auftakt

Kommentare