Trainer reagiert auf Pfiffe gegen Oskao

Wegen Yuya Osako: Werder-Coach Florian Kohfeldt riskiert sogar Prügel - „Ich werde ihn schützen“

Bremen - Raus mit Applaus - Yuya Osako hat es am vergangenen Samstag beim SV Werder Bremen im Weserstadion erlebt, und der Beifall war keineswegs nett gemeint. Im Gegenteil!

Trainer Florian Kohfeldt will bei Werder Bremen zwar keine Fan-Kritik üben, stellt aber unmissverständlich klar: „Es hat mir nicht gefallen. Und ich werde dafür wahrscheinlich wieder viel Prügel kassieren, aber ich sage: Yuya Osako hatte hier vom ersten Tag an nicht wirklich ein Standing. Ich verstehe nicht ganz warum. Trotzdem ist meine Grundeinschätzung, dass er ein sehr guter, kreativer Spieler sein kann für uns. Ich werde ihn schützen!“ 

Dabei wollte Kohfeldt die jüngsten Leistungen von Yuya Osako keineswegs beschönigen: „Yuya hat weder gegen Jena noch gegen Hertha ein gutes Spiel gemacht.“ Deswegen hatte er den Offensivmann jeweils auch zur Pause vom Platz geholt. Nach der Pause gegen Hertha brandete dann bei der Durchsage des Wechsels großer Beifall im Weserstadion auf. „Ich habe es wahrgenommen, aber es beeinflusst meine Entscheidung über ihn in keinster Weise“, betonte Florian Kohfeldt, aber nicht nur das: „Yuya hat keinen Freifahrtschein, was Kadernominierungen oder Spieleinsätze betrifft.“

Werder Bremen-Trainer Florian Kohfeldt: „Yuya Osako muss mit den Pfiffen umgehen“

Demnach ist es durchaus möglich, dass Yuya Osako bei Werder Bremen am Samstag auf Schalke nicht beginnen und erst mal nur auf der Bank Platz nehmen wird - übrigens nach zehn Pflichtspielen am Stück in der Startelf. Kohfeldt glaubt an die Qualitäten des Japaners, der in der vergangenen Saison, seiner zweiten für Werder Bremen, zusammen mit Milot Rashica bester Bremer Torschütze in der Bundesliga war - mit acht Treffern. 

Wie sehr Yuya Osako die Pfiffe nun beeinflussen werden, das wollte Kohfeldt nicht groß thematisieren - nur so viel: „Natürlich nimmt er das wahr. Das ist nun mal Teil unseres Berufs. Wenn es gut läuft, bekommst du die Emotionen direkt positiv zurück. Jeder Fan, der am Samstag gepfiffen hat, der kann das so machen, das ist vollkommen okay. Da wird es von mir keine Fan-Kritik geben. Damit muss auch Yuya umgehen.“ Mit seinen 30 Jahren und nach zusammen 158 Bundesligaspielen für Werder und den 1. FC Köln ist Osako zumindest erfahren genug dafür. Ob er es schafft, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Sein erstes Tief bei Werder Bremen war es freilich nicht, aber es gab eben auch viele gute Spiele. (kni)

Zur letzten Meldung vom 23. September 2020:

Yuya Osako bei Werder Bremen-Fans in der Kritik - Clemens Fritz: „Wir brauchen ihn“

Bremen – Yuya Osako legt den Ball am ersten Gegenspieler vorbei, dann noch am zweiten, schließlich ein letzter Haken und der Abschluss: Tor! „Jaaa, Samurai!“ schreit am anderen Ende des Feldes Mitspieler Theodor Gebre Selassie, und Osako kommt mit einem Lachen zurück: „Das war schön, oder?“ Ja, das war schön, ein schickes Solo des Japaners, der in der Folge noch weitere gute Aktionen hinlegt. Die Crux an der Sache: Die beschriebene Szene hatte sich nicht etwa in einem Pflichtspiel von Werder Bremen, sondern vergangene Woche im Training abgespielt.

Und Osako konnte Tage später im Spiel gegen Hertha BSC seine eindeutig vorhandenen Qualitäten einmal mehr nicht bestätigen. Was ein riesen Problem ist, denn gemessen an dem, was Yuya Osako eigentlich kann, müsste er bei Werder Bremen immer spielen. Gemessen an dem, was er bis zu seiner Auswechslung gegen Hertha BSC gezeigt hatte, gehört er jedoch nicht ins Team. Teile der 8.500 Fans im Weserstadion begleiteten seine Auswechslung am Samstag sogar mit hämischem Applaus, ihre Geduld mit Osako ist aufgebraucht. Was also tun?

Clemens Fritz über Werder-Bremen-Stürmer Yuya Osako: „Er wurde mit jedem Ballkontakt unsicherer“

Clemens Fritz, seit kurzem mit der Führungsrolle des Leiters Profifußball betraut, wird es mit Reden versuchen. „Wir wollen, dass Yuya sein Potenzial auf den Platz bringt. Da werden wir mit ihm mit Sicherheit nochmal sprechen“, kündigt der Ex-Profi an. Aber was will man noch sagen zu einem, der an zwei Weltmeisterschaften teilgenommen hat, der vor zwei Jahren in seiner Heimat zum Fußballer des Jahres gewählt worden war? So einer muss doch wissen, wie Negativerlebnisse zu verarbeiten sind. Weiß er auch, behauptet Fritz: „Yuya Osako ist genug Profi und sollte sich da nicht runterziehen lassen.“

Allerdings sagt Osakos Auftritt gegen Hertha etwas anderes aus, das muss selbst Fürsprecher Fritz einräumen. „Nachdem die ersten Aktionen nicht funktioniert haben, wurde er mit jedem Ballkontakt unsicherer. Irgendwann kommst du dann in eine Spirale, aus der du nicht mehr rauskommst.“
Das lässt sich grundsätzlich nachvollziehen, doch Osako ist bei Werder Bremen als besonderer Fußballer eingeplant, als Spieler, der die Fähigkeit besitzt, einen Abwärtstrend auf dem Platz stoppen oder – besser noch – mit einer besonderen Aktion umkehren zu können. Im Training klappt das. Im Spiel nicht. Fritz glaubt jedoch daran, dass die Kraft des Redens und die Kraft, die er in Osako vermutet, Gutes bewirken können: „Wir sind jetzt alle gefragt, Yuya gut zuzusprechen. Fakt ist, dass wir ihn brauchen.“ (csa)

Zur letzten Meldung vom 21. September 2020:

Das Yuya-Osako-Rätsel: Florian Kohfeldt setzt vergeblich auf den Japaner - und die Fans klatschen beim Wechsel

Bremen – Yuya Osako und Werder Bremen – diese Beziehung könnte in den nächsten Wochen extrem schwierig werden. Eigentlich ist sie es schon. Viele Fans haben bereits ihr Urteil gefällt. Bei der Bekanntgabe der Auswechslung von Osako nach der Halbzeit bei der 1:4-Heimniederlage gegen Hertha BSC via Stadionsprecher brandete großer Applaus auf. Das ist ein ganz schlechtes Zeichen.

Bislang hat Trainer Florian Kohfeldt den 30-Jährigen stets gestützt und immer wieder aufgestellt. Gerne mit dem Hinweis, Osako spiele Pässe, „die sonst keiner spielt.“ Doch diese Pässe kommen nicht weshalb nun selbst Kohfeldt mit seiner Geduld am Ende zu sein scheint. Wie schon im DFB-Pokalspiel des SV Werder Bremen in Jena holte er Osako bereits zur Pause vom Platz. Der Japaner hatte erneut schlampig agiert, zwar viele Bälle gefordert, aber fast genau so viele verloren. Als Spielmacher war Yuya Osako ein Totalausfall. Und einmal mehr stellt sich die Frage, ob er der Mannschaft wirklich dauerhaft helfen kann oder eher zur Belastung wird.

Sein Vertrag läuft noch bis 2022 – und dürfte nicht ganz so schlecht dotiert sein. Denn Kohfeldt wollte den Offensivspezialisten vor zwei Jahren unbedingt haben. Ein Wechsel ist also schon aus finanziellen Gründen sehr unwahrscheinlich – nicht nur aus Osakos, sondern auch aus Werders Sicht. Denn eine hohe Ablösesumme würde der Japaner wohl nicht einbringen. Und bei allem Ärger über den schlechten Saisonstart des Japaners darf nicht vergessen werden: Mit acht Treffern lag Osako in der vergangenen Saison gemeinsam mit Milot Rashica an der Spitze von Werders Torjägerliste. Eigentlich können es sich die Grün-Weißen gar nicht leisten, auf einen wie Osako zu verzichten. Zumal Rashica unbedingt verkauft werden soll, um Kasse zu machen.

Werder Bremen: Yuya Osako muss sich für Leistung wohlfühlen

Was also tun? Anfang des Jahres hat es Kohfeldt mal mit einem Sushi-Trick probiert, beim Abendessen vor dem Pokalspiel gegen Borussia Dortmund im Bremer Parkhotel auch die japanische Spezialität servieren lassen. Mit Erfolg! Yuya Osako spielte 24 Stunden später groß auf und bereitete den dritten Treffer beim 3:2-Coup perfekt vor. Vielleicht gibt es ja die Wiederholung am Freitag vor dem Spiel auf Schalke.

Aber Sushi allein wird kaum reichen. Natürlich ist Osako ein Spieler, der sich vielleicht mehr als andere wohlfühlen muss, der von seinem Selbstvertrauen lebt, um dann besondere Dinge mit dem Ball zu wagen. Die kann er. Deswegen wurde er auch mal als Nachfolger von Max Kruse auserkoren, als dieser Werder Bremen vor gut einem Jahr verließ. Eine Überschätzung, denn Osako hat nicht die spielerische Klasse eines Kruse und ist auch nicht so cool wie der Neu-Berliner.

Werder Bremen: Yuya Osako liegt oft am Boden - von den Fans gibt es Kritik

Der Japaner lässt sich regelmäßig von seinen Gegenspielern abkochen, die ihn immer härter bearbeiten. Oft sogar ungestraft, wie bei der Attacke von Herthas Niklas Stark, dessen Arm Osako hart im Nacken traf. Der Bremer blieb liegen, Schiedsrichter Sascha Stegemann ließ weiterspielen. Bei den Unparteiischen hat Yuya Osako inzwischen einen schweren Stand, weil er oft fällt und sich genauso oft lautstark und theatralisch beschwert. Von wegen höflicher Japaner.

Das ist den Werder-Fans natürlich auch nicht entgangen. Mittlerweile wird Osako fast schon dafür kritisiert, dass er häufig am Boden liegt. Kohfeldt nahm seinen Spieler deshalb in der Vorbereitung ausdrücklich in Schutz: „Wenn man gegen St. Pauli wieder gesehen hat, wie oft er gefoult wurde: Dass es irgendwann nicht mehr geht und er liegen bleibt, kann ich gut nachvollziehen. Ich bitte die Schiedsrichter: Schützt solche Spieler!“

Werder Bremen: Yuya Osako gefordert „wie die anderen Spieler auch“

Nach der Hertha-Pleite wollte Kohfeldt nicht über Osako reden. „Wir haben es als Mannschaft nicht geschafft. Das sollte man nicht an einzelnen festmachen“, meinte der Coach. Sportchef Frank Baumann äußerte sich ähnlich: „Ich bin keiner, der einzelne Spieler kritisiert oder herauspickt. Wir haben als Mannschaft nicht gut gespielt, da braucht man nicht einzelne Spieler stärker in die Pflicht nehmen. Es sind alle gefordert, da gehört Yuya Osako genauso dazu wie die anderen Spieler auch.“

Aber der Offensivmann ist nur noch in der Theorie ein „Unterschiedsspieler in der Bundesliga“, wie ihn Kohfeldt selbst mal bezeichnet hat. Von ihm darf mehr erwartet werden. Ihn muss das Trainerteam irgendwie hinbekommen. In der Vorbereitung sah das eigentlich ganz gut aus. Was er selbst darüber denkt, ist übrigens nicht bekannt. Osako spricht nur selten mit Medienvertretern, in dieser Saison hat er sich bislang noch gar nicht öffentlich geäußert. (kni)

Rubriklistenbild: © gumzmedia

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