Ex-Co-Trainer von Werder Bremen wünscht sich neuen Spielmacher

Rolff rät Werder: „Alles ausreizen“ für einen neuen Diego

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Wolfgang Rolff würde sich für Werder Bremen einen starken neuen Spielmacher wünschen.

Bremen - Von Hans-Günter Klemm. Es fehlten nur wenige I-Tüpfelchen, um das hochgesteckte Ziel zu realisieren. Europa, behauptet Wolfgang Rolff, sei zum Greifen nahe für Werder Bremen. Der langjährige Assistent des Erfolgstrainers Thomas Schaaf, der seinerzeit im Bremer Trainerteam eine wichtige Rolle spielte, sieht eine überaus positive Richtung, die bei seinem ehemaligen Club eingeschlagen worden ist.

Wolfgang Rolff schickt ein Kompliment an die Macher an der Weser: „Sie haben ein gutes Team gebaut, passende Spieler zu einer Einheit zusammengeführt. Eine Entwicklung, die dazu führen wird, dass sich die Mannschaft in der oberen Tabellenhälfte auf Dauer etablieren kann.“

Rolffs Ratschlag an seinen früheren Spieler Frank Baumann, der nun als Geschäftsführer Sport die Verantwortung trägt: Gerade in der Nachfolge des leider abwandernden Max Kruse sollte sich auf dem internationalen Markt umgesehen werden und ein bekannter Spielmacher verpflichtet werden. Ein Typ wie Diego in der Ära von Thomas Schaaf, einer, den individuelle Klasse auszeichnet, der ein Spiel lenken kann und Partien dank seiner Klasse, auch bei ruhenden Bällen, allein entscheiden kann. „Ich weiß, dass solche Spielertypen nicht einfach zu finden sind, dass es schwer ist, sie für Werder zu gewinnen“, so Rolffs Überlegungen, „und mir ist bewusst, dass sie nicht ganz billig sind, doch die Verantwortlichen sollten alles ausreizen, um einen solchen Ausnahmespieler zu holen.“

Wolfgang Rolff lobt den offensiven Spielstil von Werder Bremen

Aus Rolffs Sicht ist dies das entscheidende Mosaiksteinchen, das im Gesamtbild Bremens noch fehlt, um die Mission Europa zu verwirklichen. Für ihn, der zuletzt als Co-Trainer von Felix Magath beim chinesischen Erstligisten Shandong Luneng Taishan gearbeitet hat, ist die Basis bereits gelegt, damit Werder wieder die Rolle spielen kann, die der Verein einst wie selbstverständlich über eine Dekade innehatte. Ein Verdienst von Florian Kohfeldt, den Rolff in seiner Bremer Zeit aus der Ferne kennengelernt hat. Einen „guten Job“ zu machen, bescheinigt er dem Kollegen. „Dabei kommt er in der Außendarstellung sehr gut rüber.“ Zudem greife seine Philosophie bestens. Zitat: „Kohfeldt lässt offensiv spielen. Offensive wird immer belohnt!“

Dieser Stil gefällt dem Ex-Nationalspieler, der 1983 mit dem Hamburger SV den Europapokal der Landesmeister gewonnen hat und 1986 zur Nationalelf zählte, die Vize-Weltmeister geworden ist. Rolff lässt den Namen Klopp fallen, der auch mit Offensivfußball erfolgreich sei. Rolff erwähnt die großen Bremer Trainer-Gurus Otto Rehhagel und Thomas Schaaf. Kohfeldt auf deren Spuren, es ist wie ein Ritterschlag für das momentan wirkende Trainertalent im Weserstadion: „Lieber ein 5:4 als ein 1:0, viele Tore, viel Spektakel, das honoriert auch das Publikum.“ Es sei die ideale Marschroute, so der 59-Jährige, der momentan ohne Job ist, auf Angebote aus dem asiatischen Raum, aus den Emiraten oder China wartet, „so dass Werder wieder aussichtsreich ins Rennen um die Plätze vier bis sieben eingreifen kann.“

Wolfgang Rolff: Will Werder Bremen Europa erreichen, müssen alle Stammspieler gehalten werden

Voraussetzung dafür sei, dass nach dem schmerzlichen Abgang von Kruse alle Stammspieler gehalten werden. Stützen wie Torwart Jiri Pavlenka und Stürmer Milot Rashica. Neuzugang Niclas Füllkrug betrachtet Rolff als guten Einkauf, „wenn er gesundheitlich fit ist.“ Problematisch ist für ihn die Situation auf der Position des Sechsers. 

Schon als Assistenztrainer unter Thomas Schaaf ist er mit dem beginnenden Leidensweg von Philipp Bargfrede konfrontiert worden. Tragisch findet Rolff, ein Bargfrede-Fan, die Verletzungshistorie des geborenen defensiven Mittelfeldmannes. „Philipp macht alles für die Mannschaft, er rennt und ackert, denkt immer mannschaftsdienlich“, singt Rolff ein kräftiges Loblied auf den Dauerpatienten, dem er wünscht, „dass er wieder auf die Beine kommt.“

Unterdessen berichten türkische Medien, dass der Wechsel von Max Kruse von Werder Bremen zu Fenerbahce Istanbul schon so gut wie fix sein soll. Feststeht, dass Claudio Pizarro und Milot Rashica bei Werder Bremen neue Rückennummern erhalten werden. Eingetütet wurde ein Wechsel abseits des Platzes: Werder holt den Medienchef des FC St. Pauli.

Quelle: DeichStube

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