Unterstützung von Wiese und Burdenski, aber auch Kritik

Wolf wehrt sich: „Es ist eine Frechheit, das nicht zu pfeifen“

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Raphael Wolf hat sich in Frankfurt den Beckenkamm geprellt – sein Einsatz am Samstag gegen Hannover ist gefährdet.

Bremen - Eine Szene, viele Meinungen: Der Zusammenprall zwischen Werder-Keeper Raphael Wolf und Frankfurts Haris Seferovic, der zum vorentscheidenden 2:1 der Frankfurter führte, wird kontrovers diskutiert. Dafür hat Wolf kein Verständnis und kritisiert Schiedsrichter Christian Dingert: „Es ist eine Frechheit, das nicht zu pfeifen. Ich gehe zum Ball und sehe plötzlich, wie er mir mit dem Knie vorneweg entgegenspringt. Es ist doch menschlich, dass du darauf reagierst.“

Damit will Wolf auch erklären, dass er den Ball vor dem Zusammenstoß mit dem Schweizer nicht richtig zu greifen bekam. Doch bei der Bewertung dieser Aktion herrscht große Einigkeit. „Er muss da schon energischer zum Ball gehen“, findet Tim Wiese und fügt noch schmunzelnd an: „Ich wäre bestimmt mutiger rausgekommen, aber damit habe ich ja auch öfters mal falsch gelegen...“ Genauso falsch wie in dieser Szene auch der Unparteiische, urteilt Werders ehemaliger Keeper: „Es ist im Fünfmeterraum, der Schiedsrichter muss das abpfeifen, das war ein klares Foul.“

Die Bremer Torhüterlegende Dieter Burdenski sieht das anders: „Er ist da etwas halbherzig hingegangen und hat deshalb den Ball nicht bekommen. Für mich war das ein reguläres Tor, weil es erst zum Kontakt der beiden Spieler kommt, als der Ball frei ist.“

Es ist nicht die erste Szene in dieser Saison, in der Wolf unglücklich agierte. Viktor Skripnik erinnert an den ersten Treffer in Hamburg, als Wolf bei einem weiten Einwurf auf der Linie klebte. „Mein Wunsch ist, dass sich der Stürmer auch ein bisschen weh tut“, sagt der Werder-Trainer.

Ist Wolf zu vorsichtig geworden? Im März 2013 prallte er im Training mit Ersatzkeeper Richard Strebinger, der als Stürmer aushalf, zusammen und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Seitdem soll er angeblich ängstlicher agieren. „Das ist Quatsch“, findet Burdenski: „Er ist kein ängstlicher Mensch. Werder hat kein Torwartproblem. Wolf ist ein guter Torwart, aber zum sehr guten Torwart fehlt ihm noch etwas.“ Wiese äußert sich ähnlich: „Werder hat kein Torwartproblem, sondern ein Mannschaftsproblem. Auch mit einem Manuel Neuer im Tor würde Werder da unten stehen.“

Skripnik ist grundsätzlich zufrieden mit Wolf. „Er macht seine Sache gut“, sagt der Ukrainer über den 26-Jährigen. Er könne allerdings noch an seiner Ausstrahlung arbeiten, um sich auch für solche Situationen wie mit Seferovic mehr Respekt zu verschaffen. Einen Freibrief bekommt Wolf jedenfalls nicht – und muss sogar neue Konkurrenz fürchten. „Wir müssen über alles nachdenken. Wenn es die Möglichkeit gibt, sich zu verbessern, dann müssen wir das machen“, erwiderte Skripnik auf die Frage, ob er auch auf der Torhüterposition im Winter Handlungsbedarf sehe.

Sollte Wolf nach seiner Beckenkammprellung nicht bis zum Hannover-Spiel am Samstag fit werden, dann wird ihn Strebinger ersetzen – wie schon in Frankfurt, als Wolf kurz nach dem Zusammenprall verletzungsbedingt aufgeben musste.

kni

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