In Freiburg darf der bisherige Stammkeeper wieder ran / Aber was danach ist, lässt Trainer Skripnik offen

Wolf – eine Rückkehr auf Bewährung

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Unter Beobachtung: Die Bremer Trainer schauen ganz genau hin, wie Torwart Raphael Wolf sich schlägt.

Bremen - Gestern Vormittag nach dem Auslaufen durfte Koen Casteels noch hoffen. Dass er nach seinem Pflichtspiel-Debüt für Werder im DFB-Pokal bei Arminia Bielefeld (1:3) im Tor bleibt – und morgen Nachmittag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel beim SC Freiburg auch in der Bundesliga aufläuft. „Wir haben noch nicht darüber gesprochen. Ich muss abwarten“, sagte der 22-jährige Belgier, den die Bremer bis Saisonende vom VfL Wolfsburg ausgeliehen haben.

Dieses Warten dauerte aber nicht allzu lange. Anderthalb Stunden später stellte Werder-Coach Viktor Skripnik auf der Pressekonferenz klar: Casteels muss raus, der bisherige Stammkeeper Raphael Wolf (26) rutscht wieder rein. „Es ist gängige Praxis, dass im Pokal der zweite Torwart spielt. Jetzt kommt die Bundesliga, da spielt ,Rapha‘ – ganz einfach“, erklärte Skripnik.

Was aber nach diesem Wochenende wird, ließ der Coach offen. „Dann schauen wir. Dauerhaft kann man das nicht planen“, meinte der 45-Jährige. Volle Rückendeckung für die Nummer eins hört sich ganz anders an. Es wirkt vielmehr so, als spielt Wolf auf Bewährung und hat nicht mehr viel Zeit, seinen Coach voll zu überzeugen. Vielleicht sogar nur noch ein Spiel? Der Eindruck: Berappelt sich Wolf und hält in Freiburg stark, genießt er weiter das Vertrauen. Leistet er sich aber wieder solche Patzer wie in den vergangenen Wochen, wechselt Skripnik – dann auch in der Bundesliga.

Bisher hat der Bremer Coach, der mit der Aufstellung von Casteels (dem die Spielpraxis fehlt) durchaus ein hohes Risiko einging, beim Torwart-Thema keine glückliche Figur abgegeben. Vor dem Spiel in Bielefeld hätte er klar sagen können, dass Casteels fortan sein Pokal-Keeper ist. Tat er aber nicht, stattdessen gab er sich unnötig geheimnisvoll. Und nach dem Spiel in Bielefeld ließ er zunächst offen, wer in Freiburg das Tor hütet. Erst gestern klärte er auf – aber die Ansage galt eben nur für Freiburg. „,Rapha‘ weiß Bescheid, dass er spielt“, erklärte Skripnik.

Casteels weiß inzwischen, dass er nicht spielt. Er weiß aber auch, dass sich das schnell ändern kann und sich der Konkurrenzkampf mit Wolf, zu dem er nach eigenen Angaben seit dem ersten Tag „ein sehr gutes Verhältnis“ pflegt, verschärft hat. „Raphael und ich müssen jeden Tag unsere volle Leistung abliefern“, betont der Belgier.

In Bielefeld ist ihm das insgesamt recht ordentlich gelungen, findet Skripnik: „Er hatte keine Möglichkeit, uns zu retten. Aber er hat bestätigt, dass er uns helfen kann. Es war eine solide Partie.“ Bei Casteels, der nach seinem Nasenbeinbruch vor vier Wochen inzwischen wieder ohne Gesichtsmaske auskommt, überwog hingegen der Frust: „Es ist nicht so gut gelaufen. Für einen Torwart war es kein einfaches Spiel, sogar ein Scheißspiel. Man bekommt nicht so viel drauf und kassiert trotzdem drei Gegentore. Das macht natürlich keinen Spaß.“

Pressekonferenz vor Freiburg-Spiel

In einer Szene hatte jedoch auch er nicht wirklich gut ausgesehen. Vor dem 0:1 brachte Casteels den an der Außenlinie stehenden Sebastian Prödl mit einem halbhohen Pass in Bedrängnis. Der Innenverteidiger drosch den Ball „in die falsche Richtung“ (Prödl), genau in die Mitte, und leitete damit das Bielefelder Führungstor ein. Skripnik nannte Casteels’ Anspiel „nicht optimal“, der Keeper sah es ein bisschen anders. „Ich habe versucht, es fußballerisch zu lösen. Der Pass war eigentlich gut in den Lauf gespielt. Solche Bälle auf die Außenverteidiger gehören zu meinen Stärken“, urteilte Casteels und fügte an: „Ich versuche, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und kann nicht jedes Ding lang rausschlagen.“

mr

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