Werder verteidigt Wohninvest-Deal

Werder-Chef Bode: Neuer Stadion-Name verhindert teurere Tickets

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Wohninvest passt vielen Fans des SV Werder Bremen nicht. Beim Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf machten die Anhänger gegen den neuen Stadion Namensgeber mobil.

Bremen – Die Proteste waren beim ersten Bundesliga-Heimspiel des SV Werder Bremen am vergangenen Samstag nicht zu übersehen: Vielen Fans schmeckt es überhaupt nicht, dass die Arena am Osterdeich seit dieser Saison Wohninvest Weserstadion heißt.

Nun hat Werder Bremens Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode den Verkauf der Namensrechte am Weserstadion noch einmal öffentlich verteidigt und als Alternative höhere Ticketpreise ins Gespräch gebracht. „Wenn wir in der Bundesliga mithalten wollen, gehört Sponsoring dazu. Wir sind nun mal ganz weit weg von einer Situation wie sie sich die Macher der Olympischen Spiele vorgestellt haben", sagte der 50-Jährige der „Sport Bild": „Wir befinden uns in einem kommerziellen Umfeld im Profi-Sport."

Werder Bremen: Fans empfinden neuen Stadion-Namen als Katastrophe

Die Bremer Weserstadion GmbH (BWS), an der Werder Bremen und die Stadt Bremen zu je 50 Prozent beteiligt sind, erhält in den nächsten zehn Jahren insgesamt 30 Millionen Euro von dem Immobilienunternehmen Wohninvest. „Wir lassen uns die Ideale, die uns wichtig sind, mit Sicherheit nicht abkaufen", betonte Bode und erklärte: „Unsere Grenzen sind andere als die der Ultras, sie sind deutlich idealistischer. Für die Fan-Gruppen, die protestiert haben, ist der Verkauf des Naming-Rights prinzipiell eine Katastrophe, sie empfinden das als Tabu-Bruch."

Ohne die Partnerschaft hätte Werder Bremen aber andere Optionen wie zum Beispiel eine Erhöhung der Ticketpreise prüfen müssen. „Klar ist: Auf das Naming-Right zu verzichten, hätte den Handlungsspielraum für die Entwicklung von Werder eingeschränkt!", sagte Bode. (dpa/kni)

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Am Samstag steht das erste Auswärtsspiel der Saison in Sinsheim an. So seht Ihr die Partie von Werder Bremen gegen die TSG Hoffenheim live im TV.

Zur letzten Meldung vom 15. August 2019:

Protest der Werder-Fans wegen Woninvest - „so etwas muss ein Verein aushalten“

Protest gegen die Umbenennung des Weserstadions? Da ließen sich die Fans aus der Ostkurve nicht zweimal bitten. Mit mehr als 30 Bannern und deutlichen Botschaften demonstrierte die Kurve am Samstag vor dem Spiel von Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf gegen den neuen Wohninvest-Vornamen des Weserstadions.

Für den Deal, die Namensrechte für 30 Millionen Euro und zehn Jahre an das Immobilienunternehmen Wohninvest verkauft zu haben, hagelte es dabei die erwartete Kritik. Einstecken mussten Werder und Wohninvest-Chef Harald Panzer gleichermaßen. 

Werder Bremen: Verantwortliche halten Proteste gegen Wohninvest für angemessen

„Panzer, roll ab!“, stand auf einem Spruchband. Auf einem anderen wurde die Moral des Clubs ins Visier genommen: „Ideale sind wie Koks ein Teil bleibt immer am Geldschein hängen.“ Und die zentrale, grundsätzliche Einstellung der Ostkurven-Fans durfte natürlich auch nicht fehlen: „Weserstadion bleibt Weserstadion.“

Werder nahm den von einer Ultra-Gruppe initiierten Protest hin, weder bei Sportchef Frank Baumann noch bei Trainer Florian Kohfeldt stieg deshalb der Puls. „Es war ja angekündigt, dass der Spieltag dafür genutzt wird. Ich glaube, im Großen und Ganzen war das in Ordnung“, urteilte Baumann – natürlich wissend, dass der Protest ohnehin ins Leere läuft. Die Verträge sind längst geschlossen, und die Namenstraditionalisten unter den Fans werden das Rad nicht mehr zurückdrehen.

Fotostrecke: Fan-Proteste und drei Gegentore zum Saison-Start

Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © gumzmedia
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © dpa
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
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Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf © gumzmedia
Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf
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Florian Kohfeldt über Fan-Proteste bei Werder Bremen: „Muss ein Verein aushalten können“

Für Coach Kohfeldt war die Aktion eine „legitime Meinungskundgebung. So etwas muss ein Verein aushalten können“. Zumal alles „sachlich und friedlich“ war: „Dann finde ich das völlig in Ordnung.“ Selbst als der Club in der Halbzeitpause den Wohninvest-Botschafter und Paralympics-Kugelstoßer Niko Kappel via Stadionmikro interviewen ließ, gab es keine Pfiffe.

Weil an einem Spieltag für die inhaltliche Auseinandersetzung logischerweise die Zeit fehlt, hatten sich Mannschaft und Trainerteam bereits in der vergangenen Woche mit Vertretern der Fans getroffen, um sich mit den aktuellen Themen der Szene vertraut zu machen. Dabei ging es nicht nur um den Verkauf des Stadionnamens, aber eben auch. Kohfeldt: „Grundsätzlich war es der Wunsch von Mannschaft und uns Trainern, uns mal mit den Fans zu treffen. Um anzuerkennen, was sie die letzten Jahre für uns geleistet haben, andererseits um Kleinigkeiten zu besprechen. Einfach mal so, ohne Krise, ohne Anlass.“ Es war eine Premiere, soll aber nicht das letzte Mal gewesen sein. (csa)

Erste Proteste gab es schon am Samstagabend beim Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst. Weitere sind zum Bundesliga-Auftakt am Samstag gegen Düsseldorf zu erwarten.

Zur ersten Meldung vom 17. August 2019:

Werder-Ultras rufen zu Protest-Spieltag gegen Düsseldorf auf

Die Proteste gegen den neuen Namenssponsor gehen weiter. Nach der Umbenennung des Weserstadions in „Wohninvest Weserstadion“ findet beim Heimspiel von Werder Bremen am Samstag gegen Fortuna Düsseldorf (Anstoß 15.30 Uhr) ein Aktionsspieltag statt. 

Zum Bundesliga-Auftakt von Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 15.30 Uhr) rufen diverse Bremer Ultra-Gruppierungen unter dem Motto „Weserstadion bleibt Weserstadion“ zu einem Aktionsspieltag gegen die Umbenennung des Weserstadions auf. Während des Einlaufs beider Mannschaften sollen unter anderem ein großes Spruchband mit der Aufschrift „Weserstadion unantastbar“ sowie andere „optische Elemente“ als Protest gegen den ungeliebten neuen Vornamen des Weserstadions präsentiert werden.

„Wir lehnen den Verkauf des Stadionnamens, insbesondere an einen Konzern wie Wohninvest und alles wofür dieser Deal steht, entschieden ab. Dies tun wir nicht, weil wir Freude am Protest haben, sondern weil Werder Bremen dadurch wieder ein großes Identifikationsmerkmal für uns Fans und für die Stadt Bremen veräußert hat“, heißt es dazu in einem Statement der Ultras (UTB, L‘Intesa Verde, Ultra‘ Boys, Wanderers Bremen und HB-Crew). 

Werder Bremen: Erste Proteste schon beim Pokalspiel gegen Atlas Delmenhorst

Schon im DFB-Pokalspiel am vergangenen Samstag gegen Atlas Delmenhorst waren vereinzelt Banner zu sehen, die eindeutig die Missbilligung der Ultras dem neuen Werder-Deal gegenüber zum Ausdruck gebracht hatten. So hing beispielsweise über der Wohninvest-Loge ein Spruchband mit der Aufschrift „Immobilienhaie - Vorsicht bissig“. 

Seit dem 1. Juli trägt das Weserstadion offiziell den neuen Namen „Wohninvest Weserstadion“. Die „Wohninvest Holding GmbH“, ein Immobilien-Unternehmen aus Fellbach bei Stuttgart, zahlt drei Millionen Euro pro Jahr für die Namensrechte, die Laufzeit des Vertrags beträgt zehn Jahre. Das ergibt ein Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro. (mwi/msw)

Mehr News zu Werder Bremen

Der Wunschspieler soll den Grün-Weißen abgesagt haben: Die angestrebte Leihe von Benjamin Henrichs ist für Werder Bremen wohl vom Tisch. Unterdessen blocken die Grün-Weißen noch alle Gerüchte um einen Wechsel von Nabil Bentaleb zu Werder Bremen ab. Ein anderes Gerücht hat Frank Baumann nun unmissverständlich ins Reich der Fabeln verwiesen: Mario Götze wechselt nicht vom BVB zu Werder Bremen. Alles zum Bundesliga-Start von Werder Bremen gegen Fortuna Düsseldorf gibt es hier.

Quelle: DeichStube

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