Werder will heute den ersten Sieg in Augsburg

"Knie schlottern nicht"

Bremen - Von Malte Rehnert. November 2014: zehn Punkte nach elf Spielen. November 2015: zehn Punkte nach elf Spielen. Werder steht (bis auf die Tordifferenz/ -7 statt -10) aktuell nicht besser da als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison – und als 16. schon wieder im tiefen Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga.

„Wir stecken im Abstiegskampf“, sagt Kapitän Kapitän Clemens Fritz. Um sich ein bisschen Luft zu verschaffen, brauchen die Bremer heute (17.30 Uhr) bei Schlusslicht FC Augsburg einen Sieg. Doch das wird alles andere als einfach. Erstens haben die Augsburger mit dem 4:1 in der Europa League gegen den AZ Alkmaar reichlich Selbstvertrauen aufgebaut. Und zweitens sind die Schwaben so etwas wie ein Angstgegner von Werder. Drei von vier Partien in Augsburg gingen verloren, dazu gab es ein Unentschieden – einen Sieg aber noch nicht. „Es wird Zeit, dass wir das da endlich mal wuppen“, findet Offensivmann Fin Bartels. Und auch Trainer Viktor Skripnik hofft, „dass wir diese Serie brechen können“. Er selbst war „noch nie in Augsburg“ und will gleich beim ersten Besuch alle drei Punkte mitnehmen. Wichtigste Voraussetzung hierfür dürfte sein, sich mit aller Macht zu wehren. „Wir müssen mehr als 100 Prozent geben, sonst werden wir da nichts holen“, ahnt Fritz, der selbst wegen einer Oberschenkelverhärtung passen muss. „Augsburg war schon immer ein unangenehmer Gegner“, erinnert sich Sportchef Thomas Eichin. „Die haben einige clevere Leute, die alles ausnutzen, um ihrem Team einen Vorteil zu verschaffen. Aber“, ergänzt der 49-Jährige, „davon haben wir auch genug.“

Trotz der erneut prekären Gesamtsituation klingt Eichin nicht sonderlich besorgt. „Wir hatten in der Vergangenheit schon mal Phasen, wo das Selbstvertrauen fehlte. Das ist aktuell nicht der Fall.“ Er habe „nicht den Eindruck, dass unseren Spielern die Knie schlottern“. Vielmehr seien die Profis „verärgert, dass sie einige Punkte haben liegenlassen. Wir haben ein klares Ergebnisproblem“, sagt Eichin – vor allem mit Blick auf die Pleiten gegen Ingolstadt, Darmstadt und Hannover. Heute Abend will Werder mal das bessere Ende für sich haben und den ersten Schritt aus dem Keller tun. Dass danach weitere folgen, davon ist Co-Trainer Torsten Frings felsenfest überzeugt: „Ich bin mir zu 1 000 Prozent sicher, dass wir am Ende der Saison nicht auf dem Relegations- oder einem Abstiegsplatz stehen werden.“

Rubriklistenbild: © nordphoto

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