Interview vor #SVWSCF

Im WhatsApp-Chat mit Nils Petersen und Aleksandar Ignjovski

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Vor dem Spiel zwischen Werder und dem SC Freiburg hat die DeichStube mit den Ex-Bremern Nils Petersen und Aleksandar Ignjovski gesprochen – wobei: vielmehr gechattet. Herausgekommen ist ein launiges WhatsApp-Interview mit den beiden Freiburgern. Klickt Euch im Slider durch die unbearbeitete Originalfassung oder lest die abgetippte Variante weiter unten.

Moin! Cool, dass Ihr Euch die Zeit genommen habt.

Nils Petersen: Salli aus Freiburg

Aleksandar Ignjovski: Dobar dan. Moin, moin! Dobar dan heißt auf serbisch guten Tag.

Na dann, Dobar dan! Schickt doch mal ein Selfie von Euch. Wo seid Ihr gerade?

Petersen: Spielanalyse zuhause.

Ignjovski: Bin in der Badewanne (lacht).

Legen wir los: Am Samstag geht's gegen Euren Ex-Club Werder. Beide Teams sind noch sieglos und stehen bereits unter Druck. Das Timing eines „netten" Wiedersehens hätte besser sein können, oder?

Petersen: Ich denke, dass sich beide Mannschaften nach dem ersten Dreier sehnen und der Druck auf beiden Seiten da ist.

Iggy, wie siehst Du die Ausgangslage?

Ignjovski: Ich glaube, dass beide Mannschaften auch schon mehr Punkte haben könnten. Langsam muss aber auch ein Sieg kommen und Druck ist auf beiden Seiten da.

Ist der Druck in Freiburg grundsätzlich geringer als bei anderen Bundesligisten, weil die Ansprüche immer sehr bescheiden sind?

Ignjovski: ich glaube, dass es ein bisschen ruhiger in Freiburg ist. Aber nicht viel – wenn es um den Klassenerhalt geht, bist du immer unter Druck. Weil es ja nicht nur um die Spieler geht, sondern um den ganzen Verein.

Petersen: Der Druck ist ähnlich, weil wir letzte Saison sehr erfolgreich waren und die Bremer Fans im Laufe der Zeit ihre Ansprüche runterfahren mussten. Beide Fanseiten sind sehr, sehr positiv und vorbildlich, von daher wird für uns ein Gastspiel kein Vorteil sein. Aber klar, als Bremer Fan erwartest du einen Sieg!

Ignjovski: Klasse Nils. Du könntest auch als Journalist arbeiten.

Nils, Du bist wieder fit und hast gegen Hannover direkt wieder getroffen. Schenkst Du Werder auch einen ein? Es wäre Dein erster Treffer gegen Werder im Weserstadion...

Petersen: Ich bin glücklich, dass mein erstes Tor gelungen ist. Und hoffe natürlich, dass ich Samstag da weitermachen kann. An erster Stelle steht aber in unserer Situation der Dreier. Da kann von mir aus auch Iggy knipsen.

Wenn er mit nach Bremen darf. Iggy, Du warst in dieser Saison noch nicht im Bundesliga-Kader. Was ist da los?

Ignjovski: Stimmt. Ich weiß auch nicht, was da los ist. Ich sehe das so: Nach dem Europa-League-Spiel habe ich wegen meiner Achillessehne eine Woche Pause gemacht. Danach hat meine Konkurrenz nicht schlecht gespielt und dann ist es natürlich schwer, wieder in den Kader zu kommen. Ich höre aber nicht auf und gebe jeden Tag Gas. Ich hoffe, dass ich bald wieder meine Chance bekomme.

Welche Emotionen kommen hoch, wenn Ihr an Euren Ex-Club Werder denkt?

Ignjovski: Liebe.

Petersen: Ich freue mich auf Samstag und denke noch oft und gerne an die Bremer Zeit. Es war schade, dass sie von heute auf morgen endete, aber so hat sich ein neues, schönes Kapitel geöffnet. Ich wünsche dem Verein immer nur das Beste, bis auf diesen Samstag vielleicht.

Ignjovski: ich sehe das genauso wie Nils.

Iggy, ist Euer Kind in Bremen geboren?

Ignjovski: Ja, das erste. Dieser Moment bleibt für das ganze Leben.

Natürlich! Und damit wohl auch Bremen im Herzen.

Ignjovski: Genau!

Hast Du zuletzt mal daran gedacht, wie es wäre, wieder für Werder zu spielen?

Ignjovski: Ganz ehrlich: Wenn ich in meiner Karriere noch einmal dort spielen könnte, würde ich mich sehr freuen.

Und wie ist es bei Dir, Nils? Werder hat im Sommer einen Stürmer gesucht. Hättest Du Dich über einen Anruf aus Bremen gefreut?

Petersen: Ich bin Realist. Es ist meistens so, dass es bei einer Rückkehr nie wieder wie früher sein wird. Und ich bin aktuell sehr glücklich beim SCF. Aber man soll niemals nie sagen. Wobei mir dann Clemens Fritz als Kabinennachbar brutal fehlen würde (lacht).

Der schiebt jetzt 'nen Kinderwagen vor sich her...

Petersen: Geht ja auch straff auf die 40 zu...

Ein Grund beim SC Freiburg zufrieden zu sein, ist für viele vermutlich der Trainer. Gibt es eigentlich irgendjemanden, der Christian Streich nicht mag?

Ignjovski: der Gegner, wenn der SC gewinnt?

Vermutlich.

Petersen: Jeder, der auf der Bank oder der Tribüne sitzt, ist unzufrieden. Aber der Trainer besitzt das Talent, dies gut zu kommunizieren. Das zeichnet ihn aus. Und dass er seine Reichweite gut nutzt, auch zu anderen Themen.

Und wie ist Euer Draht zu Florian Bruns? Ein weiterer Ex-Werderaner beim SC Freiburg.

Petersen: Er tut uns total gut und hat sehr viele Sympathien im Team. Wir sind froh, dass er bei uns ist.

Ignjovski: Bevor Florian zu uns gekommen ist, kannten wir uns nicht gut. Aber er ist sehr engagiert und hilft uns auf und neben dem Platz. Super, dass er bei uns ist.

Dann lasst uns zum Abschluss wieder über das Spiel am Samstag reden. Beim letzten Aufeinandertreffen hat Werder in Freiburg deutlich mit 5:2 gewonnen. Das darf man als „Reise" bezeichnen. 

Zudem habt Ihr auswärts in dieser Saison acht Tore kassiert und zweimal deutlich verloren. Warum läuft es in Bremen besser für den SC Freiburg?

Ignjovski: Nils, eine professionelle Antwort bitte (lacht).

Petersen: Die Vorzeichen sind andere. Bremen hatte damals ein brutales „Hoch" und hat uns am richtigen Tag erwischt. Wir vergessen auch nicht das Hinspiel (1:3). Zudem fehlt mit Max Kruse der letztjährige „Dosenöffner" und auch wohl wichtigste Spieler beim SVW. Hoffentlich ist er aber bald wieder fit.

Ignjovski: Nils, Du könntest auch locker als Sky-Experte arbeiten.

Petersen: Und Du als Dolmetscher für unsere serbischen Mitbürger.

Nils ist ja schon DeichStuben-Kolumnist. Dann fehlen eigentlich nur noch Eure Tipps. Wie geht's aus?

Ignjovski: 0:1

Petersen: 0:1 klingt gut.

Herzlichen Dank an Euch! Toll, dass Ihr das mitgemacht habt!

Ignjovski: Gerne. Und sorry wegen meines Deutschs – muss noch besser werden. Die Kinder machen Stress. Viele Grüße!

Petersen: Danke dir! Hat Spaß gemacht. Bis Samstag.

Dein Deutsch ist super! Alles Gute! Viele Grüße aus der DeichStube!


Von Timo Strömer

Quelle: DeichStube

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