Kommentar zu Werders Talfahrt

Da hat sich einiges entzweit

Ein Kommentar von Björn Knips. Als sich Zlatko Junuzovic gestern den Medien stellte, da sagte der Mittelfeldspieler einen Satz, der ein großes Problem der aktuellen Werder-Welt offen legt: „Wir müssen wieder auf einen Nenner kommen.“ Der Vize-Kapitän meinte damit eigentlich nur die Mannschaft und das Geschehen auf dem Platz, doch bei Werder ist gerade ziemlich viel entzweit. Von einer Einheit ist der Club weit entfernt.

Da war zum Beispiel der elendig lange Vertragspoker zwischen Aufsichtsratschef Marco Bode und Sportchef Thomas Eichin. Die Beteiligten wirkten zeitweise wie Gegner und nicht wie Vereinskollegen, die gemeinsam für eine Sache, also Werder kämpfen.

Ähnlich distanziert wirkt das Verhältnis eine Stufe tiefer zwischen Eichin und Trainer Viktor Skripnik. Anstatt sich direkt nach der dritten Pleite in Folge auf eine gemeinsame Sprachregelung oder eine Medienstrategie zu einigen, kündigte der eine (Skripnik) eine Krisensitzung an und der andere (Eichin) betonte, man benötige keinen Krisenstab.

Auch das Verhältnis des Trainers zu den Spielern ist gerade nicht von größtem Vertrauen geprägt. Für das Darmstadt-Spiel wird ein Felix Kroos für nicht hart genug als Barg-frede-Ersatz empfunden, gegen Leverkusen soll er dann doch wieder vor der Abwehr abräumen. Sicherlich fehlen Skripnik bei den vielen Ausfällen die echten Alternativen. Aber auf die Jugend zu setzen, das ist der Werder-Weg, der von allen (auch von Skripnik) immer wieder verteidigt wird. Der Coach setzt dabei auf Masse. Er lässt mal den einen jungen Spieler ran, dann einen anderen. Gegen Leverkusen durften gleich zwei Spieler debütieren – nach 55 Minuten auch noch gleichzeitig. Es wirkte wie ein Verzweiflungsakt.

Natürlich ist die Lage angespannt. Aber Panik hilft überhaupt nicht, das Krisengerede ebenfalls nicht. Werder darf sich jetzt nicht zu schlecht reden, dann glaubt irgendwann jeder daran – so wie unter Robin Dutt. Werder muss schnell wieder auf einen Nenner kommen!

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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