Werders neuer Sportchef Baumann

Ab sofort im Rampenlicht

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Frank Baumann (Archivbild)

Bremen – Eine Werder-Legende ist er – bisher allerdings nur als Spieler. Frank Baumann hat nach seiner aktiven Laufbahn zwar auch schon als Funktionär für die Bremer gearbeitet, das allerdings größtenteils im Hintergrund. Nun wird sich der 40-Jährige als Eichin-Nachfolger, als Sportchef der Grün-Weißen, in vorderster Reihe beweisen müssen.

„Mir ist ganz wichtig zu sagen, dass die Spielervergangenheit bei Werder keine zentrale Rolle gespielt hat – viel wichtiger sind seine große Kompetenz, Erfahrung und Persönlichkeit“, erklärte Bode am Donnerstag die Entscheidung pro Baumann. Eine Aussage, die zumindest mit Blick auf den Punkt der Erfahrung erstaunt. Denn als Funktionär hat Baumann auf der Bundesligabühne bisher noch keine großen Fußspuren hinterlassen. Nach seiner aktiven Laufbahn war er zunächst als Assistent des damaligen Geschäftsführungsvorsitzenden Klaus Allofs im Management der Grün-Weißen tätig. Ab 2011 leitete er die Scouting-Abteilung, um dann Ende 2012 zum Direktor Profifußball und Scouting aufzusteigen. In dieser Zeit arbeitete er auch übergangsweise als Sportchef und war unter anderem für die Verpflichtung von Mateo Pavlovic verantwortlich.

Positionen, die Bodes Belege für Baumanns große Erfahrung sein sollen. Der 46-Jährige hebt dabei besonders „die wichtigen Erfahrungen“ hervor, die Baummann an Allofs' Seite gesammelt hat - und dass er sich „intensiv“ mit dem Thema Scouting beschäftigt hat. Allerdings sind es auch Positionen, in denen Baumann meist ungestört im Hintergrund arbeiten konnte, und dessen Arbeitsbereiche eher im Spektrum der U23 einzuordnen waren. Positionen, die zum Wesen Baumanns passten. „Weder als Spieler noch in der Funktion als Sportdirektor war es mir wichtig, mich in der Öffentlichkeit zu profilieren“, sagte er in einem Interview mit der Kreiszeitung im Juni 2015.

Nach der Spielzeit 2014/2015 zog sich Werders Ehrenspielführer aus dem Profifußball zurück, um sich für ein Jahr eine Auszeit zu nehmen. Eine Rückkehr zu den Bremern war aber schon damals denkbar. Direkt in der ersten Reihe, an vorderster Front zu arbeiten - das wollte er aber eigentlich nicht: „Nicht als Trainer, nicht als Manager“, hatte Baumann im Juni 2015 anlässlich seines Abschieds gesagt. Genau das wird der 40-Jährige ab kommender Woche nun aber tun.

Er übernimmt die Verantwortung für den sportlichen Bereich bei den Grün-Weißen. Er übernimmt eine Mammutaufgabe vom gefeuerten Thomas Eichin. Baumann wird sich hauptverantwortlich um die Zusammenstellung des Kaders für die kommende Saison kümmern müssen. Und das, obwohl er fast ein Jahr raus war aus dem Profifußball. Darin sieht Bode aber auch kein Problem. Er habe vollstes Vertrauen. Die nötigen Kontakte, über die Baumann selbst vielleicht noch nicht verfüge, die habe Werder, so Bode.

Baumann selbst ist bereit: „Ich übernehme gerne wieder Verantwortung beim SV Werder. Ich habe das Jahr genutzt, um Abstand zu gewinnen, meine bisherige Arbeit zu reflektieren, aber auch um Ideen zu sammeln und mich fortzubilden“, wird er in einer Stellungnahme auf werder.de zitiert. Mehr war von Baumann am Donnerstag aber noch nicht zu hören. Vor seiner offiziellen Vorstellung wolle er sich nicht äußern, ließ er wissen.
mib

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