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Illertissen verkürzt auf 2:3 gegen Werder

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Bremen - Von Marc Stehr. Heidenheim, Münster, Saarbrücken - gegen diese unterklassigen Gegner endeten in den letzten drei Jahren die Pokalträume der Bremer Fans. In diesem Jahr wartet mit dem FV Illertissen erneut ein Underdog darauf, den Grün-Weißen in der ersten Runde des DFB-Pokals ein Bein zu stellen.

Live Blog DFB-Pokal Illertissen vs. Werder Bremen
 

Vorbericht

Für Robin Dutt ist es eine „Mentalitätsfrage“, den Pokal-Fluch zu besiegen. Nach einer durchaus gelungenen Vorbereitung (u.a. 3:0 gegen Chelsea) blickt man optimistisch in die kommende Spielzeit. Dass ein Auftaktsieg im DFB-Pokal Pflicht ist, darüber ist man sich an der Weser einig. Dennoch wird nichts dem Zufall überlassen. „Wir haben die letzten vier Spiele von Illertissen beobachtet. So machen wir es bei jedem Gegner.“Auch personell scheint sich der Werder-Coach bereits auf seine Wunsch-Elf festgelegt zu haben, wenngleich mit Sebastian Prödl (Muskelfaserriss im Oberschenkel), Ludovic Obraniak (Adduktorenprobleme) und Theodor Gebre Selassie (Knochenödem im Oberschenkel) drei mehr oder weniger wichtige Spieler fehlen.

Insbesondere der Ausfall von Prödl schmerzt, schließlich spielte der Österreicher die beste Saison seiner Karriere und wird nun vorerst durch Assani Lukimya, der immer wieder wackelte, ersetzt. Mit Izet Hajrovic, Fin Bartels und Alejandro Galvez drängen gleich drei Neuzugänge in die Startformation. Eljero Elia wird mit Nils Petersen die Doppelspitze bilden, solange Franco di Santo (Bänderdehnung am Knie) noch ausfällt. Statistisch betrachtet brauchen sich die Bremer um ihre Offensive keine Sorgen zu machen: In den letzten 36 Pokalspielen blieb man nur ein einziges Mal ohne eigenen Treffer (0:4 im Finale 2010 gegen den FC Bayern). Deutlich mehr Unsicherheit könnte jedoch die Spielstätte bereiten. Beim bis dato einzigen Auftritt im Ulmer Donaustadion im Jahr 2000 verlor Werder gegen den SSV Ulm mit 1:2. Ein psychologischer Vorteil für Illertissen?

Für den Regionalligisten ist es das Spiel des Jahres. Zum zweiten Mal in Folge steht man in der ersten Runde. Gegen Werder will man es jedoch besser machen, als vor einem Jahr gegen Eintracht Frankfurt (0:2). Das Ticket sicherte man sich durch die bayrische Amateurmeisterschaft. Ohnehin waren die letzten Jahre ziemlich erfolgreich. Nach dem freiwilligen Verbandswechsel 2012 von Baden-Württemberg in den Freistaat konnte man sich sofort im Spitzenfeld der Regionalliga festsetzen - in der vergangenen Saison musste man sich nur der Zweitvertretung des FC Bayern München geschlagen geben, wodurch die Teilnahme an der Relegation zur 3. Liga knapp verpasst wurde. Und auch in der neuen Saison, die bereits seit Juli läuft, steht man nach sechs Partien mit elf Zählern auf dem vierten Platz.

Für Trainer Holger Bachthaler ist die Tatsache, dass seine Mannschaft bereits voll im Saft steht, nur ein leichter Vorteil: „Das wird nicht so ins Gewicht fallen.“ Dennoch rechnet sich der 39-Jährige Chancen auf ein Weiterkommen aus. Sein Team solle genauso kompakt wie gegen Frankfurt stehen, dabei jedoch nicht die Offensive vernachlässigen: „Wenn wir lange Wege gehen, mit Freude und Mut auftreten, dann ergeben sich Möglichkeiten. Wir wollen Werder ärgern.“ Mit Andreas Spann und Christian Essig stehen zwei Spieler im Kader, die bereits wissen, wie man die Hanseaten „ärgert“: vor drei Jahren leiteten sie in Diensten des FC Heidenheim mit einem 2:1 Werders Misere ein.

Auf Neuzugang Spann ruhen die Hoffnungen in der Offensive. Der 30-Jährige ist außerdem der einzige Illertisser, der bereits Bundesliga-Erfahrung hat – in der Saison 2002/2003 absolvierte er 58 Minuten für Borussia Mönchengladbach. Für das heutige Spiel sind im Vorverkauf bereits rund 8.500 Karten abgesetzt worden. Das heimische Vöhlin-Stadion bietet lediglich 3.000 Zuschauern Platz, sodass der Umzug ins 30 Kilometer entfernte Ulm ein logischer Schritt war. Das Donaustadion könnte mit seinen 20.000 Rängen die gesamten Illertisser Einwohner (16.000) unterbringen. Erwartet werden um die 10.000 Fans, darunter um die 3.000 Bremer Anhänger.

Geleitet wird die Partie von Timo Gerach aus Landau-Queichheim. Der 27-Jährige, der seit 2007 DFB-Schiedsrichter ist, kommt heute zu seiner Premiere im DFB-Pokal. Bislang kam er zu 30 Einsätzen in der 3.Liga.

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