Protest gegen DFL und Zerstückelung der Spieltage

Werder-Ultras wollen Stuttgart-Spiel boykottieren

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Symbolbild

Bremen – Die Stimmung beim Spiel gegen Wolfsburg war besonders: Getragen von den eigenen Fans kämpfte sich Werder zum wichtigen 3:2-Sieg im Abstiegskampf. Anschließend bedankten sich Spieler und Trainer für den außergewöhnlichen Support – was dabei unterging: Beim nächsten Heimspiel gegen Stuttgart wird wohl ein wichtiger Teil der Unterstützung fehlen.

In der gesamten Euphorie um Werders starke Leistung gegen den VfL, die überragende Stimmung im weiten Rund des Weserstadions und die von Fans initiierte Aktion #greenwhitewonderwall fanden andere Spruchbänder, die in der zweiten Halbzeit in der Ostkurve kurzzeitig hochgehalten wurden, kaum Beachtung. Irgendetwas von Protest war dort zu lesen – Protest gegen die Zerstückelung der Spieltage. Wirklich interessiert hat es in diesem Moment auf den anderen Tribünen aber wohl kaum jemanden.

Auch nach dem Spiel änderte sich das nicht. Stattdessen feierten die Anhänger ausgelassen den Erfolg gegen Wolfsburg und die drei wichtigen Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Und das völlig zu Recht. Denn wenn diese Partie eines gezeigt hat, dann dass der uneingeschränkte Support der Fans für Werder in diesen schwierigen Zeiten enorm wichtig ist. „Sie können dir das gewisse Etwas geben im Abstiegskampf“, befand Bremens Sportchef Thomas Eichin. Auch die Spieler waren nach der Partie voll des Lobes für ihre Anhänger. „Die Fans haben der Mannschaft Kraft gegeben in einer schwierigen Situation“, bedankte sich etwa Claudio Pizarro.

Auf einem wichtigen Teil der Unterstützung werden die Werder-Profis im kommenden Heimspiel gegen Stuttgart aber wohl verzichten müssen. Denn was auf den Spruchbändern in der Ostkurve auch geschrieben stand, war ein Boykottaufruf für die Partie gegen den VfB am Montag den 2. Mai. Im Laufe des Wochenendes folgte ein Statement der Ultragruppierung Infamous Youth in den sozialen Netzwerken, indem das Anliegen und die Beweggründe für den Boykott genauer erklärt werden. Unterzeichnet ist das Schriftstück von drei weiteren Ultragruppen (UltrA-Team Bremen, L´Intesa Verde und Caillera).

Kurz zusammengefasst, liegt die Kernaussage darin, dass sich die Bremer Ultras gegen die weitere Zerstückelung des Spieltags zur Wehr setzen – Montagsspiele, wie sie die DFL jüngst beschlossen hat (ab Saison 2017/2018), sind ihrer Meinung nach nicht mehr vertretbar. „Faninteressen treten vollständig hinter die Aussicht auf erhöhte TV-Einnahmen zurück“, heißt es dazu in dem Statement. In diesem Zusammenhang führen die Ultras weiter an, dass Werders Montagsspiel gegen Stuttgart eine Art Testlauf der DFL sei, um „unter dem Deckmantel vermeintlicher Sicherheitserwägungen die Akzeptanz von Montagsspielen, sowohl innerhalb der aktiven Fanszenen, als auch beim TV-Publikum“, zu testen. Dem wollen die Ultras, die hauptsächlich für den lautstarken Support in der Ostkurve verantwortlich sind, entgegentreten und legen das auch den restlichen Werder-Fans nahe: „Wir fordern alle Werderfans, denen die Belange aktiver Fußballfans nicht egal sind, auf, sich uns anzuschließen und das Spiel nicht zu besuchen.“

Werder-Coach Viktor Skripnik kann den Ärger der eigenen Anhänger nachvollziehen, der Ukrainer weiß aber auch um die Bedeutung der eigenen Fans im Rücken: „Wir brauchen die heiße Unterstützung, wie am Wochenende“, sagte der 46-Jährige am Montag, um noch einen flammenden Appell an die Ultras hinterher zu schieben: „Bitte kommt wieder vorbei und helft uns!“ Auch Kapitän Clemens Fritz will nicht auf die Ultras verzichten: „Natürlich sollen sie wiederkommen. Eine Stimmung wie am Wochenende ist für uns als Mannschaft wichtig – man hatte das Gefühl, ganz Bremen kämpft für den Sieg. Wir brauchen Punkte – wir brauchen unsere Fans!“

Lesen Sie hier das Statement der Ultras im Wortlaut

Lesen Sie hier einen Kommentar zu dem Thema: Richtiges Statement – zur falschen Zeit

mib

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