Mehr Fußball, weniger Läufe, kein Schleifen

Werder macht’s wie Fitness-Guru Verheijen

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Raymond Verheijen

Zell am Ziller - Vorbei ist die Zeit der Morgenläufe und der Konditionsbolzerei auf dem Platz: Bei Werder rollt der Ball, damit die Profis fit für die Bundesliga werden. Das ist keine Bremer Erfindung, sondern eine holländische Idee.

Raymond Verheijen hat diese Trainingsart entwickelt, er gilt als Fitness-Guru, hat für viele europäische Topclubs gearbeitet und kritisiert immer wieder namhafte Trainer für ihre Methoden. Werder hat sich für diese Saison und speziell für die Vorbereitung von Verheijen inspirieren lassen, wie der neue Athletikcoach Günther Stoxreiter bestätigt: „Wir haben uns für diesen Weg entschieden.“

Verheijen steht für ein Periodisierungskonzept, das auf stetem Aufbau von Fitness anhand von fußballspezifischen Übungen und Spielformen aufbaut. Die Profis sind bei jedem Training und den Testspielen mit GPS-Sendern ausgestattet, quasi jede Bewegung wird gespeichert. „Durch diese Daten kann man das Training viel besser steuern. Es ist nicht mehr notwendig, dass man jetzt immer nur schleift, schleift, schleift“, erklärt Stoxreiter. Der 35-jährige Österreicher ist neu bei Werder.

Eben dieses Schleifen kritisiert Verheijen – zum Beispiel bei Jürgen Klopp. Der Coach vom FC Liverpool wolle in der Vorbereitung „zu viel zu schnell“. Damit „zerstöre“ der Deutsche seine Spieler, verbreitete Verheijen über den Nachrichtendienst Twitter. Andere Startrainer machen es längst anders und vertrauen dabei den Erkenntnissen von Verheijen. Pep Guardiola, den Ex-Bayern-Coach, nennt Stoxreiter dabei als bekanntestes Beispiel. „Das primäre Ziel des Athletiktrainings ist die Verletzungsprävention. Als zweites kommt der konditionelle Aspekt, dass man eine Leistungssteigerung erreichen will“, sagt Stoxreiter.

Und er ist sich sicher, dass er zusammen mit Leistungsdiagnostiker Axel Dörrfuß und dem Trainerteam ein gutes Ergebnis erzielen wird: „Wir wissen, wo wir bei jedem Spieler von den Daten her hinkommen müssen. Bis zum Pokal wird das klappen.“ Und wenn es notwendig sei, „gibt es auch mal Läufe“. Hauptsache am Ende sind alle fit.
kni

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