Costa Ricas WM-Held Bryan Ruiz wieder Thema in Bremen

Werder jagt das „Wiesel“

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Costa Ricas WM-Held Bryan Ruiz: Im Winter nach Bremen?

Bremen – Von Michael Baltes. Im Sommer bestimmte sein Name die Schlagzeilen rund um Werder Bremen. Costa Ricas WM-Held Bryan Ruiz stand kurz vor einem Wechsel an die Weser. Beide Seiten waren sich einig, einzig Werders Aufsichtsrat wollte kein zusätzliches Geld für den Offensivspieler freigeben. Nun hat sich die Situation geändert. Der angepeilte Strategiewechsel in der Finanzpolitik und die Infront-Millionen eröffnen den Grün-Weißen neue Möglichkeiten.

Er ist ein brillanter Techniker, hat einen starken linken Fuß, einen guten Abschluss und weiß dazu auch noch als Vorbereiter zu glänzen. Bryan Ruiz ist ein kompletter Offensiv-Fußballer, den Werder angesichts der aktuellen sportlichen Lage nur zu gut gebrauchen könnte. Nachdem das Kapitel Ruiz im Sommer durch das „Nein“ des Aufsichtsrats schon geschlossen schien, wird es nun doch fortgeschrieben. Der von Präsident Klaus-Dieter Fischer angestoßene Strategiewechsel in Sachen Finanzpolitik und besonders die langfristige Vertragsverlängerung mit dem Rechtevermarkter und langjährigen Partner Infront machen Werder handlungsfähig. Investitionen im Winter in neue Spieler sind zwar nicht garantiert – aber möglich. Der Name Ruiz ist wieder im Spiel.

Angeheizt werden die Gerüchte durch den Agenten des 29-Jährigen. Gegenüber der „Kreiszeitung“ bestätigte Rene Vijt, dass beide Seiten weiterhin in Kontakt stehen. Offenbar gilt sogar noch die Übereinkunft, die Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin im Sommer mit Ruiz getroffen hatte. Denn Vijt erklärte, dass der Transfer „Sache der beiden Vereine Werder Bremen und FC Fulham“ sei. Dass Ruiz den englischen Zweitligisten im Winter verlässt, gilt als wahrscheinlich. Schließlich läuft sein Vertrag am Saisonende aus. Will Fulham also noch Geld mit dem abwanderungswilligen Costa Ricaner verdienen, muss er in der kommenden Transferperiode verkauft werden. Als Ablöse wird über eine Summe von zwei Millionen Euro spekuliert, eine Summe die auch für Werder angesichts der neuen Situation machbar scheint.

Ruiz’ Marktwert dürfte in den vergangenen Wochen allerdings wieder etwas angezogen haben. Denn während er unter Fulhams Ex-Coach Felix Magath aussortiert war, setzt der neue Trainer Kit Symons auf den 29-Jährigen. Ruiz kam zuletzt regelmäßig zum Einsatz. Beim 4:0-Sieg gegen die Bolton Wanderers am zehnten Spieltag der zweiten englischen Liga bereitete er einen Treffer vor, im League Cup war er beim 2:1-Sieg gegen Doncaster selbst erfolgreich. Wird allerdings Ruiz’ Leistung bei Fulham mit seiner Leistung bei der WM in Brasilien verglichen, fällt auf, dass der Offensivspieler bei den Engländern sein Potenzial nur selten abruft.

Als 20-Jähriger von Costa Rica nach Europa

„Ein Leichtgewicht für Fulham, wird er zu Superman, wenn er das Trikot seiner Nationalelf anzieht“, beschrieb es die „Daily Mail“ im Sommer treffend. Fulham und Ruiz, das ist eine Kombination, die wohl keine Zukunft hat – auch weil die zweite Liga für einen Spieler seiner Klasse zu wenig ist. Aus Bremer Sicht kann das als Glücksfall betrachtet werden, denn ansonsten wäre ein Transfer kaum möglich. Und dass Ruiz auch auf Vereinsebene ein außergewöhnlicher Spieler sein kann, hat er eindrucksvoll in seiner Zeit in der holländischen Eredivisie bewiesen.

Als 20-Jähriger hatte er einst sein Heimatland Richtung Europa verlassen. Über den KAA Gent in Belgien landete er bei Twente Enschede in den Niederlanden – dem Club, den er gleich in seiner ersten Saison 2009/2010 mit 24 Toren und neun Vorlagen zur Meisterschaft schoss. In Costa Rica trägt Ruiz den Spitznamen "la comadreja" – das Wiesel. Ein Name, der vordergründig auf sein Aussehen zurückzuführen ist, aber auch auf seine Spielweise passt. An guten Tagen ist er durch seine ansatzlosen Bewegungen für Gegenspieler kaum ausrechenbar. Ruiz kann als klassischer Zehner hinter den Spitzen agieren oder über den rechten Flügel kommen, wie er es bei Twente meist getan hat.

Fähigkeiten, die Werder gut gebrauchen könnte. Denn in der Kreativzentrale hinter den Spitzen fehlt dem Team von Trainer Robin Dutt ein Denker und Lenker, der das Spiel entscheidend beeinflusst. „Eine Garantie, dass alles besser wird, wäre ein Ruiz-Transfer natürlich nicht. Aber ein guter Mittelfeldspieler wie er könnte viel bewirken“, bringt es Bremens ehemaliger Vorstand Jürgen L. Born in einem Interview mit dem Weser Kurier auf den Punkt. Gerade dass Ruiz mit seinen 29 Jahren bereits über viel Erfahrung verfügt und eben kein junges Talent mehr ist, das Zeit für die eigene Entwicklung braucht, könnte für Werder von großem Vorteil sein.

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