Wenig Chancen beim 0:0 gegen Huddersfield

Wiese stiehlt Werder die Show

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Wiese beim Werder-Tespiel im Zillertal

Aus Zell am Ziller berichtet Björn Knips - Das Testspiel dümpelte gerade gen Halbzeit, da gab es plötzlich einen Riesenapplaus – und einige Werder-Fans unter den 1000 Zuschauern in Zell am Ziller sangen: „Wiese gibt einen aus.“

Bremens Kultkeeper war aus seinem Urlaubsort am Walchsee, etwa 80 Kilomter entfernt, mal eben rübergekommen, stand auf dem Dach der angrenzenden Schule – und stahl Werder ein wenig die Show. Das lag allerdings auch daran, dass der Bundesligist beim 0:0 im Testspiel gegen den englischen Zweitligisten Huddersfield Town nur selten glänzte. „Nicht viel“, antwortete Wiese auf die Frage, was ihm aufgefallen sei. Und wie fand er Jarolsav Drobny, den neuen Bremer Ersatzkeeper? „Das ist ein Guter, da muss sich Felix Wiedwald in Acht nehmen und seine Leistung bringen.“

Im August beginnt der 34-Jährige übrigens mit dem Wrestling-Training, im November soll sein erster Kampf steigen.

Zurück zum Fußball: Bei Werder feierte Neuzugang Niklas Moisander seinen Einstand. Der Innenverteidiger überzeugte mit viel Ruhe, Ballsicherheit – und übernahm neben dem ebenfalls guten Luca Caldirola gleich die Rolle des Abwehrchefs. „Er ist ein erwachsener Spieler, deshalb haben wir ihn geholt. Für das erste Mal nach seiner Verletzung können wir zufrieden sein“, sagte Trainer Viktor Skripnik über den 30-jährigen Finnen. Skripnik sprach insgesamt von einer „ordentlichen Leistung. Leider hatten wir nicht so viele Chancen. Wir müssen attraktiver nach vorne spielen. Daran werden wir arbeiten.“ Andererseits sei es auch wichtig, „gegen so eine robuste Mannschaft zu Null zu spielen“.

Werder hatte wieder mit der vermeintlich stärkeren Formation begonnen. Doch Druck konnten Junuzovic und Co. kaum entfachen. Florian Kainz hatte zwei, drei ganz gute Szenen, aber am Ende fehlte auch ihm die Präzision. Nach dem Wechsel machten es die nun jüngeren Bremer ein bisschen besser. Nach einem Freistoß von Izet Hajrovic wuchtete Fallou Diagne den Ball per Kopf aufs Tor, scheiterte aber an Keeper Luke Coddington (54).

Es dauerte 20 Minuten, bis es mal wieder ein Highlight gab: Janek Sternberg verfehlte mit einer Direktabnahme nur knapp das Tor (75.). Genauso wie Lennart Thy: Der Stürmer hob den Ball über den schon geschlagenen Keeper Richtung Gehäuse, doch der Ball trumpfte nicht ins, sondern über das Tor (76.). Und Huddersfield Town? Der dreifache englische Meister (1923 bis 1925) mit dem deutschen Trainer David Wagner und mehreren deutschen Spielern wie Elias Kachunga agierte hart, aber genauso ungefährlich wie Werder. Die beste Chance vergab besagter Kachunga (früher Paderborn und Ingolstadt), als er aus sechs Metern vorbei zielte (30.). Insgesamt spielte Werder besser als beim 1:2 gegen 1860 München. Aber es ist noch ganz viel Luft nach oben – wo an diesem Abend der braungebrannte Tim Wiese auf dem Schuldach thronte.

Testspiel: Werder gegen Huddersfield 0:0

Werder (1. Hz.): Drobny - Gebre Selassie, Caldirola, Moisander, Guwara - Fröde - Bartels, Fritz, Junuzovic, Kainz - J. Eggestein.
Werder (2. Hz.): Drobny - Sternberg, Galvez, Diagne, U. Garcia - Petsos - Hajrovic, Veljkovic, M. Eggestein, Lorenzen - Thy.

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