Der SV Werder Bremen vor dem Saisonstart

Sieben Testspiel-Siege gegen sieben Zwerge? Der Wert von Werder Bremens Vorbereitung

Die Stürmer des SV Werder Bremen machen ordentlich Alarm, in sieben Testspielen der Bundesliga-Saison-Vorbereitung schoss das Team 24 Tore.
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Die Stürmer des SV Werder Bremen machen ordentlich Alarm, in sieben Testspielen der Bundesliga-Saison-Vorbereitung schoss das Team 24 Tore.

Bremen – Um eines muss man nicht herumreden: Die Vorbereitung von Werder Bremen war gelungen. Sieben Siege in sieben Testspielen zeugen davon.

Allerdings darf man bei der Bewertung auch um diesen Fakt keinen Bogen machen: Unter den sieben Testspiel-Gegnern fand sich kein Team aus einer der fünf europäischen Top-Ligen. Kein Engländer, kein Spanier, kein Italiener, kein Franzose und auch kein deutscher Erstligist gehörte zu den Herausforderern des SV Werder Bremen.

Stattdessen zwei Erstligisten aus Österreich (LASK Linz) und den Niederlanden (FC Groningen) sowie Zweitligisten aus Deutschland (Eintracht Braunschweig, FC St. Pauli, Hannover 96) sowie aus Österreich (Austria Lustenau) und zum Abschluss Viertligist BSV Rehden – handverlesen, so scheint es. Und so war es auch gedacht, gibt Trainer Florian Kohfeldt zu: „Es stimmt: Ich wollte auch Spiele gewinnen in der Vorbereitung und keine Gegner suchen, von denen wir auf die Fresse kriegen. Nach unserer letzten Saison war es schon wichtig, dass wir ein gewisses Selbstverständnis bekommen, auch mal zwei Spiele hintereinander gewinnen zu können.“

Werder Bremen: Sieben Testspiel-Siege in Serie, aber kein echter Stresstest

Hat ja geklappt. Sogar sieben waren es in Serie. Gegen Gegner, die zwar keine sieben Riesen waren, aber auch keine sieben Zwerge, verteidigt Kohfeldt das Programm: „Der Linzer ASK hat, kurz bevor er gegen uns gespielt hat, ein Europa-League-Achtelfinale bestritten, die Mannschaft stand voll im Saft. Ich habe den Gegner in dem Moment ein Stück über uns gesehen. Das war das Spiel mit der höchsten Wahrscheinlichkeit auf eine Niederlage. Aber wir haben eine richtig gute Leistung gezeigt.“ 4:1 ging es aus für Werder Bremen. „Das hat mich richtig überrascht“, meint Kohfeldt.

Ob es aber richtig war, dass der Trainer die Mannschaft in keinen richtigen Stresstest gezwungen hat, werden erst die Partien in der Bundesliga wirklich zeigen. Hertha BSC ist am 19. September der erste Gegner – „ein anderes Kaliber“ als die Kontrahenten in den Testspielen, wie Sportchef Frank Baumann einräumt: „Es war in den Tests kein internationaler Top-Gegner dabei, aber auch kein Fallobst. Es war keine Selbstverständlichkeit, dass wir uns so gut präsentiert haben und die Ergebnisse gepasst haben.“

Werder Bremen: Spannung und mentale Power sind da - aber auch dauerhaft in der Bundesliga?

24 Tore hat die Bremer Mannschaft in den sieben Partien erzielt und nur drei kassiert, was – mangelnde Qualität der Gegner hin oder her – fraglos davon zeugt, dass die Werder-Profis immer am Drücker geblieben sind. Das ist es auch, was Kohfeldt und Baumann unisono loben. „Wir haben jedes Testspiel ernst genommen, haben immer Spannung aufgebaut“, urteilt der Manager. „Eines unserer Saisonziele ist es, nie locker zu lassen, nie aufzuhören. Das hat mit Ausnahme des Spiels gegen Austria Lustenau (4:2, Anm. d. Red.) geklappt“, erklärt Kohfeldt.

Die mentale Power sei also da, doch ihre Langlebigkeit kann tatsächlich erst im Bundesliga-Betrieb überprüft werden. „Der Ernstfall kommt nächstes und übernächstes Wochenende. Irgendwann ist dann auch ein Rückschlag dabei, und dann müssen wir mental da sein“, fordert der Coach des SV Werder Bremen, der im Falle des Falles immerhin an die guten Erlebnisse und Ergebnisse in der Saison-Vorbereitung erinnern kann. Motto: Jungs, ihr könnt es doch! (csa)

Unterdessen gibt es Ärger bei Werder Bremen wegen des geplanten Gehaltsverzichts.

Zur letzten Meldung vom 5. September 2020:

Werder Bremen-Vorbereitung lässt kaum Wünsche offen - doch Coach Florian Kohfeldt mahnt

Bremen – Zwei Spiele, neun Tore – es besteht kein Zweifel: Der SV Werder Bremen ist fit für die neue Bundesliga-Saison! Zum Abschluss einer fünfwöchigen Vorbereitung feierte der Fußball-Bundesligist am Samstagnachmittag in einem Testspiel-Doppelpack ungefährdete Siege über Zweitligist Hannover 96 und Regionalligist BSV Rehden. 

2:0 und 7:0 – das waren die Resultate, die sich perfekt einreihten in die Liste der zuvor absolvierten Partien. In sieben Testspielen war sieben Mal der SV Werder Bremen der Gewinner, dabei erzielten die Bremer 24 Tore, kassierten aber nur drei. Also alles schön?

Die Zahlen stehen zweifellos für eine perfekte Vorbereitung. Aber eben nur für eine Vorbereitung. „Alle diese Siege haben keinen Wert für das, was jetzt kommt“, betonte Werder-Coach Florian Kohfeldt am Samstag und richtete seinen Blick auf das nächste und das übernächste Wochenende. Erst startet Werder Bremen bei Regionalligist FC CZ Jena in den DFB-Pokal (12. September, 20.45 Uhr), dann gegen Hertha BSC in die neue Bundesliga-Saison (Samstag, 19. September, 15.30 Uhr, Weserstadion). „Da muss die Spannung noch mal höher werden. Jetzt beginnt der Wettkampf“, mahnte Kohfeldt, der die Arbeit in der „Pre-Season“ mit zwei Sätzen zusammenfasste: „Wir haben eine ordentliche bis gute Vorbereitung gespielt. Die Basis haben wir gelegt, aber jetzt wird's wichtig.“

Werder Bremen: Sieben Testspiele, sieben Siege - doch Trainer Florian Kohfeldt mahnt

Ganz unwichtig war es freilich auch nicht, was Werder Bremen in den zurückliegenden Wochen seit dem Trainingsauftakt am 3. August gemacht hat. Gewissermaßen haben sie sich den Staub des Abstiegskampfs der vergangenen Saison aus den Kleidern geklopft und sich mental einmal resettet: Weg mit der Angst! Her mit der Angriffslust! Dass die Mannschaft diesen Hebel im Kopf umgelegt hat, ist der wohl bedeutendste Sieg der Vorbereitung.

Dabei will Florian Kohfeldt überhaupt nicht, dass vergessen wird, was war. Er will die Erinnerung an die Vorsaison sogar noch eine Weile frisch halten – als abschreckendes Beispiel. Seine Spieler wird er, sofern er denn Tendenzen zur Euphorie feststellen sollte, jedenfalls daran erinnern, dass die Wirklichkeit nicht die Vorbereitung ist, sondern immer nur die Bundesliga. Und da lief es in der vergangenen Saison – jeder weiß es – unfassbar schlecht. Deshalb sagt der Coach: „Jeder, der bei unserer Vergangenheit jetzt einen Höhenflug hat, den kannst du nicht gebrauchen.“

Werder Bremen bleibt in Doppel-Testspielen ohne Gegentor

Bisher gibt es aber keine Anzeichen, dass irgendwer bei Werder Bremen nicht gut geerdet und mit voller Konzentration agieren würde. Das zeigte sich auch gegen Hannover 96, den ambitionierten Zweitligisten. Werder zeigte zwar kein Sahne-Spiel, aber Werder ließ auch nichts anbrennen. Niclas Füllkrug brachte die Bremer gegen seinen Ex-Club (spielte von 2016 bis 2019 für 96) in Führung (39.), Yuya Osako hatte die Vorarbeit geleistet. Josh Sargent gelang nach einem Fehler von Hannovers Keeper Michael Esser das 2:0 (73.). Eine echte Torchance der Gäste ließen die Bremer im Stadion „Platz 11“ indes nicht zu.

Kohfeldts Urteil: „Wir hatten über 90 Minuten alles im Griff, ohne dass es ein Spektakel war. Was mich besonders gefreut hat, ist, dass wir wieder kein Gegentor bekommen haben.“ Schon beim Doppelspieltag in Lohne eine Woche zuvor war Werder gegen den FC Groningen (4:0) und den FC St. Pauli (1:0) zweimal mit der defensiven Null ins Ziel gekommen. Gegen 96 auch, und gegen den BSV Rehden folgte das vierte Match mit sauberer Weste. „Das ist wichtig und gut für uns“, meinte Florian Kohfeldt, dem natürlich noch die 69 Gegentore der Vorsaison im Kopf herumschwirren.

Werder Bremen und die tadellosen Testspiele: Davie Selke Torschützenkönig der Saisonvorbereitung

Gegen den BSV Rehden lief ein völlig neu zusammengesetztes Bremer Team noch weniger Gefahr, ein Tor zu kassieren als gegen Hannover. Der Regionalligist war nur ein Sparringspartner für Werder Bremen, das zur Pause nach Toren von Johannes Eggestein (12.), Tahith Chong (19.), Davie Selke (23.) und Leo Bittencourt (27.) souverän führte. Nach der Pause wurde es „ein bisschen schlampig“, kritisierte Florian Kohfeldt, dann aber „auch wieder besser“. Chong mit seinem zweiten Treffer (54.) sowie ein Selke-Doppelpack (77./86., Foulelfmeter) rundeten den Tag ab. Und Selke kürte sich – das nur ganz nebenbei – zum Torschützenkönig der Vorbereitung. Mit fünf Treffern liegt er vor Johannes Eggestein (4) sowie Chong und Sargent (je 3). Ohnehin waren die Bremer Stürmer in absoluter Torlaune. 20 von 24 Treffern in den sieben Spielen der Vorbereitung gingen auf ihr Konto. Auch ein Aspekt, der das Bremer Warmlaufen für den Ernstfall so gelungen erscheinen lässt.

Werder Bremen - Hannover 96 2:0 (1:0) - Bremen: Kapino - Agu, Moisander (73. Toprak), Groß, Gebre Selassie - Erras, M. Eggestein, Woltemade - Osako, Sargent, Füllkrug. Tore: 1:0 (39.) Füllkrug, 2:0 (73.) Sargent.

Werder Bremen - BSV Rehden 7:0 (4:0) - Bremen: Dos Santos Haesler - Straudi, Rieckmann, Veljkovic (62. Nawrocki), Mbom - Gruev, Möhwald (46. Becker), Bittencourt - Jojo Eggestein, Chong, Selke. Tore: 1:0 (12.) J. Eggestein, 2:0 (19.) Chong, 3:0 (23.) Selke, 4:0 (27.) Bittencourt, 5:0 (54.) Chong, 6:0 (77.) Selke, 7:0 (86./Foulelfmeter) Selke.

Die Testspiele des SV Werder Bremen im Überblick

Werder Bremen - Eintracht Braunschweig 2:0

Werder Bremen - Linzer ASK 4:1

Werder Bremen - Austria Lustenau 4:2

Werder Bremen - FC Groningen 4:0

Werder Bremen - FC St. Pauli 1:0

Werder Bremen - Hannover 96 2:0

Werder Bremen - BSV Rehden 7:0

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