Werder glaubt an die eigene Stärke

Maximaler Respekt und maximale Entschlossenheit

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Wenn Werder am Sonntag in München gastiert, dann kommt es zum Trainerduell der Generationen zwischen dem 72-jährigen Bayern-Coach Jupp Heynckes und dem 35-jährigen Bremer Trainer Florian Kohfeldt.

Bremen - Es ist eine eindrucksvolle Zahl, drei Ziffern, eine Null am Ende, und sie wird ab Samstagnachmittag für immer mit der Person Florian Kohfeldt verbunden sein – zumindest, wenn es um Jupp Heynckes geht.

169 verschiedenen Trainern stand der Bayern-Coach in seiner langen Bundesliga-Laufbahn an der Seitenlinie schon gegenüber, Kohfeldt wird nun seine Nummer 170, wenn Werder morgen in München gastiert. Zum Vergleich: Heynckes wird für den Werder-Trainer die Nummer neun. „Mein Respekt vor Jupp Heynckes ist maximal groß“, sagte Kohfeldt, der mit seinen 35 Jahren locker der Sohn des 72-jährigen Grandseigneus sein könnte – bei aller Hochachtung vor dessen Karriere aber mutig und entschlossen ins Trainerduell der Generationen geht 

„Es wäre Quatsch, wenn ich sagen würde, es ist für uns ein Spiel wie jedes andere“, betonte Kohfeldt, „ich spüre aber, dass das Vertrauen in die eigene Stärke bei uns in den vergangenen Wochen gewachsen ist.“ Genau das ist ein Punkt, der dem Werder-Trainer vom ersten Tag seiner Amtszeit an wichtig ist. Kohfeldts fußballerische Grundherangehensweise orientiert sich nicht im ersten Moment am Gegner, sondern stellt den eigenen Plan in den Vordergrund. So soll es auch in München laufen – wobei der Bremer Coach natürlich weiß, was ihn und seine Spieler dort erwartet.

„Wir treffen auf eine geballte Ladung Weltklasse, und zwar auf jeder Position. Nichtsdestotrotz gehen wir in das Spiel mit der Absicht, etwas mitzunehmen“, sagte Kohfeldt. Zwei grundsätzliche Strategien, die gegen die Bayern zum Erfolg führen könnten, hat der Coach dabei ausgemacht. „Eine Variante ist, dass du als Gegner sehr selten den Ball hast, sehr stark auf Konter orientiert spielst, aber die Momente, in denen du den Ball hast, sehr effektiv nutzt.“

In den bisher zwei Saisonniederlagen der Bayern gegen Hoffenheim (0:2) und Gladbach (1:2) sei der Gegner jeweils dadurch zum Erfolg gekommen. „Die andere Herangehensweise ist, für gewisse Phasen im Spiel zu sorgen, in denen man selbst für längere Zeit den Ball hat und die Bayern damit in Situationen bringt, die für sie ungewohnt sind, weil sie auch mal hinterherlaufen müssen.“ Welchen dieser Wege seine Mannschaft in der Allianz Arena einschlagen wird, wollte Kohfeldt freilich noch nicht verraten. Schließlich möchte er den Gegner und dessen Trainer Heynckes überraschen.

Werders pechschwarze Statistiken

Ein Mal sind sich die beiden Männer bisher begegnert, bei der offiziellen Verabschiedung nach Kohfeldts Fußballlehrer-Ausbildung war Heynckes anwesend. „Da habe ich ihn kurz kennengelernt“, berichtete Kohfeldt. „Jetzt freue ich mich darauf, ihn wiederzusehen. Es ist unfassbar, was er alles geleistet hat.“ Bei der Vorbereitung auf das Duell gegen die Bayern spiele der Name Heynckes allerdings keine allzu große Rolle. „Da konzentriere ich mich mehr darauf, was die Mannschaft auf dem Platz macht“, sagte Kohfeldt.

Auch Werders seit einigen Jahren pechschwarzen Statistiken, wenn es um Spiele gegen die Bayern geht, blendet der Coach laut eigener Aussage völlig aus: „Klar kenne ich die Zahlen, aber wir beschäftigen uns mit unserer aktuellen Situation und nicht mit den Jahren davor.“ Vielleicht auch ganz gut so.

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Quelle: DeichStube

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