Vestergaard wünscht sich Kombinationsfußball gegen Darmstadt

Ein Plädoyer für mehr Freiheit

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Werder-Profi Vestergaard

Bremen - Von Malte Rehnert. Dass Spieler ihren Trainer öffentlich und frontal angreifen, ist im Profifußball die absolute Ausnahme. Und auch bei Werder Bremen passiert es nicht. Am Mittwoch standen Abwehrchef Jannik Vestergaard und Stürmer Anthony Ujah in der Mixed Zone und gaben ihrem Coach Viktor Skripnik bei den entsprechenden Fragen Rückendeckung.

„Wir haben mit ihm schon oft gezeigt, dass wir gut spielen können“, meinte Ujah. Und Vestergaard ergänzte: „Wir kämpfen nicht nur für uns und für den Trainer, sondern auch für den Verein. Dass Werder nicht absteigt, ist das Wichtigste.“ Genau diese Gefahr wird aber immer größer. Und Skripnik hat es bisher nicht geschafft, sie zu bannen oder zumindest die Sorgen zu verkleinern. Die „guten Spiele“ unter dem 46-Jährigen, die Ujah anspricht, sind einfach viel zu selten.

Und dann greift der Ukrainer auch noch bei der Taktik daneben. Wie zuletzt beim 0:2 in Ingolstadt. Dafür gibt es mediale Kritik – und interne. Wenn auch nicht direkt. Doch sowohl Ujah als auch Vestergaard war gestern deutlich anzumerken, dass sie es alles andere als gut fanden, dass sich Werder so sehr nach dem Gegner gerichtet und die spielerische Komponente total vernachlässigt hatte. „Die Bälle waren nur in der Luft, da ist es schwer“, sagte Ujah, der gerne wieder öfter flach in den Fuß oder in den Lauf angespielt werden würde. Mehr kombinieren statt nur zu kämpfen und zu zerstören. Und das muss schon am Samstag (15.30 Uhr) im Heimspiel gegen Darmstadt, den nächsten Gegner der Kategorie extrem unangenehm, so sein – forderte Vestergaard: „Ich glaube nicht, dass Zlatko Junuzovic (1,72 Meter, d. Red.) und Fin Bartels (1,76) viele Kopfballduelle gewinnen. Wir wollen unseren Fußball wieder durchdrücken.“ Denn, ergänzte der Däne: „Wir haben vorne ein paar richtig gute Leute, die auch unerwartete Sachen machen. Die sollen die Freiheit haben, Fußball zu spielen. Zurück zu unseren Stärken – das ist das Motto der Woche.“

Skripnik sieht es inzwischen offenbar ähnlich und wird im Heimspiel gegen die „Lilien“ – so die Trainingseindrücke von gestern – erneut die Taktik ändern. Gut möglich, dass die Mittelfeldraute zurückkehrt. Bestückt mit Spielern, die Kreativität einbringen können. Beim „Elf gegen Elf“ war Neuzugang Sambou Yatabare der einzige „Sechser“, auf den Halbpositionen agierten Florian Grillitsch (rechts/tauschte später mit Yatabare) und Bartels (links). Und Junuzovic, der zuletzt auf der Bank geschmort hatte, gab (wie in der österreichischen Nationalmannschaft) den „Zehner“ hinter den beiden Spitzen Claudio Pizarro und Ujah. Vestergaard, in den vergangenen Partien ins defensive Mittelfeld verpflanzt, rückte zurück in die Abwehr an die Seite von Papy Djilobodji. Wechsel nahm Skripnik nicht vor, die vermeintliche A-Elf spielte in dieser Konstellation bis zum Ende der Einheit durch. Die schlechte Nachricht: Sie verlor mit 1:2.

mr

Werder-Training am Mittwoch

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