Werder Bremen verspielt beim 2:2 gegen Stuttgart eine 2:0-Führung

Zu grün zum Siegen

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Wieder hat Werder Punkte liegen gelassen.

Bremen - von Carsten Sander. Dieses Spiel tut Werder richtig weh! Nach einer 2:0-Pausenführung reichte es gegen den VfB Stuttgart gestern vor 40.172 Zuschauern im Weserstadion nur zu einem 2:2 – weshalb nach vier Saisonspielen nur vier Punkte auf dem Bremer Bundesliga-Konto stehen.

Eine Zwischenbilanz, die nach Fehlstart aussieht und von Stürmer Nils Petersen ungeschminkt beurteilt wird: „Das ist schlecht!“

Wieder hat Werder Punkte liegen gelassen. Aber anders als in Dortmund (1:2) und Hannover (2:3) konnte diesmal von Pech nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Die Bremer mussten sogar noch froh sein, nach einer schwachen zweiten Halbzeit wenigstens das Remis gerettet zu haben. „Wir sollten dieses Spiel schnell vergessen. Es war eines der schlechteren“, sagte Verteidiger Sebastian Prödl.

Remis: Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart

Nach den ersten 45 Minuten war nicht zu vermuten, dass einer der Werder-Profis nach Abpfiff so etwas würde sagen müssen. Werder ließ die mit nur einem Punkt und einem Tor in die Saison gestarteten Stuttgarter kommen, beherrschte aber das Geschehen und agierte selbst mit gnadenloser Effektivität. Mit dem ersten Torschuss der Partie erzielte Kevin De Bruyne die Führung für Werder, wunderbar per Doppelpass mit Petersen herausgespielt und wunderbar vollendet (23.). Als Zlatko Junuzovic in der 34. Minute ebenfalls nach Vorarbeit von Petersen auf 2:0 erhöhte (es war der zweite Torschuss überhaupt), lief die Partie für Werder in die richtige Richtung. Zumal Sekunden zuvor der Japaner Shinji Okazaki die Riesenmöglichkeit zum Ausgleich vergeben hatte. Sein Kopfball aus sechs Metern zischte knapp am Bremer Tor vorbei. Kurz vor der Pause hätte Petersen nach einem Katastrophenfehler von VfB-Verteidiger Maza sogar auf 3:0 stellen müssen. Frei vor Ulreich scheiterte die Bayern-Leihgabe jedoch an dem Stuttgarter Schlussmann. Aber immerhin: 2:0 nach 45 Minuten – alles paletti also?

Die Antwort lieferte Halbzeit zwei: Nein, es war nicht alles in Ordnung. Vielleicht wäre es anders gelaufen, wenn Marko Arnautovic gleich nach Wiederbeginn nachgeholt hätte, was Petersen versäumt hatte. Aber auch der Österreicher überwand Ullreich nicht (46.).

VfB-Trainer Bruno Labbadia hatte in der Pause reagiert und Ibrahima Traore gebracht. Das Ziel: Die Unsicherheiten von Werder-Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie besser ausnutzen. Es gelang – und zwar sehr schnell. Flanke Traore, Kopfball Martin Harnik – nur noch 2:1 (50.). Sokratis, bis dahin bester Bremer, hatte den Ex-Bremer entwischen lassen. Der VfB war nun wachgeküsst, machte mächtig Dampf. Okazaki bot sich zweimal (56./60.) die Chance zum 2:2, Harnik einmal (69.), Werder verlor völlig die Ordnung. Und fand sie auch nicht wieder. „Wir haben nicht mehr genug gegen den Mann gearbeitet und nur darauf gewartet, dass das Spiel zu Ende geht. Das war die falsche Entscheidung“, stellte Prödl ernüchtert fest.

In der Konsequenz sah das wie folgt aus: Stuttgart stürmte, Werder verteidigte. Und konterte. Allerdings zu ungefährlich. Aaron Hunt aus spitzem Winkel (63.), Arnautovic per Kopf (75.) und De Bruyne mit einer Einzelleistung (76.) kamen zwar zum Abschluss, trafen aber nicht. Und dann das: Einen langen Pass in die Bremer Hälfte wollte Sokratis per Rückzieher klären, drosch den Ball aber zur Ecke ins Aus. Ein dicker Fehler, der das Fundament war, auf dem Stuttgart den Ausgleich baute. Denn in Folge der Ecke stocherte der gerade eingewechselte Georg Niedermeier, Labbadias zweiter Glücksgriff, den Ball zu Cacau, der zum 2:2 vollendete (81.). Zum dritten Mal in der noch jungen Saison hatte Werder in den letzten zehn Minuten ein Tor kassiert, das wichtige Punkte kostete. Werder, so scheint es, ist mit der jungen, neu zusammengestellten Mannschaft zu grün zum Siegen.

„Fußball ist ein Fehlerspiel“, sinnierte Geschäftsführer Klaus Allofs anschließend, „und diese Mannschaft macht noch Fehler. Aber egal, in welchem Stadium der Entwicklung wir uns befinden – heute haben wir zwei Punkte liegengelassen. Nach einem 2:0 dürfen wir nicht einfach dem Gegner die Initiative überlassen.“

Einer wollte das auch nicht, übertrieb es aber gewaltig: Nach einem harten Foul an Niedermeier schickte Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) den gerade erst eingewechselten Assani Lukimya vom Platz (89.). Glatt Rot nach 119 Sekunden, das ist rekordverdächtig. Zuvor hatte auch Stuttgarts Harnik nach einem Foul an Sokratis Gelb-Rot gesehen. Zehn gegen zehn trennten sich am Ende also 2:2. „Gefühlt“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf, „ist das zu wenig für uns“.

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