Umsatz steigt auf 123,5 Millionen Euro

Werder macht 700.000 Euro Gewinn

Klaus Filbry (Archiv)
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Klaus Filbry kann bei der Mitgliederversammlung am Montagabend einen Gewinn vermelden.

Bremen - Dem guten Ergebnis auf dem Platz folgten gute Ergebnisse in der Bilanz.

Einen Tag nach dem 4:0-Erfolg gegen Hannover 96 gab Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry auf der Mitgliederversammlung die genauen Zahlen für das zurückliegende Geschäftsjahr (Spielzeit 2016/17) der ausgegliederten Kapitalgesellschaft bekannt. Demnach hat der Bundesligist seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 15,4 Millionen auf 123,5 Millionen Euro gesteigert. Das ist das zweitbeste Ergebnis der Konzerngeschichte.

Dabei hat Werder einen Gewinn von 700.000 Euro erwirtschaftet, in der Saison davor waren es noch 2,8 Millionen Euro gewesen. Das Eigenkapital beträgt nun 5,5 Millionen Euro. Interessant dabei: In allen Bereichen gab es ein Minus, bei den Transfers dagegen ein sattes Plus. Vestergaard, Ujah und Co. haben Werder durch ihre lukrativen Wechsel große Investitionen ermöglicht und die Bilanz geschönt.

Umsatz wie zu Champions-League-Zeiten

„Wir sind zufrieden“, sagte Filbry in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße. Der Club habe sich dank eines konsequenten Konsolidierungskurses nach vielen schwierigen Jahren finanziell stabilisiert. Der Umsatz sei dabei außergewöhnlich hoch gewesen – wie zu besten Champions-League-Zeiten. Den Rekord hält die Saison 2009/2010 mit einem Umsatz von 126,4 Millionen Euro.

Diese Bestmarke will Werder schon bald knacken. Filbry formulierte klare, ehrgeizige Ziele für die Zukunft: Der Umsatz soll um 50 Prozent gesteigert werden und pro Jahr ein Gewinn von mindestens einer Million Euro eingefahren werden. „Platz neun und besser“, nannte Filbry als sportliche Wunschvorstellung: „Mit attraktivem Fußball wie gegen Hannover.“

Filbry stellte ausführlich das Zahlenwerk vor. Die Ertragsseite unterteilt Werder dabei in fünf Bereiche: Spielbetrieb, Werbung, Medien, Transfers und Sonstige. Hier ein Überblick über die Entwicklung der einzelnen Positionen:

Medien

Die Fernseh-Gelder sind auch weiterhin der größte Einnahmeposten. Allerdings kassierte der Club in der vergangenen Saison „nur“ 34,1 Millionen Euro, das sind 4,5 Millionen Euro weniger als in der Spielzeit davor. Filbry begründet das mit dem frühen Aus im DFB-Pokal (1. Runde). Außerdem sei der Club nach den vielen Jahren ohne Qualifikation für den Europapokal aus der Wertung für die internationale Vermarktung gefallen.

Da half es auch nichts, dass Werder durch Platz acht in der Bundesliga einen Rang in der langfristigen TV-Tabelle gut gemacht und dadurch etwas mehr kassiert hat. Immerhin: Durch den neuen TV-Vertrag werden die Einnahmen in der laufenden Saison erheblich steigen – das gilt allerdings für alle Bundesligisten.

Werder Bremens wirtschaftliche Entwicklung (Klicken zum Vergrößern)

Transfers

In diesem Bereich hat Werder enorm zugelegt – von 9,2 Millionen Euro in der Saison 2015/16 auf nun 33,8 Millionen Euro. Hauptverantwortlich dafür sind laut Filbry sehr hohe Transfererlöse durch den Verkauf von Leistungsträgern wie Franco Di Santo (Schalke), Jannik Vestergaard (Mönchengladbach), Anthony Ujah (Liaoning FC) und Serge Gnabry (FC Bayern/Hoffenheim), die allesamt bilanztechnisch in die vergangene Saison fallen. Schon jetzt deutet sich an: Dieses Einnahmeniveau wird Werder nicht halten können. Denn in diesem Sommer wurde kein Spieler für eine hohe Ablösesumme verkauft. Gnabrys Wechsel zu den Bayern (geschätzte Ablöse acht Millionen Euro) wurde noch Ende der vergangenen Saison abgewickelt. Da müssten schon noch so prominente Spieler wie Max Kruse oder Thomas Delaney verkauft werden, um annähernd an die 33,8 Millionen Euro heranzukommen.

Spielbetrieb

Lotte lässt grüßen – das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal schlägt sich auch bei diesem Posten nieder. Die Einnahmen sind um 3,3 Millionen Euro auf 23,2 Millionen Euro gesunken. Weniger Spiele, weniger Ticketerlöse, das ist die einfache Rechnung.

Werbung

Noch ein Minus – diesmal in Höhe von 1,6 Millionen Euro. Den Rückgang auf 20,7 Millionen Euro begründet Filbry ebenfalls mit dem DFB-Pokal. Dadurch seien Werder Sonderprämien der Sponsoren entgangen, die es im Jahr zuvor nach dem Erreichen des Halbfinals noch gegeben hatte. Auch zwei nicht ganz kleine Sponsoren seien nicht mehr dabei (Landmann, Vacansoleil). Aber, so Filbry, dank der guten Rückrunde mit Platz acht am Ende sei die Nachfrage für diese Saison signifikant gestiegen. Der Geschäftsführer rechnet im Bereich Werbung mit einem deutlichen Plus.

Mehreinnahmen sind auch dringend nötig, denn die Ausgaben steigen – speziell für die Mannschaft. Profis wie Max Kruse, Serge Gnabry und Thomas Delaney haben den Personalaufwand schon in der vergangenen Saison erhöht. Letztlich gab Werder 54,7 Millionen Euro für seine Mitarbeiter aus, ein Jahr zuvor waren es 47,2 Millionen Euro. Dabei handelt es sich allerdings nicht nur um das kickende Personal.

Auch im Bereich sonstige betriebliche Aufwendungen, in denen unter anderem die Kosten für neue Spieler und deren Berater stecken, hat Werder mehr Geld ausgegeben – über vier Millionen Euro, insgesamt 51,3 Millionen Euro. Eine Folge der vielen Transfers. 29 Millionen Euro hat Werder vergangene Saison in neue Spieler wie Kruse, Gnabry, Kainz und im Winter dann auch Delaney investiert.

Am Ende blieb ein Gewinn vor Steuern von 17,5 Millionen Euro. Doch Abschreibungen sorgten dafür, dass als Jahresergebnis nur 700 000 Euro übrig blieben. Das Eigenkapital beträgt damit 5,5 Millionen Euro. Nach der Spielzeit 2010/11 waren es noch 38,3 Millionen Euro gewesen. Danach stürzte Werder sportlich und finanziell ab, hatte 2014/15 fast das gesamte Eigenkapital aufgebraucht. Nach dem zweiten Plus in Folge scheint die Trendwende geschafft.

Fotostrecke: Werder-Mitgliederversammlung 2017

Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen
Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen © Gumz
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Mitgliederversammlung 2017 bei Werder Bremen © nordphoto
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Mehr News zu Werder Bremen

Neuer Umsatzrekord für den SV Werder Bremen: Wie Klaus Filbry auf der Mitgliederversammlung des Bundesligisten bekanntgab, hat der Club in der Saison 2018/19 einen Umsatz von 157,1 Millionen Euro erzielt.

Quelle: DeichStube

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