Ehemalige Werder-Profis bei der TSG

Verlorene Bremer Hoffnungen

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Die beiden ehemaligen Werder-Profis Florian Grillitsch und Ishak Belfodil zählen im Kraichgau zu den Leistungsträgern.

Hoffenheim/Bremen - Wenn 1899 Hoffenheim am Mittwoch (20.30 Uhr) im Weserstadion gastiert, wird das auch ein Wiedersehen mit zwei alten Bekannten. Florian Grillitsch und Ishak Belfodil haben beide eine grün-weiße Vergangenheit.

Der eine startete seine Profi-Karriere bei Werder Bremen, der andere brachte sie dort wieder in Schwung. In Hoffenheim geht’s ihnen aktuell ziemlich gut – vor allem Grillitsch ist in bislang eineinhalb Jahren im Kraichgau voll durchgestartet. 

Florian Grillitsch

Als 17-Jähriger kam der Österreicher zu Werder Bremen – ein junger Schlaks, der als große Mittelfeld-Hoffnung galt. Völlig zu Recht, wie sich zeigte. Kurz nach seinem 20. Geburtstag debütierte er in der Bundesliga, zwei Jahre später standen auf seinem Konto 48 Erstliga-Einsätze und das erste A-Länderspiel. 

Als Grillitsch 2017 ablösefrei zu Hoffenheim wechselte, bluteten in Bremen die Ausbilderherzen. So ein Talent zu verlieren, ohne Geld zu kassieren, tut weh. Und es tut noch mehr weh, wenn man sich den aktuellen Marktwert des 23-Jährigen vor Augen führt. 20 Millionen Euro soll Grillitsch mittlerweile laut „transfermarkt.de“ wert sein. Und möglicherweise ist das noch tiefgestapelt. Denn der Hoffenheimer Stammspieler (Vertrag bis 2021) wird von englischen Top-Clubs gejagt.

Hoffenheims Florian Grillitsch soll auf dem Wunschzettel englischer Topclubs stehen.

Laut „Bild“-Zeitung sind der FC Arsenal und die Tottenham Hotspur hinter ihm her. Ein Wettbieten könnte die Ablöse in die Höhe treiben – wenn da nicht die unbestätigten Gerüchte um eine Ausstiegsklausel in Grillitschs Vertrag wären. 

Berater Thomas Böhm soll sogar schon auf der Insel gewesen sein, um mögliche Vertragskonditionen mit den Clubs abzuklopfen. Nach außen setzt er aber sein Pokerface auf. „Es ist kein großes Geheimnis, dass Flo im Blickfeld von Top-Clubs steht. Aber er fühlt sich in Hoffenheim wohl und hat noch Ziele mit der TSG“, sagte Böhm der „Bild“. 

Einer von Nagelsmanns Lieblingen

Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann macht sich trotz des eigenen schon beschlossenen Weggangs zu RB Leipzig im Sommer für einen Verbleib des zentralen Mittelfeld-Akteurs stark . „Ich rate ihm, dass er hier Vollgas gibt. Er hatte schon eine Phase, wo er deutlich dominanter war. Da darf er gerne wieder hinkommen“, sagte der Coach, über einen seiner Lieblingsspieler. 

Seit der Rückrunde der vergangenen Saison verpasste Grillitsch nur vier Partien – eine wegen einer Gelbsperre, zwei wegen einer Zehenverletzung und am vergangenen Spieltag erstmals ohne triftigen Grund. Gegen Gladbach (0:0) saß Grillitsch nur auf der Bank – vielleicht war es eine Nagelsmann-Reaktion auf die England-Spekulationen. 

Ishak Belfodil 

Als er im vergangenen Sommer ging, bluteten in Bremen keine Herzen. Denn zwischen dem Algerier und dem SV Werder war in der einen Saison, in der der Angreifer als Leihgabe von Standard Lüttich an der Weser spielte, keine innige Beziehung entstanden. Belfodil galt als Sturmhoffnung, entpuppte sich aber vor allem als schwierig im Umgang. Am Ende wurde es sogar sehr frostig zwischen ihm und dem SV Werder. 

Belfodils Berater und Sportchef Frank Baumann stritten sich bei Vertragsablauf in unschöner Weise darum, wer denn nun die Kaufoption hatte verstreichen lassen. Es war das letzte Kapitel in der unharmonischen Geschichte, die auch sportlich nur mäßigen Erfolg gebracht hatte. Zwar gefiel Belfodil mit hohem körperlichen Einsatz, zu oft ging er aber zu brachial zu Werke. 

Ishak Belfodil (Archivbild) wurde in Bremen nicht richtig glücklich und verließ den Club im Disput mit den Verantwortlichen. 

Und Tore gelangen ihm in 26 Bundesliga-Einsätzen auch nur vier. Dennoch fand Hoffenheim Gefallen an dem Nordafrikaner, die TSG zahlte 5,5 Millionen Euro Ablöse an Lüttich, und kann sich nach Anlaufschwierigkeiten des 26-Jährigen längst freuen: Denn schon wieder steht eine „4“ hinter Belfodils Bundesliga-Bilanz – allerdings brauchte der 26-Jährige dafür nur elf Partien. 

In der internen Torjäger-Liste belegt er damit hinter Vize-Weltmeister Andrej Kramaric und Shootingstar Reiss Nelson (je sechs) Rang drei. Es scheint, als habe sich Coach Julian Nagelsmann den fußballerisch und charakterlich kantigen Angreifer ganz gut hingebogen. Bei den elf Partien stand Belfodil fünfmal in der Startelf, sechsmal wurde er eingewechselt, als Joker traf er einmal, als Startelfspieler dreimal.

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Quelle: DeichStube

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