0:1 bei Leicester City

Werder verpatzt die Generalprobe

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Laufduell: Izet Hajrovic eilt Zoumana Bakayogo davon.

Leicester - Generalprobe missglückt: Acht Tage vor dem ersten Pflichtspiel hat Werder Bremen das Testspiel beim englischen Erstligisten Leicester City mit 0:1 (0:1) verloren. Es war nach dem 0:2 gegen Hannover 96 drei Tage zuvor die zweite Pleite in Folge und der Abschluss der Testphase. Erstmals ernst wird es in einer Woche im DFB-Pokalspiel bei Regionalligist FV Illertissen.

Dann will Werder das erste Mal nach zuvor drei vergeblichen Anläufen die zweite Runde im DFB-Pokal erreichen. Seit Sonnabend muss man zumindest befürchten, dass diese Partie kein Selbstläufer wird. Denn die Elf, die Robin Dutt gegen Premier-League-Aufsteiger Leicester City in der ersten Halbzeit auf das Feld geschickt hatte – und die deshalb schwer im Verdacht steht, die aktuelle Wunschelf des Trainers zu sein – bewies keine gute Form. Doch der Coach sah das nach drei Spielen innerhalb einer Woche (Chelsea, Hannover, Leicester) nicht so dramatisch: „Unser Tempo war heute nicht so hoch. Am Ende der englischen Woche waren wir nicht so spritzig. Ich bin dennoch mit unserer Vorbereitung super zufrieden. Wir sind gut gerüstet!“

Dutt hatte im letzten von elf Vorbereitungsspielen mit einer kleinen Überraschung aufgewartet. In der Mittelfeldraute beorderte er Neuzugang Izet Hajrovic auf die linke, statt auf die von dem Bosnier bevorzugte rechte Seite. Dort spielte Theo Gebre Selassie. Alejandro Galvez übernahm den Part des defensiven Mittelfeldspielers. Als Spielmacher versuchte sich Zlatko Junuzovic, und im Angriff bildeten Eljero Elia und Nils Petersen als Vertreter des verletzten Franco Di Santo das Duo.

Vielleicht überdenkt Dutt die eine oder andere Position noch mal. Denn der Versuch mit Hajrovic funktionierte nicht, der 23-Jährige kam kaum zur Entfaltung. Und Petersen erwies sich bei den beiden besten Bremer Chancen (25./31.) als schlechter Vollstrecker. Folgerichtig die Wechsel: Nach der Pause kam Fin Bartels für Hajrovic und U 19-Europameister Davie Selke für Petersen.

Sie sollten helfen, einen Rückstand aufzuholen, den sich Werder bei einer Standardsituation eingehandelt hatte. Leicester-Kapitän Wes Morgan traf nach einem Eckball per Kopf (7.) – es war nicht die einzige Szene, in der Werder bei hohen Bällen im eigenen Strafraum unsicher wirkte.

Und vorne? Tat sich bis zur 25. Minute fast nichts. 8 314 Zuschauer im King-Power-Stadium (darunter 159 grün-weiße Fans) mussten sich zwangsläufig fragen, ob diese Gäste tatsächlich diejenigen sind, die eine Woche zuvor den FC Chelsea mit 3:0 besiegt hatten. Ja, sie waren’s – aber sie zeigten es nicht. Erst nach einem Fehler in der Defensive der Engländer kam Werder zu ersten Chance, Petersen scheiterte jedoch frei vor Leicester-Keeper Kasper Schmeichel (Sohn der dänischen Torhüter-Legende Peter Schmeichel). Ebenso sechs Minuten später, als er gleich drei Versuche bekam, drei Mal aber Schmeichel im Weg lag.

Es waren die besten, weil einzigen nennenswerten Offensiv-Aktionen bis zum Pausenpfiff. In der zweiten Hälfte erhöhte Werder zwar den Druck, blieb aber auch mit Selke im Sturmzentrum ohne Durchschlagskraft. Für Gefahr sorgten nur ein Freistoß von Junuzovic (52.) und ein Distanzschuss des eingewechselten Felix Kroos (76.). Pech hatten die Bremer allerdings, dass bei einem klaren Handspiel von Ritchie De Laet der fällige Elfmeterpfiff ausblieb (53.). Auf der anderen Seite vergab Leicesters Leonardo Ulloa zwei hochkarätige Möglichkeiten für die Engländer (47./69.).

Für die Bremer, die erst am Morgen angereist waren, ging es direkt nach dem Spiel zurück in die Hansestadt, wo bis zum Pokalspiel gegen Illertissen dringend die Form verbessert werden muss.

Werder: Wolf - Fritz (79. Busch), Lukimya, Caldirola, Garcia - Galvez (63. Kroos), Gebre Selassie (63. Makiadi), Hajrovic (46. Bartels), Junuzovic - Petersen (46. Selke), Elia.

Von Carsten Sander

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