„Wir haben Frankfurt drei Tore geschenkt“

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Auch der quirlige Marko Marin konnte die Auftaktniederlage nicht verhindern.

Bremen -  Es sollte ein Traumstart werden. Nach dem 5:0-Pokalsieg über Union Berlin war das Selbstvertrauen bei Werder Bremen vor dem Bundesliga-Auftakt riesengroß. Doch gestern rauschte es rasant in den Keller. Mit 2:3 (2:2) verlor der Cupsieger vor eigenem Publikum gegen Eintracht Frankfurt und offenbarte dabei in der Defensive eklatante Schwächen.

„Hinten sicher zu stehen, ist die Basis. Das haben wir heute nicht hingekriegt“, analysierte Sportdirektor Klaus Allofs eine Partie, die lange sowohl in die eine als auch in die andere Richtung hätte kippen können. Der starke Mesut Özil mit einem Foulelfmeter (13.) und Boubacar Sanogo (44.) glichen die Frankfurter Tore durch Ioannis Amanatidis (6. und 42.) jeweils aus.

Das Spiel in Bildern

Bundesligaauftakt in Bremen

Doch nach dem 2:3 durch den eingewechselten Martin Fenin (71.) hatte Werder keine Antwort mehr parat. Der Start in die neue Bundesliga-Saison ging vor 33 000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion somit gründlich in die Hose. Und am kommenden Samstag müssen die Bremer ausgerechnet bei Bayern München antreten. Da droht das nächste Unheil. „Ich gehe aber davon aus, dass wir uns dann anders präsentieren werden“, meinte Torsten Frings und warnte vor verfrühter Schwarzmalerei: „Das erste Spiel ist immer schwer, das weiß man doch.“ Allerdings hätte Werder das Match gegen den Lieblingsgegner der vergangenen Saison – zweimal hatten die Grün-Weißen die Frankfurter 5:0 abserviert – nicht verlieren müssen. Dass es dennoch so kam, lag vor allem an einer unsortierten Viererkette, in der Naldo-Ersatz Sebastian Prödl der größte Schwachpunkt war, sowie an großen Lücken im eigenen Mittelfeld.

Das neue System mit zwei „6ern“ funktionierte nicht – jedenfalls nicht im Spiel nach hinten. „Wir haben Frankfurt zu viel Platz gelassen“, nannte Trainer Thomas Schaaf das Hauptproblem, das behoben werden muss. So jedenfalls hatte es der Gegner zu leicht. Beispiel 0:1: Selim Teber und Alexander Meier kombinierten sich locker an Prödl und Pasanen vorbei, in der Mitte vollendete der nur hauchdünn nicht im Abseits stehende Amanatidis. Beispiel 1:2: Nach einer Kopfballablage stand erneut Amanatidis mutterseelenallein vor Werder-Keeper Tim Wiese und vollstreckte schon wieder . Gegenwehr von Werder? Fehlanzeige! Hinter Amanatidis stand tatenlos Tim Borowski und reklamierte Abseits – aber wieder war’s keins. Beispiel 2:3: Nach einer Ecke gewann Teber das Kopfballduell gegen Borowski, der keine schöne Rückkehr ins Weserstadion feierte, und zwei Meter vor dem Tor erfreute sich diesmal Fenin der totalen Nichtbeachtung durch die Bremer. „Wir haben“, fasste Frings die Fehler zusammen, „Frankfurt alle drei Tore geschenkt.“ Das kann man so sagen.

Weshalb der Kapitän dennoch nicht in Hysterie verfallen wollte, lag an fraglos ebenfalls vorhandenen guten Offensivszenen. Allen voran Özil wirbelte kräftig. Auch Marko Marin, in Frankfurt aufgewachsener Neu-Werderaner, hatte einige gute Aktionen. Seine Passivität die Defensivarbeit betreffend stach als Manko aber förmlich ins Auge. Es waren die Einzelaktionen der beiden 20-Jährigen, die Werder gefährlich machten. Ein Solo von Özil führte zum Elfmeter (Foul von Aleksandar Vasoski), den der Jung-Nationalspieler selbst souverän verwandelte. In der 28. Minute hätte Özil die Bremer sogar in Führung bringen können. Nachdem Marin den Ball für ihn durchgelassen hatte, traf er jedoch nur den Pfosten. Sanogos 2:2 resultierte aus einer Frankfurter Fehlerkette, in der Torwart Oka Nikolov und Patrick Ochs die Glieder waren. Nikolov tauchte unter einer Flanke hindurch, Ochs legte für Sanogo vor. Nach der Pause hatte Werder das Heft des Handelns zunächst fest in der Hand. Zwei Abschlüsse von Marin waren jedoch alles, was die Platzherren an Torgefahr heraufbeschworen. Ein bisschen wenig – und es wurde auch nach dem 2:3 nicht mehr. Negativer Abschluss des Tages: Prödl sah in der Nachspielzeit nach einem Rempler gegen Nikolov Gelb-Rot. Fazit Allofs: „Das hatten wir uns heute ganz anders vorgestellt.“

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